Open Source im professionellen Einsatz

Ins Studio

Die Verfügbarkeit von Webcams hat auch in der Welt der Hobby-Medienschaffenden neue Möglichkeiten eröffnet. Schreiben ist nicht jedermanns Sache. Wer sich in der Welt der Textblogs nicht zu Hause fühlt, kann der Welt mit einer handelsüblichen Webcam seine Meinung in Form von Videobeiträgen kundtun. Seiten wie Ustream.tv [8], Blog TV [9] oder Stickam [10] bieten ihren Mitgliederen Plattformen, über die sie ihre Beiträge hochladen oder live senden können.

Das Projekt Webcamstudio ([11], Abbildung 4) richtet sich an Nutzer solcher Dienste und bietet dabei mehr als die bloße Reproduktion des von der Webcam aufgenommenen Bildes. Auch Besitzer einer Kamera, die zwar Linux, nicht aber das Flash-Plugin des Browsers unterstützt, können mit Webcamstudio ihren Videoblog befeuern. Dieser Einsatz steht bei Webcamstudio im Vordergrund, die Software exportiert Videos aber auch als AVI- oder Ogg-Dateien oder erzeugt einen eigenen Ogg-Broadcast-Stream.

Abbildung 4: Auch beispielsweise den eigenen Videoblog im Web peppt Webcamstudio mit Effekten sowie zusätzlichen Bildern und Videos auf.

Abbildung 4: Auch beispielsweise den eigenen Videoblog im Web peppt Webcamstudio mit Effekten sowie zusätzlichen Bildern und Videos auf.

Webcamstudio kombiniert unterschiedliche Medien. Im »Sources«-Menü stehen angeschlossene Kameras über die V4L-Schnittstelle (Video for Linux) oder deren Weiterentwicklung V4L2 zur Auswahl. Darüber hinaus schmückt der angehende Produzent seine Sendung mit Videos oder Bildern von der Festplatte. Er kann den Zuschauern auch einen Live-Blick auf seine Desktop-Oberfläche gewähren.

Text und Bild

Auch Texte bindet Webcamstudio statisch oder über einen RSS-Feed ein. Alternativ übernimmt die Software die Ausgabe eines beliebigen Shellkommandos, sodass sich mittels Live-Stream beispielsweise die Prozessliste eines Rechners überwachen lässt. Weitere Eingabequellen umfassen Animationen im ANM-Format, IRC-Chats sowie über den Firewire-Port angeschlossene Videokameras.

Mit »TCPServer« und »TCPClient« verwertet das Programm Streams von entfernten oder des lokalen Rechners. Die »Microphone«-Quelle zeichnet eine Tonspur auf, die sich mit anderen Audioquellen mischen lässt. Bei der Wiedergabe von Video und Ton setzt Webcamstudio auf Gstreamer und unterstützt damit alle Formate, für die auf dem System die notwendigen Plugins installiert sind.

Die ausgewählten Quellen platziert der Benutzer im »Output«-Fenster, auf Wunsch auch mit transparenter Überlagerung. So blendet er zum Beispiel das eigene Porträt in einen laufenden Film ein. Künstlerisch weniger ergiebig, dafür aber nützlich, ist es zum Beispiel, mit Hilfe der Webcam einen Screencast mit Erklärungen zu hinterlegen. Außerdem hebt das Pinselwerkzeug markante Ausschnitte grafisch hervor.

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Ausgabe 07/2013

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