Open Source im professionellen Einsatz

Bäumchen wechsle dich

Wer mit einem Klick auf »Preferences | Desktop-Modus wechseln« zum normalen Gnome-Desktop wechselt, bemerkt den Unterschied besonders auf klassischen 9-Zoll-Netbooks wie dem Eee-PC von Asus deutlich. Die Wahl eines Tabreiters gelingt mit dem Trackpad spielend. Sich mit der Maus durch die Ebenen des gewöhnlichen Startmenüs zu hangeln erfordert dagegen viel Fingerspitzengefühl: Allzu schmal fallen die Menü-Elemente auf dem kleinen Bildschirm aus. Sitzt der Anwender noch dazu im Zug, geht es ohne Klicks auf das falsche Icon kaum ab. Mit dem Netbook-Launcher arbeitet er dagegen wesentlich entspannter. An der Stelle des Startmenüs liegt in Ubuntu Netbook Remix ein Icon, das alle Anwendungsfenster minimiert und den Desktop-Starter freilegt.

Trickreich

Neben dem alternativen Anwendungsstarter erleichtert ein weiterer Kunstgriff die Arbeit auf kleinen Displays: Die Softwarekomponente Maximus sorgt dafür, dass alle Anwendungen maximiert starten. Abbildung 3 zeigt ein Dateimanager-Fenster, dessen Fensterleiste der Optik nach in der Taskleiste am oberen Bildschirmrand liegt.

Abbildung 3: Mit dem Panel am oberen Bildschirmrand, das über einen Trick die Fensterleiste der aktiven Anwendung schluckt, spart Ubuntu Netbook Remix auf kleinen Bildschirmen kostbaren Platz.

Abbildung 3: Mit dem Panel am oberen Bildschirmrand, das über einen Trick die Fensterleiste der aktiven Anwendung schluckt, spart Ubuntu Netbook Remix auf kleinen Bildschirmen kostbaren Platz.

Eigentlich ist es unter Gnome technisch unmöglich, die Fensterleiste in einem Panel einzufangen. Den optischen Eindruck erzielt Ubuntu Netbook Remix mit einem Trick: Maximus sorgt dafür, dass die Anwendungen ohne Fensterdekoration starten. Statt der gewöhnlichen Fensterleiste liegt in der Leiste ein Window-Picker genanntes Applet, in dem inaktive Fenster lediglich als Icon erscheinen.

Der Button für das aktive Programm füllt den restlichen freien Platz im Panel und wirkt optisch wie eine Fensterleiste, sodass aus Sicht des Benutzers die gewohnte Fenster-Metapher intakt bleibt. Auf einem 9-Zoll-Display belegen Task- und Fensterleiste zusammen etwa 10 Prozent der Höhe, die clevere Lösung in der Ubuntu-Fassung für Netbooks spart die Hälfte davon ein.

Mit einem Rechtsklick auf die vorgetäuschte Fensterleiste lässt sich die Maximierung eines Fensters aufheben. Das braucht der Benutzer auf einem kleinen Schirm aber selten. Dass Anwendungen unabhängig vom Zustand bei der letzten Nutzung immer im Vollbildmodus starten, empfinden Anwender daher nicht als Ärgernis. Vielmehr erleichtert es die Arbeit. Im Vergleich zu Windows XP, bei dem Netbook-Anbieter lediglich die Höhe der Fensterleiste stauchen, wirkt diese Lösung gerade auf dem kleinen Eee-PC sehr elegant.

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