Verzicht
Flux-Flux verzichtet auf eine Desktop-Umgebung wie Gnome oder KDE und setzt auf die Kombination des leistungsfähigen Windowmanagers Openbox und des einem Mac-OS-X-Panel nachempfundenen Anwendungsstarters Wpanel (Abbildung 5). Flux-Flux verbraucht tatsächlich weniger RAM als alle anderen gestesteten Distributionen, mit 10 bis 15 MByte im Vergleich zum Gnome-Desktop auf Ubuntu oder Debian bleibt die Einsparung auf Rechnern mit 1024 MByte RAM allerdings vernachlässigbar gering. Beim für Netbooks mit SD-Disks relevanten Plattenplatzverbrauch liegt Flux-Flux mit 1,6 GByte beinahe mit Ubuntu Netbook Remix gleichauf
Abbildung 5: Flux-Flux verzichtet auf eine vollständige Desktop-Umgebung. Die Usability leidet, doch auf der Haben-Seite steht in der Eee-PC-Version eine perfekte Anpassung an die Hardware.
Dem Flux-Flux-Desktop fehlen raffinierte Anpassungen an kleine Displays wie in Ubuntu Netbook Remix. Das Panel am oberen Bildschirmrand, dessen Icons sich beim Überfahren mit der Maus vergrößern, ist immerhin leicht zu bedienen. Störend ist allerdings, dass Openbox keinen Tastatur-Shortcut für Fensteraktionen anbietet. Tastenkombinationen wie [Alt] +[F3], [X] (Maximieren) oder [Alt]+ [F3], [M] (Minimieren) würden die Bedienung im Vergleich zu den unter Flux-Flux viel zu kleinen Minimieren- und Maximieren-Buttons in der Fensterleiste erheblich erleichtern.
Flux-Flux basiert auf PC Linux OS, das seinerseits von Mandriva abstammt. Daher heißt der Installer für das Live-System Drakelive Install. Von seinen Eltern PC Linux OS und Mandriva erbt Flux-Flux viele ausgefeilte Technologien, zum Beispiel das PC-Linux-OS-Kontrollzentrum, mit dem für viele Linux-Einstellungen ein GUI zur Verfügung steht. Auch wenn es mit Ubuntu Netbook Remix in puncto Usability und Optik nicht konkurrieren kann: Auf Eee-PCs der Serien 700, 900 und 1000 überzeugt Flux-Flux durch die beste Anpassungen an die Hardware.
Debian für Eee-PC
Nicht nur Ubuntu, auch Debian nimmt sich der Netbook-Nutzer an, und zwar in Form eines Eee-Pure-Blend [8]. Ein Pure-Blend hat unter Debian etwa den gleichen halboffiziellen Status wie ein Remix unter Ubuntu. Die Eee-PC-Fassung liegt wie unter Ubuntu als Image für einen USB-Stick vor [9]. Es ist lediglich 15,5 MByte groß, die Programmpakete holt der Installer also aus dem Netz.
Wer nach der Installation ein für 9- oder 10-Zoll-Screens aufpoliertes GUI erwartet, wird enttäuscht: Der Desktop unterscheidet sich praktisch nicht von einem gewöhnlichen Debian (Abbildung 6). Der Gnome-Desktop weist sogar die üblichen zwei Leisten am oberen und unteren Bildschirmrand auf, was auf 9-Zoll-Netbooks nicht sinnvoll ist. Allerdings bedarf es nur weniger Mausklicks, um eine Leiste unter Gnome zu entfernen.
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