Open Source im professionellen Einsatz

Adressendaten mit der Kundentabelle verknüpfen

An diesem Punkt muss der Admin die Tabelle der georeferenzierten Adressen »adressen_ch« mit der Kundentabelle »kunden« des Unternehmens verknüpfen (joinen). Die resultierende View enthält daraufhin die Adressen und Koordinaten aller Kunden:

CREATE VIEW kundenorte as SELECT a.gid, a.strasse, a.hnr, a.the_geom, a.ort FROM kunden k, adressen_ch a WHERE k.strasse = a.strasse AND k.strassennummer = a.hnr AND a.ort = k.ort;

Listing 2 zeigt einen typischen Eintrag in der Datenbank.

Listing 2: Ein typischer
Datensatz

01 SELECT gid, strasse, hnr, astext(the_geom), ort FROM kundenorte LIMIT 1;
02 gid   | strasse       | hnr |           astext              |    ort
03 ------+---------------+-----+-------------------------------+-----------
04 49482 | Friedhofplatz | 5   | POINT(7.53550005 47.20740128) | Solothurn

Weil die Adressentabelle sehr viele Einträge enthält, lohnt es sich, einen räumlichen Index für die Spalten »strasse«, »strassennummer« und »ort« zu erstellen. Der beschleunigt die Abfragen auf die View »kundenorte« deutlich:

CREATE INDEX adress_idx ON adressen_ch(strasse, hnr, ort);

Die View »kundenorte« lässt sich nun mit Qgis als Karte visualisieren. Wichtig ist dabei, dass ein Primary Key vorhanden sein muss, in diesem Fall »gid«. Andernfalls weigert sich Qgis beharrlich die Ebene zu laden, weil ohne diesen die Objekte für Selektier- und Editieroperationen nicht identifizierbar sind. Zum Laden der View öffnet in Qgis der Menü-Eintrag »Layer | PostGIS-Layer hinzufügen...« die Ansicht. Hier gibt der Benutzer die Verbindungsdaten ein und wählt dann die Relation »kundenorte«, so wie in Abbildung 2 zu sehen

Abbildung 2: Qgis kann Postgis-Ebenen mit Kunden- und Adressendaten laden und bietet ein GUI für den Import aus der Datenbank.

Abbildung 2: Qgis kann Postgis-Ebenen mit Kunden- und Adressendaten laden und bietet ein GUI für den Import aus der Datenbank.

Damit sind alle notwendigen Arbeitsschritte absolviert. Die Kundendaten des Unternehmens sind mit den räumlichen Adressendaten verknüpft und lassen sich wie in Abbildung 2 anzeigen.

Visualisieren und drucken

Krönender Abschluss ist ein WMS-Dienst (Web Mapping Service), der immer passende Hintergrundkarten liefert und es gestattet, visuell ansprechende Karten zu erstellen. Da die Beispielfirma absichtsvoll im Raum Solothurn residiert, bietet es sich an, auch hierfür den kostenfreien WMS-Dienst des Kantons in Anspruch zu nehmen [11]. Das lässt sich über das Menü »Layer | WMS-Layer hinzufügen« einfach bewerkstelligen. Unter anderem steht hier ein WMS-Dienst zur Verfügung, der für das Kundengebiet der Firma eine Straßenkarte in Kombination mit Orthofotos aus dem Jahr 2006/2007 darstellt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit einem geeigneten WMS-Dienst kein Problem: Kunden- und Adressendaten mit hinterlegten Luftbildern als WMS-Dienst.

Abbildung 3: Mit einem geeigneten WMS-Dienst kein Problem: Kunden- und Adressendaten mit hinterlegten Luftbildern als WMS-Dienst.

Auch die Daten des Openstreetmap-Projekts stehen auf diesem Weg als WMS bereit und dürfen als Hintergrundkarte dienen. Als Beispiel hierfür sei der Web Mapping Service der Where Group in Bonn genannt, der die Layer des OSM-Datenbestands wie Straßen oder Sehenswürdigkeiten (Points of Interest) einzeln verfügbar macht [12]. Dadurch existieren auch kostenlose und qualitativ gute Hintergrundkarten für Fälle, in denen die öffentliche Verwaltung keinen WMS mit offiziellen Daten bereitstellt.

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