Open Source im professionellen Einsatz

Kdissert

Wem der Funktionsumfang von Freemind ausreicht, der findet auch in Kdissert [3] alles, was er braucht: Wie die Java-Software zeichnet auch das KDE-3-Programm Mindmaps aus farblich anpassbaren Textkästen. Sie dürfen ebenfalls Symbole und externe Grafiken enthalten. Wie bei Freemind kann der Benutzer externe Dateien oder Internetlinks anhängen. Das Zeichnen der Mindmaps funktioniert ähnlich reibungslos: Auch in Kdissert erzeugen [Einfügen] und [Eingabe] unter- oder gleichgeordnete Nodes, deren Text sich durch einfaches Tippen editieren lässt. [Strg]+Cursortaste bewegt den Fokus durch die Mindmap.

Für längere Textanhänge gibt es in Kdissert ein Dock am unteren Fensterrand. Dort darf der Anwender den Text buchstabenweise fett, kursiv und unterstrichen formatieren. Anders als in Freemind lässt sich allerdings die Textformatierung in der Mindmap selbst nur auf Textkastenebene anpassen.

Der größte Unterschied zu Freemind ist die in Kdissert integrierte Gliederungsansicht, in der sich Unterpunkte per Mausklick ein- und ausblenden lassen. Etwas Ähnliches bietet Freemind nur als Export in eine DHTML-Datei, die der Anwender allerdings bei jeder Änderung an der Mindmap per Hand aktualisieren muss. Gerade wenn die Mindmap als Basis für einen Text dient, erweist sich der schnelle Wechsel zwischen Mindmap- und Gliederungsansicht in Kdissert als großer Vorteil. Ein nicht unbedeutender Nachteil ist es hingegen, dass sich untergeordnete Textkästen nicht ausblenden lassen.

Tabelle 1: Mindmap-Software im
Vergleich

Exportschlager

Die Exportfunktion erzeugt außer reinen Textdateien Latex-Beamer-Präsentationen, Latex-Dokumente der Klasse »Buch«, Open-Office-Texte und -Präsentationen, HTML im Gliederungsstil, ein Java-Applet mit ein- und ausklappbaren Ästen sowie eine PNG-Datei. Optisch wirken die Mindmaps in Kdissert etwas edler als in Freemind. Das liegt zum Teil daran, dass Kdissert Nodes immer als farbige Kästchen darstellt, während sie in Freemind in der Standardeinstellung als gerade Striche mit darüberlaufendem Text erscheinen.

Außerdem kann der Anwender die Textkästchen per Hand verschieben. Last but not least gibt es in Kdissert mehrere Funktionen zur automatischen Anordnung der Nodes: Die »Schnelle Reorganisation« verteilt sie geradlinig auf der Zeichnenfläche, sodass sich die Kästchen nicht überlappen. Die »Intelligente Reorganisation« ordnet sie dagegen in einer organisch wirkenden Fächerform an.

Allerdings überlappen sich die Kästchen zunächst ein wenig. In der Praxis muss der Anwender nach der »Intelligenten Reorganisation« deshalb noch ein- oder mehrmals die dritte Anordnungsfunktion namens »Mindmap entwirren« einsetzen, bis sich ansprechend wirkende Ergebnisse wie in Abbildung 3 einstellen.

Abbildung 3: Mit ein bisschen Nachhilfe entstehen mit der intelligenten Reorganisation in Kdissert sehr übersichtliche und optisch ansprechend layoutete Mindmaps.

Abbildung 3: Mit ein bisschen Nachhilfe entstehen mit der intelligenten Reorganisation in Kdissert sehr übersichtliche und optisch ansprechend layoutete Mindmaps.

Zu bemerken ist noch, dass die letzte Kdissert-Version im Jahr 2005 erschien, die Software sich also offenbar nicht mehr in aktiver Entwicklung befindet. Der Nachfolger heißt Semantik [3], eine stabile Release gibt es aber noch nicht.

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