Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Themen: Frontend für Cdrdao und Konsorten, Simples Wiki, Sicherer FTP-Server, Wertet Lighttpd-Logfiles aus, Analysetool für TCP, Allround-Archivwerkzeug

Burncdda 1.8.2


Frontend für Cdrdao und Konsorten

Quelle: [http://www.thenktor.homepage.t-online.de/burncdda/index.html]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Graveman, Tcdr

Es gibt zahlreiche Commandline-Tools, um Audio-CDs zu kopieren oder zu erstellen. Welche auf einem System verfügbar sind, hängt von der eingesetzten Distribution ab. Burncdda erleichtert es, die unterschiedlich zu bedienenden Kommandozeilenprogramme wie Mkisofs, Cdrdao und Cdrecord zu benutzen.

In einem Konsolen-GUI kann der Nutzer wählen, ob er eine CD kopieren, seine Playlist oder eine Imagedatei brennen möchte. Dabei konvertiert Burncdda die enthaltenen MP3- oder OGG-Dateien zuerst mit Hilfe von Mplayer ins WAV-Format und legt sie als Unterverzeichnis im »cdda«-Verzeichnis des Benutzers ab. Hier speichert das Programm auch die Imagedatei zwischen, die beim Kopieren einer CD anfällt.

Den ständigen Griff zum Lautstärkeregler erspart Burncdda, indem es die Pegel der Musikstücke auf Wunsch vor dem Brennen mit dem Tool »normalize« anpasst. Damit die Software diese oder andere externe Tools findet, muss der Anwender bei manchen Distributionen die Datei »burncdda.conf« editieren.

**--- Burncdda kopiert mit wenig Aufwand Audio-CDs oder erzeugt sie aus MP3- oder OGG-Dateien. Durch die Dialog-Oberfläche und den geringen Ressourcenbedarf erlaubt es auch, alte Rechner als Brennstation zu nutzen.

Lionwiki 2.2.2


Simples Wiki

Quelle: [http://lionwiki.0o.cz]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Dokuwiki, Tigerwiki

Wer zu Hause oder auf einer privaten Webseite ein Wiki aufsetzen möchte, findet in Lionwiki eine Alternative zu schwergewichtigen Lösungen wie Media- oder Dokuwiki. Das in PHP verfasste Lionwiki ist einfach zu konfigurieren und benötigt keine Datenbank. Es speichert die Informationen als Textdateien. Besonders nützlich ist dies, wenn auf gemietetem Webspace keine Datenbank zur Verfügung steht.

Zur Installation entpackt der Anwender lediglich den Inhalt des Tar-Archivs in einem Unterverzeichnis des Webroot und führt das Skript »install.sh« aus. Dieses legt aber lediglich Unterverzeichnisse an und setzt Zugriffsrechte, was sich ohne Shellzugriff auch über FTP oder die Konfigurationsoberfläche des Webhosters nachvollziehen lässt. Die eigentlichen Konfigurationsdaten wie die Standardsprache, das Passwort oder Einstellungen zum Erscheinungsbild stehen in der Datei »_config.php«.

Lionwiki bringt im Lieferumfang vier Standard-Templates mit, die der Nutzer verändern oder durch eigene ersetzen kann. Die Syntax zum Formatieren der Texte entspricht dem gängigen Standard, sodass sich beispielsweise Mediawiki-Benutzer nicht umgewöhnen müssen.

***-- Die Grundfunktionalität eines Wiki bietet Lionwiki ohne aufwändige Konfiguration. Die Software verzichtet außerdem auf eine Datenbank.

Vsftpd 2.1.0


Sicherer FTP-Server

Quelle: [http://vsftpd.beasts.org/]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Wu-Ftpd, Proftpd

Das gute alte FTP hat merklich an Bedeutung verloren. Verschwunden ist das nach wie vor effiziente Protokoll aber noch lange nicht. Wer einen sicheren FTP-Server aufsetzen will, sollte dazu Vsftpd verwenden, da der Server besonderes Augenmerk auf Security richtet. Nach Angaben der Entwickler setzen es Größen der Open-Source-Welt wie Red Hat, Suse, Debian und OpenBSD ein.

Vsftpd läuft als eigenständiger Dienst oder lässt sich über Inetd starten. Die Software beherrscht SSL-Verschlüsselung, limitiert auf Wunsch den Portbereich sowie die Bandbreite und verwaltet Benutzer samt Lese- und Schreibrechten fein granular. Für sicherheitsbewusste Administratoren sind die Chroot-Funktionen oder die Einschränkung des Zugriffs von anonymen Usern ebenso interessant wie die Möglichkeit, vollberechtigte virtuelle Benutzer anzulegen, die trotzdem kein Systemkonto benötigen.

Um die Einrichtung zu erleichtern, liefert das Vsftpd-Archiv eine Reihe von Beispielkonfigurationen für den Einsatz als Internet FTP-Server oder die Verwendung virtueller User und Hosts mit.

***** Mit Vsftpd steht ein leistungsfähiger FTP-Server mit zahlreichen Sicherheitsfeatures zur Verfügung. Sein Funktionsumfang lässt praktisch keine Wünsche offen.

Lighty-Stats


Wertet Lighttpd-Logfiles aus

Quelle: [https://derf.homelinux.org/~derf/projects/lighty-stats/]

Lizenz: MIT/X

Alternativen: keine

Das Perl-Skript Lighty-Stats wertet die Logfiles des Webservers Lighttpd aus. Im Gegensatz zu anderen Weblog-Analysewerkzeugen bereitet es seine Ergebnisse nicht als HTML-Datei auf, sondern gibt sie als formatierten und auf Wunsch mehrfarbigen Text auf der Konsole aus. Standardmäßig zählt das Tool nur die Hits pro Zugriffs-URL und die zugreifende IP-Adresse für das gesamte übergebene Logfile. Wer Logfiles rotiert, kann mit Lighty-Stats pro Aufruf auch mehrere Dateien verarbeiten.

Auf Wunsch erzeugt die Software Tagesstatistiken und wertet die Referer-Strings oder die Anzahl der übertragenen Bytes aus. Auch HTTP-Errorcodes, die auf defekte Links in der Site hindeuten, spürt sie auf. Der Anwender kann das Reverse-Lookup der Client-IP-Adressen ausschalten oder die Länge von URL- und Referer-Einträgen beschneiden. Darüber hinaus lassen sich die Ergebnisse durch Formatierungsparameter optisch aufbereiten oder mit »match«- und »ignore«-Statements filtern.

Zurzeit kennt Lighty-Stats nur das Lighttpd-Log-Format. In künftigen Versionen soll das Tool die Formate mehrerer verbreiteter Webserver unterstützen. Bis jetzt verarbeitet die Software diese nur notdürftig mit Hilfe benutzerdefinierter regulärer Ausdrücke. Für das Filtern von Lighttpd-Logs sind diese aber sehr nützlich, da sie die Ausgabe flexibel an die Bedürfnisse des Benutzers anpassen.

****- Mit Lighty-Stats lassen sich die Lighttpd-Logdateien im Handumdrehen auswerten. Wer keine grafisch aufbereitete Ausgabe braucht, kommt mit diesem Perl-Werkzeug schnell zum Ziel.

TCPjunk 2.649


Analysetool für TCP

Quelle: [http://code.google.com/p/TCPjunk/]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Netcat

Etwas konstruktiver, als sein Name suggeriert, ist das Programm TCPjunk zum Glück doch: Wenn es den TCP-Traffic zumüllt, dann zumindest nach genauen Vorgaben des Admin. Die Software ist wie Netcat dafür konzipiert, TCP-Pakete mit benutzerdefinierter Payload zu generieren. Die erzeugt TCPjunk aber nicht interaktiv auf der Konsole. Vielmehr definiert der Anwender über so genannte Session-Files mit Hilfe HTML-ähnlicher Tags eine Abfolge von Kommunikationsschritten.

Die Software kennt einen Client- und einen Servermodus. Sie bombardiert also entweder einen Server mit den in der Konfiguration festgelegten Anfragen oder reagiert wie definiert auf die Anfragen eines Clients. Es gibt Anweisungen zum Wiederholen einzelner Schritte und zum Erzeugen zufälliger Daten.

TCPjunk legt sich auf kein Applikationen-Level-Protokoll fest. Durch die in den Session-Dateien spezifizierten Anfragen oder Antworten lassen sich SMTP- oder POP3-Verbindungen ebenso simulieren wie HTTP. Die Software beherrscht auch SSL-Verschlüsselung. Darüber hinaus kann der Anwender mittels Kommandozeilenparameter die IP-Adresse einstellen oder den Versand auf ein Netzwerkinterface beschränken, Timeout-Werte setzen oder für Lasttests den Start mehrerer TCPjunk-Instanzen gestatten.

***-- TCPjunk eignet sich gut zum Testen TCP-basierter Applikation-Level-Protokolle. Die GTK-basierte Oberfläche bietet eine einfache Bedienung. Da die Software vor Version 2.649 instabil lief, ist ein Upgrade auf diese oder eine neuere Version ratsam.

Atool 0.36


Allround-Archivwerkzeug

Quelle: [http://www.nongnu.org/atool/]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Peazip, Xarchiver

Viele Administratoren wünschen sich ein Allroundwerkzeug herbei, das alle gängigen Archiv- und Paketformate beherrscht und die Bedienung der verschiedenen Archivierungsprogramme vereinheitlicht. Mit dem Perl-Skript Atool findet dieser Wunsch Erfüllung. Es bildet einen Wrapper um Archivprogramme wie Arc, Gzip, Tar und Zip sowie über die Paketmanager für Cab-, Deb- und RPM-Dateien. Die Software unterstützt sogar das exotische Format 7z.

Außer dem eigentlichen Skript »atool«, das die Befehle »--list«, »--extract«, »--add«, »--cat«, »--diff« und »--repack« versteht, enthält das Atool-Paket noch eine Reihe symbolischer Links, die den Aufruf vereinfachen. »aunpack«, packt Archive beliebigen Formats aus. Die Nerven des Benutzers schont das Programm dabei, indem es Dateien, die im Archiv direkt im Stammverzeichnis liegen, automatisch in ein neu angelegtes Verzeichnis verschiebt. Die Archivart ermittelt die Software zunächst aus der Datei-Endung, wenn dies fehlschlägt, nimmt sie »file« zu Hilfe. »alist« zeigt die Namen der gepackten Dateien an.

»arepack« konvertiert ein Format in ein anderes. Wie »adiff«, das im Archiv enthaltene Dateien auf Unterschiede prüft, entpackt der Befehl das gesamte Archiv in ein temporäres Verzeichnis, obwohl dies nicht immer erforderlich wäre. Atool unterstützt auch nicht alle Befehle für alle Archivformate. Bei Programmpaketen wie Cab, Deb und RPM listet es lediglich den Inhalt oder packt ihn aus.

****- Die einheitliche Bedienung beim Ent- und Verpacken unterschiedlicher Archivformate erspart viel Auswendiglernen. (U. Vollbracht/pkr)

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