Infortrend S16F-R1430
Das Array von Infortrend ist das einzige im Test, das sich auch ganz ohne Storagesoftware über ein kleines LCD-Panel an der Frontseite steuern lässt. Ein ähnliches Text-GUI kann der Admin auch über einen Telnet-Zugang bedienen (Abbildung 8). Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn der Speicher nicht direkt von außen erreichbar ist, man sich aber per Terminal-Hopping in das jeweilige Subnetz begeben kann. Viel bedienfreundlicher ist allerdings die Weboberfläche SAN Watch [4], die ein eingebetteter Server anbietet (Abbildung 9). Als Alternative ist die Standalone-Java-Software Raid Watch [5] verfügbar.
Hat sich der Admin konnektiert, muss er sich als nächste kleine Hürde mit der ungewöhnlichen Terminologie des Herstellers auseinandersetzen, der einen Verbund mehrerer Platten als Logical Disk bezeichnet und eine oder mehrere dieser Disks zu einem logischen Volume zusammenfasst, wodurch sich dann beispielsweise auch Raid-10- oder -50-Konfigurationen bilden lassen. Allgemein gebräuchlicher ist allerdings die umgekehrte Definition eines Volume als Teil einer logischen Platte.
Alle weiteren Konfigurationsarbeiten lassen sich dann aber, unterstützt durch die gute Webapplikation, kinderleicht erledigen. Das Text-GUI macht es dem Konfigurator ebenfalls nicht schwer und schließlich gäbe es drittens zudem noch die bereits erwähnte kompakte grafische Applikation Raid Watch für das Setup des Array.
Auch das Monitoring unterstützt das Array sehr gut. Auf der Hardware-Seite reicht die Überwachung bis zu den Temperaturen der CPU oder Backplane, zu einzelnen Spannungen oder Lüfterdrehzahlen, Software-seitig gibt es ein detailliertes Eventlog. Für bestimmte Parameter lassen sich Schwellenwerte definieren, die Alarme auslösen. Auch kann sich das Array in einigen Situation - zum Beispiel nach einem Lüfterausfall oder auf ein Signal der USV hin - selbstständig herunterfahren. Alternativ ist eine Benachrichtigung des Admin via E-Mail oder SNMP möglich. Den insgesamt sehr guten Eindruck bestätigen auch die guten Performancewerte, die an keiner Stelle einbrechen und oft im vorderen Feld zu finden sind - und das für einen sehr moderaten Preis.
Abbildung 7: IBMs Storage Manager bietet eine gute Übersicht und unterstützt den Admin bei der Array-Konfiguration.
Abbildung 8: Ein Text-GUI, wie es auch ein kleines LCD-Panel an der Frontseite anbietet, ist beim Array von Infortrend via Telnet erreichbar.
Abbildung 9: Die Imfortrend-Einstiegsseite bietet eine ebenso übersichtliche wie detaillierte Übersicht über alle Komponenten.
Zusammenfassung
Alle Testkandidaten hinterlassen einen guten Eindruck, Unterschiede bei der Performance finden sich, bleiben aber undramatisch. Größere Differenzen ergeben sich bei Feature-Set und Preis, was die Geräte für jeweils unterschiedliche Einsatzszenarien empfiehlt.
Die breiteste Palette an Möglichkeiten bietet sicher das Storagetek-Array. Das Sun-Gerät ist das einzige, das eine eigene Replikationslösung mitbringt - neben Snapshots und lokalen Volumekopien, die es ebenfalls beherrscht. Nur mit ihm lässt sich der Speicher auf über 100 TByte aufrüsten und weiter in logische Domains aufteilen. Allein das Array von Sun unterstützt den Admin mit seinem Konzept vorkonfigurierter Profile derart weitgehend beim Setup für spezielle Einsatzfälle. Nur dieses Array ruft - wenn gewünscht - von ganz alleine zu Hause an und ordert einen Techniker, um sich reparieren zu lassen.
Das hat aber seinen Preis. Ist schon die Hardware nicht billig, schlagen die Lizenzen für Snapshot und Volumecopy noch mal mit brutto je 8000 Euro zu Buche, die Replikation gar mit 15800 Euro.
Dass auch ein sehr bekannter Markenname noch bezahlbar sein kann, beweist IBM mit seinem DS 3400. Zwar legt der Kaufinteressent auch hier für Snapshots noch einmal drauf, dafür kostet aber die voll ausgebaute Hardware auch nicht mehr als Suns Replikations-Lizenz. Unterstützung findet der Admin bei der zugehörigen Storagesoftware, die wenig Wünsche offen lässt, in Form kurzer Hilfetexte. Die Performance ist sehr gut.
Der Bolide von Lynx schlägt alle Mitbewerber in diesem Test in Sachen Packungsdichte. Zusammen mit der Erweiterungsoption auf 96 Platten lassen sich so sehr günstig extrem kompakte und große Plattenspeicher aufbauen. Auch die Software für die Geräteverwaltung muss sich nicht verstecken. Im Gegenteil: Einige Features wie die automatisch startbaren Media-Scans im Hintergrund heben sie sogar aus der Masse heraus.
Schließlich findet auch das Array von Infortrend sicherlich Freunde und kann nützliche Eigenheiten bieten. So lassen sich die Kanäle seiner Fibre-Channel-Controller beispielsweise optional mit einem integrierten Hub verbinden, der für ein einfaches Loadbalancing sorgen kann. Zudem ist es recht flott, die Management-Software ist ausgereift und - last but not least: Es ist das absolut günstigste Angebot. Kurzum: Für jeden Anspruch und jedes Budget findet sich ein passendes Angebot.
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Tabelle 1: FC-Diskarrays im |
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Abbildung 10: Durchsatzvergleich mit »iostat« bei fester File- und Record-Größe für verschiedene Datei-Operationen.
Abbildung 11 IBM DS 3400, Schreiben auf Raid 5: Das Array vom IBM ist in vielen Disziplinen der Performance-Spitzenreiter des Tests.
Abbildung 12: Lynx Lysan T48F4C, Schreiben auf Raid 5: Sehr kompakt und skalierbar, aber nicht der schnellste Kandidat.
Abbildung 13: Infortrend S16F-R1430, Schreiben auf Raid 5: Erstaunlich ausgewogen und flott zu einem günstigen Preis.
Abbildung 14: Sun Storagetek 6140, Schreiben auf Raid 5: Die meisten Features, weit ausbaubar und keineswegs langsam.
| Infos |
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| [1] Common Array Manager: [http://www.sun.com/storagetek/management_software/resource_management/cam/] [2] Iozone: [http://www.iozone.org] [3] IBM DS Storage Manager, Download: [http://www-947.ibm.com/systems/support/supportsite.wss/selectproduct?brandind=5000028&familyind=5348409&continue.x=15&continue.y=8&oldbrand=5000028&oldfamily=0&oldtype=0&taskind=1&psid=bm] [4] SAN Watch: [http://www.infortrend.com/main/2_product/sw_SANWatch.asp] [5] Raid Watch: [http://www.infortrend.com/doc/datasheet/DS_RAIDWatch2004.pdf] |
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