Lysan T48F4C
Eine Eigenschaft des Lysan-Array fällt sofort auf, sobald das Gehäuse geöffnet ist: die enorme Packungsdichte. Ganze 48 1-TByte-Disks auf nur vier Höheneinheiten (Abbildung 3) sind rekordverdächtig. Auf diese Weise würde fast ein halbes Petabyte in ein herkömmliches 19-Zoll-Rack passen, was wertvollen Platz im Rechenzentrum spart.
Abbildung 3: Blick in das geöffnete Lysan-Array. Dicht an dicht – 48 Platten passen in das nur 4 HE große Gehäuse, eine sehr hohe Packungsdichte.
Eine andere Besonderheit offenbart sich erst auf den zweiten Blick: Die Storagesoftware Starview, mit der sich das Array konfigurieren und überwachen lässt, läuft hier embedded auf den Fibre-Channel-Controllern, verfügt über einen eingebauten kleinen Webserver und ist so mit jedem beliebigen Browser erreichbar. Das erübrigt die Installation irgendwelcher Clientsoftware und macht das Management des Array gänzlich plattformunabhängig.
Auch eine In-Band-Verbindung via Fibre Channel wäre theoretisch möglich, allerdings liegt selbst der neuesten Software-Release dafür nur eine Host-Applikation bei, die nach uralten Linux-Distributionen verlangt: SLES 8 oder RHEL 3, jeweils 32 Bit. Versionen, die der Admin einem heutigen Server sicher nicht antun möchte, falls er sie überhaupt noch in der Mottenkiste findet.
Bleibt also doch nur die Webapplikation. Abstriche an der Funktionalität braucht der Admin dabei nicht zu machen. Die üblichen Tasks beim Einrichten des Array lassen sich ohne Handbuchstudium bewerkstelligen. Auch am Monitoring sowohl der Events wie auch der Performancewerte, gibt es nichts auszusetzen (Abbildung 4).
Abbildung 4: Das detaillierte Eventlog des Array von Lynx hilft etwa bei der Diagnose von Störungen.
Blickt man auf die Maximalwerte für die Performance in den einzelnen Disziplinen des Benchmark, hält das Lysan-Array nicht ganz mit den Schnellsten mit: Es findet sich am häufigsten auf dem letzten Rang. Welche praktische Relevanz das hat, wäre eine andere Frage. Wenn die Applikation ohnehin nicht die Bedingungen bieten kann, unter denen das Maximum erreichbar ist, käme dieses Manko womöglich kaum zum Tragen. Schließlich ist auch das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis zu bedenken, das schnell über ein paar MByte/s weniger hinwegtrösten hilft.
IBM DS 3400
Das DS 3400 erreichte die Redaktion bestückt mit sechs SAS-Server-Festplatten (Seagate ST3146855SS) mit je 146 GByte Brutto-Kapazität und 15000 Umdrehungen pro Minute, die sich wahlweise einem von zwei Fibre-Channel-Controllern (4 GBit/s) zuordnen ließen. Für die Konfiguration steht dem Käufer eine Java-Software namens IBM Storage Manager [3] zur Seite, die er kostenlos downloaden kann (Abbildung 6).
Mit ihrer Hilfe lässt sich das Array manuell oder halbautomatisch konfigurieren. Die manuelle Konfiguration verschafft dem Admin die größtmögliche Freiheit für individuelle Lösungen, die automatisierte Variante ist dagegen die deutlich bequemere. Im halbautomatischen Fall präsentiert der Storage Manager für jeden der möglichen Raid-Level (6, 5, 3, 1, 0) einen informativen Text, der die Einsatzmöglichkeiten der gewählten Konfiguration erläutert, und wählt anschließend selbst die benötigten Platten.
Dabei reserviert die Halbautomatik prinzipiell eine Hotspare-Platte und verteilt alle restlichen freien Disks entsprechend den Vorgaben. Verlangt der Admin aber etwa eine Spiegelung (Raid 1) aus beispielsweise 6 Platten, dann zweigt die Software wieder eine Reserveplatte für den Standby-Betrieb ab und bildet aus den übrigen Disks zwei Spiegelpaare, die sie dann in einem Stripe-Set zusammenfasst (Raid 10). In diesem Fall bleibt eine Platte übrig.
Gibt der Konfigurator dagegen beispielsweise Raid 6 vor, bezieht das Array fünf Platten in einen entsprechenden Verbund ein und verwendet die sechste wiederum als Hotspare, was verglichen mit der Spiegelvariante die anderthalbfache Kapazität ergibt.
Die meisten solcher Arbeitsabschnitte strukturiert der Storage Manager in so genannten Tasks, die die nötigen Schritte zusammenfassen und in eine Reihenfolge bringen. Diese vorbereiteten Schrittfolgen decken die meisten Aufgaben von der Einrichtung des Host über die Konfiguration von logischen Laufwerken und Arrays bis hin zum Mapping dieser Speichereinheiten auf LUNs ab, die sich ihrerseits dann Server-seitig partitionieren und mounten lassen.
Eine ganz besondere Task aus dem Kürprogramm des IBM Storage Manager ist der Wechsel des Raid-Levels für ein bestimmtes Volume im laufenden Betrieb, und zwar ohne dass es dabei zu einem Datenverlust kommt. Das ist schon eine gehobene Schwierigkeit, an die sich im Testfeld hier nur noch ein weiterer Kandidat heranwagt.
Die Performance des IBM-Geräts reicht in allen Disziplinen des Tests für einen Podestplatz, am häufigsten sogar für das oberste Treppchen.
|
So haben wir |
|---|
| Für die Benchmarks dieses Beitrags kamen auf allen Arrays immer Volumes aus fünf Platten zum Einsatz, deren Größe dann natürlicherweise mit der Kapazität der eingesetzten Platten schwankte. Als Filesystem verwendeten die Tester stets Ext 3 mit den Default-Einstellungen von »mke2fs«, also beispielsweise eine Blockgröße von 4 KByte. In der Regel haben die Tester verschiedene Raid-Level gemessen, können die Ergebnisse aus Platzgründen hier allerdings nur auszugsweise darstellen. Für die Messungen waren die Arrays über ein optisches Kabel mit einem Servermodell Proserv II der Firma Exus Data verbunden (Abbildung 6), und zwar bestückt mit zwei Quadcore-Xeon-5460-64-Bit-CPUs (3,16 GHz) und 16 GByte RAM. Als Betriebssystem verwendetete der Server eine 64-Bit-Version von SLES 10 mit Kernel 2.6.16-60. Als Fibre-Channel-Host-Bus-Adapter diente in allen Fällen ein Qlogic Sansurfer QLA 2460.
|
Diesen Artikel als PDF kaufen
Express-Kauf als PDF
Umfang: 6 Heftseiten
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)
Als digitales Abo
Weitere Produkte im Medialinx Shop »
Versandartikel
Onlineartikel
Alle Rezensionen aus dem Linux-Magazin
- Buecher/07 Bücher über 3-D-Programmierung sowie die Sprache Dart
- Buecher/06 Bücher über Map-Reduce und über die Sprache Erlang
- Buecher/05 Bücher über Scala und über Suchmaschinen-Optimierung
- Buecher/04 Bücher über Metasploit sowie über Erlang/OTP
- Buecher/03 Bücher über die LPI-Level-2-Zertifizierung
- Buecher/02 Bücher über Node.js und über nebenläufige Programmierung
- Buecher/01 Bücher über Linux-HA sowie über PHP-Webprogrammierung
- Buecher/12 Bücher über HTML-5-Apps sowie Computer Vision mit Python
- Buecher/11 Bücher über Statistik sowie über C++-Metaprogrammierung
- Buecher/10 Bücher zu PHP-Webbots sowie zur Emacs-Programmierung
Insecurity Bulletin
Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...





