Open Source im professionellen Einsatz

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Wer einen neuen Host an ein SAN anschließt, sollte sich zur Gewohnheit machen, bei Firmware und Treibern stets die neueste zertifizierte Version für seine Distribution einzusetzen. Eine offiziell unterstützte Konfiguration zu betreiben, stellt den Zugriff auf den Herstellersupport des Array und der Switches sicher. Die Anbieter von Enterprise-Linux-Distributionen arbeiten mit den Storage-Herstellern zusammen. Wenn sie Treiber updaten, (re-)zertifizieren die Storage-Anbieter diese meist nach kurzer Zeit.

Als letztes Glied der Kette bleibt trotzdem der Admin für den Zustand seiner Systeme verantwortlich: Wenn er Arrays mehrerer Hersteller betreibt und einem Host Speicher auf verschiedenen Systemen zuweist, kann es zu Kollisionen kommen. Hier sollte er schon vorab den Herstellersupport einschalten, um einen gemeinsamen Nenner zu finden, der Funktion und Supportanspruch sicherstellt.

Im nächsten Schritt steht die Überprüfung der HBA-Treibereinstellungen an: Die wichtigsten sind Topologie, Geschwindigkeit und Timeouts. Hier ist es von Vorteil, die Empfehlungen des Storage-Herstellers zu kennen. Einige Parameter - speziell die Timeout-Settings - sind davon abhängig, ob die Anbindung zum Storage redundant ist oder nicht (siehe Kasten "Typische Fehlersituationen"). Bei Qlogic lassen sich sehr viele Parameter schon im NVRAM des HBA per Bios-Menü konfigurieren. Bei Emulex-HBAs ist für die 7.x-Treiber die »lpfc.conf« zu editieren, für neue 8.x-Treiber die »modprobe.conf.local«. Danach bringt der Admin die Ramdisk auf den neuen Stand, damit Linux die Änderungen übernimmt.

Typische
Fehlersituationen

Geschwindigkeit falsch eingestellt: Sind HBA und Switch beide auf eine feste Geschwindigkeit eingestellt, kann sich der Host niemals am SAN anmelden.

Falscher Topologie-Parameter: Der HBA muss auf der Topologie »FC-SW« (Fibre Channel Switched) stehen oder zumindest auf »FC-SW prefered«.

Ungünstig gesetzte Timeout-Parameter: Sie fallen beim Anschluss an ein SAN nicht auf, wohl aber im Betrieb oder im Fehlerfall. Ein SAN ist ein dynamisches Gebilde, bei dem im Betrieb Komponenten hinzukommen, alte entfernt werden und wieder andere ausfallen. Dabei laufen im SAN komplexe Prozesse ab, die den Datenfluss verzögern. Ein falscher I/O-Timeout lässt dann Anwendungen abstürzen oder verhindert oder verzögert das Umschalten der Storage-Pfade im Fehlerfall.

Redundanzen verwalten

Je nachdem, ob der Host ein- oder mehrpfadig am SAN hängt, kommt die Multipath- oder Failover-Software zum Zug: die native Linux-Multipath-Software DM-MPIO [5], eine Third-Party-Applikation wie Veritas DMP [6] oder ein auf das eigene Storage optimiertes proprietäres Tool des Herstellers. Bei Qlogic-Treiber ist bereits eine Failover-Behandlung integriert, sie hat jedoch die redundanten Pfade schon für das Betriebssystem maskiert, was sie inkompatibel mit allen anderen Failover-Lösungen macht. Wer darum das Qlogic-interne Failover nicht nutzt, sollte es im HBA-Bios deaktivieren, ansonsten beißt sich jede anderen Multipathing-Software die Zähne aus.

Damit die Hosts das SAN nutzen dürfen, muss natürlich auch das Storage entsprechend konfiguriert sein, also welcher HBA mit welchen Port des Storage-Array kommunizieren darf (Zoneing) und mit welchem Speicher (Lun Masking). Hierbei unterstützen wieder die Management-Tools der HBA-Hersteller den Admin, da sie einen schnellen Überblick über den Zustand des HBA liefern: Mit welcher Geschwindigkeit er sich zum SAN verbunden hat und an welche Ports. (jk)

Infos

[1] Fibre Channel: [http://de.wikipedia.org/wiki/Fibre_Channel]

[2] Emulex-HBAs: [http://www.emulex.com/products/host-bus-adapters.html]

[3] Qlogic-HBAs: [http://www.qlogic.com/Products/SAN_products_fibreHBA.aspx]

[4] Qlogic FC HBA LUN Scan Utility: [http://driverdownloads.qlogic.com/QLogicDriverDownloads_UI/ResourceByOS.aspx?productid=937&oemid=65&oemcatid=58603]

[5] DM-MPIO (Device Mapper Multipathing I/O): [http://christophe.varoqui.free.fr]

[6] Veritas DMP: [http://www.symantec.com/business/storage-foundation]

Der Autor

Michael Lorenz arbeitet bei dem Storage-Spezialisten Emc2 als Supporter, insbesondere für die Produktlinie Clariion. Im Computer-freien Teil seiner Freizeit liest er SF-Literatur und fährt Rad.

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