Open Source im professionellen Einsatz

Mehr Ordnung

Die Amanda-Entwicklung geht in Richtung Vereinfachung und Öffnung. Einen großen Schritt in diese Richtung macht Version 2.6.0, die endlich die lange angekündigten neuen APIs enthält. Ursprünglich in C geschrieben, waren früher für Amanda-Erweiterungen und -Anpassungen Programmierkenntnisse nötig. Die APIs und immer umfangreicher werdende Perl-Interfaces sollen es dem Anwender vereinfachen, Amanda an seine Umgebung anzupassen.

Dazu zählen das Device-API, eine Schnittstelle zu verschiedenen Speichergeräten wie Bandlaufwerken, virtuellen Tapes auf Platte (so genannte Vtapes), RAIT (Redundant Array of Tapes) und Online-Storage-Diensten wie Amazons S3-Cloud. Über das neue Perl-Interface können Admins schnell Zusatz-Applikationen verfassen.

In Version 2.6.1 integrierten die Entwickler weitere Bausteine einer neuen Architektur: Application-API, Script-API und Xfer-API. Das Application-API schafft neue Wege, um externe Anwendungen einzubinden. Stützte sich Amanda ursprünglich auf Binaries wie Dump und GNU-Tar, so gibt es nun neue Wrapper-Skripte, um Tools wie das von Usern gewünschte Star einzubinden.

Außerdem kann der Administrator nun detaillierte Pre- oder Post-Skripte definieren, mit denen er zum Beispiel die Sicherung einer laufenden Datenbank anstößt: Amanda bringt zunächst die Datenbank in einen konsistenten Stand, danach legt es einen LVM-Snapshot an und erstellt das Backup, während die Datenbank längst produktiv weiterläuft. Derlei Abläufe waren in Amanda bislang schwierig abzubilden. Das Script-API ist ein wesentlicher Schritt nach vorne, den die große Community sicher bald für Anwendungen wie Online-Backups via FTP oder SFTP einsetzen wird.

Kompatibel: Arkeia

Arkeia rühmt sich, der einzige proprietäre Softwarehersteller zu sein, der über 100 Linux-Distributionen unterstützt. Im Enterprise-Bereich gibt sich Arkeia keine Blöße und sichert neben zahlreichen Datenbanken, Groupware-Servern und Novells Verzeichnisdienst E-Directory seit Version 8 auch VMware mit einem eigenen Modul. Die Releasezyklen sind kurz: Zwei große Versionssprünge (7 und 8) hat Arkeia in den letzten beiden Jahren vollzogen, am auffallendsten dabei ist das mit Version 7 eingeführte Webinterface (Abbildung 1) mit Multisite-Management und Backup-Replikation.

Abbildung 1: Installationsfrei, plattformübergreifend und übersichtlich: Mit dem Web-basierten Network Manager von Arkeia lassen sich die Backups vom Browser aus verwalten.

Abbildung 1: Installationsfrei, plattformübergreifend und übersichtlich: Mit dem Web-basierten Network Manager von Arkeia lassen sich die Backups vom Browser aus verwalten.

Die achte Ausgabe konzentriert sich dagegen voll auf Virtualisierung und integriert die VMware-Server ESX und ESXi. Seit Januar 2009 gibt es Arkeia auch als Appliance ab 2000 Euro für eine virtuelle Appliance oder für 2500 Euro auf echter Hardware. Groupwise-, Scalix- oder Informix-Server unterstütz Arkeia nicht, es schreibt Backups auch nicht über FTP oder auf lokale Datenträger.

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