Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

PSSH 1.4.1


Wrapper-Skripte für parallelisierte SSH-Verbindungen

Quelle: [http://www.theether.org/pssh/]

Lizenz: Freeware

Alternativen: Tentakel, Pussh

PSSH ist eine Sammlung aus fünf Python-Skripten, die tägliche Wartungsarbeiten auf mehreren Servern erleichtern. Sie führen Kommandozeilenbefehle parallel auf mehreren Maschinen aus, zum Beispiel einem Cluster. Um welche Rechner es sich dabei handelt, legt eine beim Aufruf übergebene Textdatei fest. Sie enthält pro Zeile einen Hostnamen inklusive SSH-Port und Benutzerkennung. Die Ausgabe der Befehle legt PSSH in einer Datei ab, deren Namen der Benutzer über den Parameter »-o« angibt. So kann er nachvollziehen, wie die einzelnen Rechner auf die ausgeführten Befehle reagiert haben. Standardmäßig wartet PSSH eine Minute auf die Ausführung der Befehle und führt maximal 32 Threads parallel aus, doch diese Werte lassen sich über Parameter verändern.

Neben PSSH enthält das Programmpaket auch die Tools Pscp und Pslrup. Wie der Name vermuten lässt, kopiert Pscp verschlüsselt Dateien auf mehrere Rechner, Pslrup sorgt dagegen für den Rücktransport auf das lokale System. Mit Prsync gibt es sogar eine parallelisierte Rsync-Variante. Pnuke beendet gleichnamige Prozesse auf mehreren Rechnern.

****- Die PSSH-Skriptsammlung erleichtert viele administrative Aufgaben bei mehreren Rechnern. Dazu gehören zum Beispiel das Installieren eines Softwarepakets, das Einsammeln von Logfiles oder das Kopieren einheitlicher Konfigurationsdateien.

Sakura 2.3.3


Kompakter Terminal-Emulator

Quelle: [http://pleyades.net/david/sakura.php]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Termin

Hinter dem klangvollen Namen Sakura verbirgt sich ein leistungsfähiger Terminal-Emulator, der ohne Abhängigkeiten zu Gnome oder KDE auskommt. Er setzt nur GTK und die VTE-Bibliotheken voraus. Dennoch bietet er wie die Gnome- und KDE-Terminal-Emulatoren Reiter für mehrere Sitzungen in einem Fenster. Über die Tastenkombination [Alt]+[Ziffer] wählt der Anwender einen Reiter aus, mit [Alt]+[Pfeiltaste] blättert er durch die Reiter. So hat der Anwender auf alten Notebooks oder Netbooks mit wenig Plattenplatz den vom Desktop-PC gewohnten Komfort.

Schrift und Hintergrund kann der Anwender anpassen. Wer Wert auf Zierrat legt, weist der Konsole ein Hintergrundbild zu oder lässt den Desktop-Hintergrund durchscheinen. Auch das sichtbare und hörbare Signal lässt sich deaktivieren, was besonders die Kollegen im Büro zu schätzen wissen. Laut Dokumentation soll der Benutzer den Sitzungen Namen zuweisen können, was im Test allerdings nicht funktionierte.

**--- Sakura ist ein Terminal-Emulator, der wie Gnome-Terminal und -Konsole auch unter KDE mehrere Sessions über Reiter zugänglich macht. Trotzdem hängt er nicht von einer plattenplatzintensiven Desktopumgebung ab.

Httpry 0.1.4


Packet-Sniffer für HTTP

Quelle: [http://dumpsterventures.com/jason/httpry/]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Whireshark, Tcptrack

Es gibt unter Linux mehrere gute universelle Packet-Sniffer. Den HTTP-Transfer zu überwachen geht aber mit Httpry leichter als mit den Generalisten. Die Konfiguration beschränkt sich dort nämlich auf die für HTTP-Streams erforderlichen Optionen. Httpry gibt die Loginformationen entweder direkt auf der Konsole aus oder schreibt sie im Daemon-Modus in ein Log, dessen Dateinamen der Parameter »-o« festlegt. Mittels eines Formatstrings lässt sich die Ausgabe formatieren. Die Dokumentation erläutert diese Option ausführlich.

Filterausdrücke im Berkeley-Packet-Filter-Format, wie es auch Tcpdump verwendet, filtern die relevanten Ausschnitte des HTTP-Datenstroms heraus. Dabei beschränkt sich Httpry auf Wunsch auch auf bestimmte Adressen, Ports oder Request-Methoden. Die Software schneidet den Traffic allerdings nur mit, ohne ihn zu Statistiken aufzubereiten. Lediglich einige Perl-Skripte, die der Programmautor als Hilfestellung für eigene Lösungen zur Datenanalyse versteht, liegen dem Programmpaket bei.

***-- Wer - ohne an der Webserver-Konfiguration herumzuschrauben - den Datenstrom direkt unter die Lupe nehmen will, benutzt dafür am besten Httpry. Da sich das Tool auf den HTTP-Traffic beschränkt, fallen die Filterregeln einfacher aus als bei Tcpdump.

Cpt 1.3


Proxy für Connect-Requests

Quelle: [http://macarony.de/project/cpt/cpt.html]

Lizenz: MIT

Alternativen: keine

Connect Proxy Tunnel (Cpt) ist ein Proxy, der sich als Wrapper vor einen Webserver schaltet. Die Software leitet alle Requests, die eine Connect-Anfrage enthalten, an andere Dienste wie zum Beispiel einen auf Port 8080 laufenden Tomcat um. Für den Webserver selbst bestimmte Anfragen wie »GET«- oder »POST«-Requests reicht Cpt dagegen direkt weiter. Damit eignet sich die Software besonders als Ergänzung für leichtgewichtige Webserver, die selbst keine mit dem Apache-Modul »mod_proxy« vergleichbare Lösung mitbringen.

Die Konfiguration von Cpt ist gewöhnungsbedürftig: Kommandozeilenparameter oder Config-Files sucht der Administrator vergebens. Er muss vielmehr alle Einstellungen vor dem Kompilieren im Headerfile »cpt_conf.h« vornehmen. Dort legt er fest, auf welchem Port Cpt Requests empfängt und an welchen Port und Host er Connect-Requests weiterreicht. Darüber hinaus lassen sich das Logging und das Nutzerkonto einstellen, unter dem Cpt läuft. Wer nur Connect-Requests von bestimmten Rechnern durchlassen möchte, kann deren IP ebenfalls im Konfigurations-Headerfile hinterlegen. Alternativ lässt Cpt nur Request mit einem bestimmen Header durch. Beide Optionen darf der Administrator kombinieren.

**--- Connect Proxy Tunnel ist ein Ersatz für das »mod_proxy« bei Webservern wie Lighttp. Dass der Administrator die Konfiguration einkompilieren muss, erhöht allerdings den Aufwand beim Verändern von Einstellungen stark. An fertige Programmpakete ist bei diesem Konzept nicht zu denken.

Zsync 0.6


Datei-Synchronisation via HTTP

Quelle: [http://zsync.moria.org.uk]

Lizenz: Artistic License 2.0

Alternativen: Rsync

Zsync ist ein Client für Rsync-artiges Abgleichen von Dateien über HTTP. Änderungen an der Webserver-Software oder der Konfiguration sind dazu nicht erforderlich. Der Administrator muss bloß für jede Datei, die er über Zsync verfügbar machen möchte, eine ».zsync«-Metadatei generieren und auf dem Webserver ablegen. Diese Dateien enthalten alle für das Synchronisieren nötigen Informationen wie die URL der Datei, eine Blockgröße, das Datum der letzten Änderung sowie einen Hashwert. Der Administrator darf dort den Download außerdem mit einem Benutzernamen und einem Passwort beschränken.

Anhand der Informationen aus der Metadatei prüft der Zsync-Client zuerst, ob lokal eine aktuelle Version vorliegt. Ist dies nicht der Fall, ermittelt die Software, welche Blöcke der Datei sich geändert haben. Wie Rsync überträgt auch Zsync nur diese Teile. Zum Starten eines Downloads genügt ein Aufruf des lokalen Zsync-Clients mit der URL der Metadatei. Das beigelegte Skript »zsyncmake« erleichtert das Erzeugen von Metadateien. Hat der Administrator keine Sonderwünsche, übergibt er dazu beim Aufruf lediglich die URL der zu synchronisierenden Datei und ihre Position im Serverdateisystem als Parameter.

***-- Mit Zsycn lassen sich häufig aktualisierte Dateien über einen gewöhnlichen Webserver bereitstellen, ohne dass der Anwender sie bei jeder Änderung vollständig neu herunterladen muss. Metadaten für viele Dateien in Handarbeit erzeugen ist zwar lästig, lässt sich aber leicht mit einem Shellskript automatisieren. Der Webserver darf ohne Änderungen weiterlaufen.

Popper


Message-Popups für Shellskripte

Quelle: [http://phospher.com/index.php/Popper]

Lizenz: GPL

Alternativen: Knotify

Shellskripte können sich normalerweise nur mit einer Textausgabe auf der Konsole bemerkbar machen. Bei lange oder permanent im Hintergrund laufenden Skripten muss der Anwender daher dauernd das Konsolenfenster im Auge behalten, wenn er verzögerungsfrei über Meldungen informiert sein möchte. Lediglich Skripte, die Dialogfenster öffnen, ersparen das dauernde Schielen auf das Shellfenster.

Besonders anwenderfreundlich gestaltet Popper die grafischen Meldungen. Das Tool verwendet Libnotify von GTK 2, um passive Popup-Nachrichten, die wie eine Sprachblase aussehen, am Bildschirmrand anzuzeigen. Diese stören beim Arbeiten weniger als Nachrichten, die als normales Popup-Fenster mitten auf dem Bildschirm erscheinen. Außer dem Meldungstext kann der Entwickler Popper beim Aufruf eine Icon-Grafik übergeben. HTML-Tags formatieren den Text. Außerdem bindet die Software die Ausgabe von Kommandozeilenprogrammen wie »whoami« dynamisch in den angezeigten Text ein.

Damit der Anwender sofort erkennt, welche Relevanz die jeweilige
Nachricht hat, weist der Programmierer dem Popup drei
unterschiedliche Prioritäten zu, die an der Farbe des linken
Popup-Randes erkennbar sind. Wie gut diese Auszeichnungen zur
Geltung kommen, hängt allerdings vom benutzten GTK-Theme ab.
Auch die Zeit, wie lange das Po

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