Patente und Lizenzen
Ein anderes Ungemach sind teure Rechts- und Patentstreitigkeiten, die Geld und Energie binden. Insbesondere in den USA mutieren nicht genau definierte Patente zu "Patentbomben", die Unternehmen in den Abgrund reißen können. Das Urteil im Prozess zwischen Alcatel-Lucent und Microsoft wegen der Verletzung eines Softwarepatents ging mit der Rekordstrafe von 1,14 Milliarden gegen Microsoft aus.
Dem Fraunhofer-Institut musste Microsoft für die Nutzung der MP3-Rechte relativ bescheidene 16 Millionen Dollar zahlen. Der größte US-Netzbetreiber AT&T verklagte Microsoft schon 2001 wegen Verletzung seiner Patente bei der Spracherkennung. Microsoft ist somit zum Gefangenen eines Systems geworden, das es selbst maßgeblich mit errichtet hat. Der Prozessreigen um proprietäre Software dreht sich immer schneller und wird immer unberechenbarer. Dazu kommt, dass es bessere Rechtsschutzmöglichkeiten für kleinere Unternehmen gibt, um sich gegen die Marktmacht von Microsoft und anderer zu wehren.
Microsoft hat sich in einem Gestrüpp aus vielen Rechtsstreitigkeiten mit hohen Streitwerten in vielen Ländern verfangen, was sich lähmend auf die Innovationskraft des Unternehmens auswirkt. Über die vielen Prozesse freuen sich nur die zahlreichen Anwaltskanzleien, die Microsoft beschäftigen muss, um nicht von einer Lawine ungelöster rechtlicher Probleme erdrückt zu werden.
Überflüssig statt flüssig
Microsoft ist zum Synonym für Bloatware geworden: Einem Übel, das darin besteht, Systeme mit für die Mehrzahl der Anwender überflüssigen Features zu überfrachten. Dem steht dann oft das vergleichsweise schlanke und stets flexible Linux gegenüber. Das bestes Beispiel gibt der boomende Markt für Netbooks ab, der anfangs fest in der Hand von Linux-Distributionen war.
Die freie Software genügt völlig zum Bewältigen der Alltagssituationen auf den Mini-Notebooks: Unterwegs im Internet zu surfen oder E-Mails zu verschicken. Als Reaktion darauf und weil Vista auf den im Vergleich zu einem Standard-PC mager ausgestatteten Netbooks nicht zum Laufen zu bringen war, musste Microsoft sein eigentlich schon aus dem Verkauf genommenen Windows XP Home aus dem Keller holen und als als ULCPC-Variante (Ultra Low Cost PC) den Netbook-Herstellern verbilligt antragen.
Doch die Bereitschaft, sich Diktaten von Quasi-Monopolisten zu beugen, sinkt. Viele Konsumenten erkennen, dass Windows auf Netbooks überflüssig ist und zum Beispiel Easy Peasy [3], eine für Netbooks optimierte Version von Ubuntu 8.10, besser und wesentlich flinker sind. Auch die Playstation 3 ist nicht nur eine Spielekonsole, sondern sie lässt sich zugleich auch als Zweit-PC mit Yellow Dog Linux nutzen. Open Source be- und verdrängt hier teure Bloatware aus ganzen Marktsegmenten.
Diesen Artikel als PDF kaufen
Als digitales Abo
Weitere Produkte im Medialinx Shop »
Versandartikel
Onlineartikel
Alle Rezensionen aus dem Linux-Magazin
- Buecher/07 Bücher über 3-D-Programmierung sowie die Sprache Dart
- Buecher/06 Bücher über Map-Reduce und über die Sprache Erlang
- Buecher/05 Bücher über Scala und über Suchmaschinen-Optimierung
- Buecher/04 Bücher über Metasploit sowie über Erlang/OTP
- Buecher/03 Bücher über die LPI-Level-2-Zertifizierung
- Buecher/02 Bücher über Node.js und über nebenläufige Programmierung
- Buecher/01 Bücher über Linux-HA sowie über PHP-Webprogrammierung
- Buecher/12 Bücher über HTML-5-Apps sowie Computer Vision mit Python
- Buecher/11 Bücher über Statistik sowie über C++-Metaprogrammierung
- Buecher/10 Bücher zu PHP-Webbots sowie zur Emacs-Programmierung
Insecurity Bulletin
Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...





