Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Cutmp3 1.9.4


MP3-Dateien automatisiert schneiden

Quelle: [http://www.puchalla-online.de]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: MP3cut, Audacity

Wer MP3-Dateien, zum Beispiel lange Podcasts, in handliche Höreinheiten aufteilen möchte, benutzt dazu normalerweise einen gewöhnlichen grafischen Audio-Editor wie Audacity. Doch mit dem Konsolenprogramm Cutmp3 geht es oft leichter und schneller. Die Software kennt zwei Modi: Ruft der Anwender sie mit einer MP3-Datei als einzigem Parameter auf, startet Cutmp3 interaktiv: Es spielt die übergebene MP3-Datei ab. Mit [A] und [B] setzt der Anwender Anfangs- und Endpunkte für den Schnitt, mit den Zifferntasten spult er die Wiedergabe vor und zurück. Eine einfache X-Window-Version erleichtert die Eingewöhnung: Dort sind die Keyboard-Shortcuts im GUI permanent zu sehen.

Weiß der Anwender dagegen bereits, an welchen Stellen er die Datei schneiden möchte, so benutzt er statt des interaktiven den Schnitttabellen-Modus. Die Schnitttabelle ist eine Textdatei, die pro Zeile die Anfangs- und Endzeit eines Audioschnipsels listet. Die Ausschnitte speichert die Software als durchnummerierte Dateien. Der Präfix-Parameter beim Start von Cutmp3 legt die Art der Nummerierung fest. So lässt sich zum Beispiel eine fehlerhafte Sortierung im Abspielprogramm bei Nummern ohne führende Null vermeiden.

****- Als Kommandozeilenprogramm automatisiert Cutmp3 das Schneiden von MP3-Dateien. (U. Vollbracht)

Portbunny 1.1.1


Schneller Portscanner

Quelle: [http://portbunny.recurity.com]

Lizenz: GPL

Alternativen: Nmap

Portbunny ist ein recht neuer, von den Berlinern Fabian Yamaguchi und Felix Lindner entwickelter Netzwerk-Scanner, der sich wegen seiner Performanz besonders für die Analyse großer Netzwerke eignet.

Die aktuelle Version 1.1.1 enthält neben weiteren Geschwindigkeitsverbesserungen die neuen Congestion-Control-Verfahren TCP-BIC, TCP-Vegas und TCP-Scalable. Letzteres ist nun der Default-Algorithmus, da er insbesondere bei Targets mit hoher Round-Trip-Zeit bessere Ergebnisse zeigt als der bisher genutzte TCP-Reno-Algorithmus. Für die nächste Portbunny-Version planen die Entwickler ein neues Verfahren zur Erkennung von Rate-Limiting Firewalls.

Da Portbunny im Linux-Kernel läuft, ist es empfehlenswert, die Portscans von einem dedizierten System aus durchzuführen. Der Scanner lässt sich über» /dev/portbunny« oder ein Python-Interface steuern.

****- Die Integration von Portbunny in den Linux-Kernel stößt nicht nur bei Professoren für Betriebssysteme auf deutliche Kritik. Dennoch beschleunigt die Software beim Einsatz auf einem dedizierten System wegen ihrer im Vergleich mit Nmap oftmals überlegenen Performanz die Arbeit von Systemadministratoren. (R. Weis)

Urlwatch 1.7


Veränderungen auf Webseiten überwachen

Quelle: [http://thpinfo.com/2008/urlwatch/]

Lizenz: BSD

Alternativen: Watchweb, Htmlobserver

Es gibt viele Programme, die den Anwender über Änderungen auf Internetseiten informieren. Meist zeigen diese Tools nur, welche Seiten sich geändert haben, aber nicht, was sich dort verändert hat. Urlwatch liefert dem Anwender dagegen ein Diff der überwachten Seiten. Die Python-Software puffert die zu beobachtenden Seiten im Konfigurationsverzeichnis und hebt die Änderungen direkt in der HTML-Seite mit der von Unix-Diff her bekannten Unified-Diff-Notation hervor.

Wer die Ausgabe übersichtlicher gestalten möchte, implementiert so genannte Hook-Routinen in Python, die die Ausgabe filtern. So lassen sich bei der Überwachung zum Beispiel sich ständig verändernde Teile der Seiten ausklammern. Einige Beispiel-Hooks sind im Source-Archiv von Urlwatch enthalten. Welche Webseiten Urlwatch im Auge behält, legt die Datei »urls.txt« fest. Zur regelmäßigen Überwachung empfiehlt der Entwickler, die Anwendung in »crontab« einzutragen. Dann hält Cron den Benutzer via E-Mail auf dem Laufenden. Wer zum Verbindungsaufbau einen Proxy benötigt, darf nicht vergessen, dies Urlwatch über die Umgebungsvariable »HTTP_PROXY« mitzuteilen.

***-- Mit Urlwatch muss der Anwender nicht mehr nach den einzelnen Änderungen auf den überwachten Webseiten suchen. (U. Vollbracht)

Fushi 0.04 Public
Beta


E-Learning für Linux-Einsteiger

Quelle: [http://fushi.sourceforge.net]

Lizenz: BSD

Alternativen: keine

Interaktive Lernsoftware ist in der kommerziellen Softwarewelt ein großer Markt. Wer nicht mit Schulproblemen kämpft, sondern vielmehr den Umgang mit der Linux- oder FreeBSD-Kommandozeile erlernen möchte, findet mit Fushi eine Lernumgebung, die das interaktive Prinzip der kommerziellen Programme übernimmt: Fushi beschreibt die Befehle, die der Neuling ausführen soll, zunächst in blau hinterlegtem Text und simuliert dann ihre Ausführung in einer Testumgebung, die sich optisch nicht von einer gewöhnlichen Shell unterscheidet. Die ausgeführten Befehle lassen allerdings das Gastsystem unberührt.

Besonders für Betriebssystem-Umsteiger eignet sich Fushi, weil es die Systeme unter Windows, FreeBSD und Linux simuliert. So kann der Migrant schon üben, bevor er das neue System überhaupt installiert. Auf Windows-Rechnern setzt die Software allerdings die Cygwin-Umgebung voraus.

Die Perl-Anwendung gliedert den Lernstoff in acht Lektionen. Sie behandeln die Navigation im Dateisystem, die Dateiverwaltung, die Benutzerverwaltung, die Prozessverwaltung, das Erstellen und Auspacken von Archiven, wichtige Netzwerk-bezogene Befehle wie »ifconfig« oder »sftp« sowie die Paketverwaltung. Vertippt sich der Lernende, korrigiert ihn die Anwendung, der »hint«-Befehl greift dem Einsteiger mit weiterführenden Erläuterungen unter die Arme.

****- Vor dem Umstieg die neue Umgebung per Simulation kennenzulernen, das mildert die Berührungsängste. Und Umsteiger aus der Windows-Welt gibt es viele - doch es sollte noch mehr geben. (U. Vollbracht)

Bosh 0.5


Programmausgaben überwachen

Quelle: [http://bosh.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Multitail

Die Standardanwendung zum Betrachten langer Ausgaben von Kommandozeilenprogrammen heißt Less. Bosh bietet jedoch mehr als dröges Blättern durch die Bildschirmseiten: Die Browsable Output Shell startet eine interaktive Curses-Oberfläche, in der Benutzer zwischen beliebig vielen Ausgabepuffern wechseln. Zwar kann der Anwender das Tool wie gewohnt via Pipe an einen Befehl anhängen. Seinen vollen Funktionsumfang entfaltet Bosh jedoch erst, wenn es beim Start eine Konfigurationsdatei erhält.

Diese darf aus einem Bash-Skript bestehen, das Bosh-Parameter mit Shellbefehlen kombiniert. Als Beispiel liefert Bosh unter anderem das Skript »boss« mit. Es zeigt die Ausgabe des Befehls »ps« als Liste, definiert Aktionen zum Beenden von Prozessen, zum Anzeigen der von ihnen benutzten Dateien mit »lsof« und des von den überwachten Programmen belegten Speichers mit »pmap«.

Eine Minimalkonfiguration nennt das aufzurufende Kommandozeilenprogramm und die zu verwendende Shell. Darüber hinaus definiert sie Tastenkürzel, die die zu überwachenden Programme starten. Ihre Ausgabe schreibt Bosh entweder in den aktuellen Buffer oder öffnet für jeden Aufruf in einen neuen. Mit den Pfeiltasten navigiert der Anwender durch die Schnappschüsse. Die Tastenkombination [Strg]+[O] filtert den aktuellen Buffer mit Hilfe externer, nicht in der Konfigurationsdatei festgelegter Programme. Dies überschreibt den Bufferinhalt jedoch unwiderruflich.

***-- Bosh überwacht mehrere Programme parallel oder vergleicht den Inhalt der Ausgabebuffer zu verschieden Zeitpunkten. (U. Vollbracht)

Mboxstats 3.0


Mail-Statistiken

Quelle: [http://www.vanheusden.com/

mboxstats/]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Mailliststat, Mboxsecretary

Wer schreibt mir am fleißigsten? Mboxstats wertet Mail-Archive im Mbox-Format hinsichtlich dieser und weiterer Fragestellungen aus. Es erstellt eine tabellarische Statistik über die am meisten benutzten Betreffzeilen, die häufigsten Empfänger- und Absenderadressen sowie die meistbenutzten E-Mail-Clients. Es errechnet außerdem das durchschnittliche Mail-Aufkommen pro Monat, Tag oder Stunde, die durchschnittliche Größe der Mails und führt über das Anwachsen der Mailbox Buch. Die Statistik gibt außerdem Auskunft darüber, wie viele Attachments die Mails im Schnitt enthalten, wie viele Mails signiert sind, an welchem Tag die meisten Mails eingegangen sind oder wann die Mailflut den stärksten Netzwerk-Traffic verursacht hat.

Standardmäßig zeigt Mboxstats bei Rankings nur die obersten zehn Werte an, auf Wunsch erzeugt die Software jedoch auch eine vollständige Aufstellung. Der Anwender wählt beim Ausgabeformat zwischen einer Textdatei und einem XML-File. Auf Wunsch schließt die Software bestimmte Mailadressen aus oder analysiert die Daten gesondert nach Nutzern. Ein Aufruf per Cron sorgt für eine regelmäßige Auswertung.

****- Wer Mbox als lokales Mailfolder-Format benutzt, erhält mit Mboxstats nicht nur Informationen über genutzte Netzwerkbandbreite, sondern vielleicht auch einen Hinweis, womit er das eine oder andere Stündchen Arbeitszeit verbracht hat. (U. Vollbracht/pkr)

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