Open Source im professionellen Einsatz

Java bringt Webserver mit

Das JDK 6 bietet eine integrierte Laufzeitumgebung für Webservices, die Anwender leicht aufsetzen. Die Server-Klasse in Listing 2 bietet hierbei nur eine »main()«-Methode zum Starten via Konsole und bindet den Service an einen bestimmten Endpoint. Dieser Endpoint enthält die Adresse, unter der der Service per HTTP zu erreichen ist. Beim Übersetzen generiert Java die notwendigen Klassen, um XML in Java-Methodenaufrufe umzuwandeln:

javac -d bin src/de/lm/wssample/server/*.java
wsgen -cp bin -s src -d bin de.lm.wssample.server.KundenAnfrage

Weil er später eine WSDL-Datei benötigt, ruft der Programmierer »wsgen« mit der Option »-wsdl« auf:

wsgen -cp bin -s src -d bin -wsdl de.lm.wssample.server.KundenAnfrage

Für den Server startet der User einfach die Server-Klasse als Java--Applikation:

java -cp bin de.lm.wssample.server.Server

Um wie in Abbildung 4 zu kommunizieren, fehlt nun noch der Client.

Abbildung 4: Der Clientcode ruft Stubs auf, die sich mit der WS-Laufzeitumgebung verbinden. Diese überträgt Nachrichten per SOAP zum Server. Dort erreichen die Daten schließlich die Service-Implementation.

Abbildung 4: Der Clientcode ruft Stubs auf, die sich mit der WS-Laufzeitumgebung verbinden. Diese überträgt Nachrichten per SOAP zum Server. Dort erreichen die Daten schließlich die Service-Implementation.

Listing 2: Implemenation des
Webservice

01 package de.lm.wssample.server;
02 
03 import javax.xml.ws.Endpoint;
04 
05 public class Server
06 {
07    /**
08      * Startet Server für den Kundenabfrage-Service
09      */
10    public static void main(String[] args)
11    {
12      KundenAnfrage service = new KundenAnfrage();
13      Endpoint endPoint = Endpoint.publish(
14      "http://localhost:8088/kundenanfrage", service);
15     }
16 }

WSDL gebiert Client

Das JDK 6 generiert auch Klassen, die die XML-Verwaltung und den Versand der Nachrichten kapseln. Um diese Stubs zu erzeugen, verbindet sich das Java-Programm »wsimport« zum Server und holt sich von dort die WSDL-Definitionen. Der vom Tool generierte Code für den Client besteht aus einer als Stub bezeichneten Java-Klasse (siehe Listing 3). Er lässt den Service-Aufruf wie eine lokale Methode aussehen. Entwickler sollten bedenken, dass sie eine Methode in einem entfernten System aufrufen. Daher müssen sie Verbindungsabbrüche und Timeouts einplanen.

Listing 3: Client-Stubs
generieren

01 wsimport -p de.lm.wssample.client.generated 
02          -keep -d bin 
03          -s src http://localhost:8088/kundenanfrage?wsdl

Listing 4: Service-Stubs
aufrufen

01 package de.lm.wssample.client;
02 
03 import de.lm.wssample.client.generated.KundenAnfrage;
04 import de.lm.wssample.client.generated.KundenAnfrageService;
05 
06 public class ServiceClient {
07    public static void main(String[] args) {
08      KundenAnfrageService server =
09                           new KundenAnfrageService();
10      KundenAnfrage svc =
11                    server.getKundenAnfragePort();
12       System.out.println("Anfrage: " + args[0]);
13       String antwort = svc.stelleAnfrage(args[0]);
14       System.out.println("Antwort: " + antwort);
15     }
16 }

JAX-WS unterstützt ab Version 2.0 als Teil des JDK 6 sowohl den synchronen, also blockierenden, Aufruf, als auch den asynchronen Aufruf einer Service-Methode, der etwas mehr Code benötigt. Listing 4 implementiert einen Client, der den Webservice synchron aufruft.

Programmierer übersetzen ihn mit dem Compiler »javac« und starten ihn mit

javac -d ./bin -cp ./bin src/de/lm/wssample/client/ServiceClient.java
java -cp bin de.lm.wssample.client.ServiceClient "Schneit es auf dem Mond?"

Der Clientcode ruft die Methode des Service-Stubs auf und erhält den Rückgabewert der Operation des entfernten Service. Der Webservice bearbeitet die Frage "Schneit es auf dem Mond?" und der Client gibt das Beispiel auf der Standardausgabe aus. Abbildung 5 zeigt alle verwendeten Dateien im Überblick.

Abbildung 5: Der Java-Code im Dateisystem als Eclipse-Projekt. Für das Beispiel reichte auch ein Vi.

Abbildung 5: Der Java-Code im Dateisystem als Eclipse-Projekt. Für das Beispiel reichte auch ein Vi.

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