Admins auf die Schulbank
Nicht nur bei der Technik, sondern auch bei denen, die damit umgehen, tut sich einiges. Reichte es bisher aus, für eine gelegentliche Testinstallation einen virtuellen PC per Mausklick zu erzeugen, so gehört Virtualisierung immer mehr zum Kanon der Admin-Fertigkeiten. Neuerscheinungen, Schulungen und Spezialkonferenzen werfen ihre Schatten voraus.
Admins in diesem Bereich sollten sich anschauen, ob, wo und wie ihnen Virtualisierung hilft Ressourcen zu sparen, Testing vereinfacht und Sicherheit erhöht. Das nennen zumindest Admins als drei der beliebtesten Nutzungsmöglichkeiten. Und es gilt, vorbereitet zu sein: Einige munkeln, dass auch die Blackhats Virtualisierung als Hilfsmittel für ihre lästerlichen Umtriebe entdecken.
Die Distributoren begreifen das Thema immer mehr als integrale Kernkomponente ihrer Produkte. Weil es jedoch nicht für jeden und überall sinnvoll ist und einige Technologien auch nur mit bestimmter Hardware funktionieren, installieren die Anbieter Virtualisierung normalerweise nicht vor. Die populärsten Tools sind aber auf allen aktuellen Versionen der Distributionen verfügbar. Meist sind sie auch mit einem einzelnen Kommando, eventuell noch einem Reboot, zu installieren. Die Ernsthaftigkeit, mit der Anbieter diese Werkzeuge pflegen, wird aber hoffentlich zunehmen.
Gewinner und Verlierer
Trotz großer Vielfalt in der technischen Konzeption ist gegenwärtig nicht abzusehen, dass eine der großen Techniken verschwinden wird. Xen war eine Virtualisierungslösung der ersten Stunde unter Linux, aber nach wie vor warten Entwickler auf einen Vanilla-Kernel, der als Host nutzbar ist - man fragt sich, wieso ein Riese wie Citrix da nicht ein paar Leute ransetzt. Dennoch nutzen Amazon und anderen Hostinganbieter den Ansatz, der auch in Virtualisierungslösungen von Oracle, Sun und Suse sowie auf vielen Buchtiteln vertreten ist.
Bei Hostern nehmen Virtuozzo beziehungsweise OpenVZ eine beherrschende Rolle ein. Andererseits ist Anbieter Parallels nie richtig über diesen Markt hinaus erfolgreich gewesen - ob das russische Unternehmen hier Pläne hat, erscheint gegenwärtig eher fraglich. Einzig VServer droht zwischen all den großen Projekten in seiner Nische zu verschwinden.
Richtig spannend wird es bei KVM, dem erklärten Liebling vieler Kernelentwickler. Kein Wunder also, dass die Software schon länger Teil des Kernels ist. Bereits vor dem Kauf von Qumranet durch Red Hat hat sich die Variante schnell in Richtung Stabilität und Professionalität entwickelt. Red Hat kündigt seinerseits weitere Entwicklungsarbeit an einem Embedded-Hypervisor an, der auf KVM aufsetzt. Nebenbei hat sich der Distributor so auch den Zugriff auf die Verwaltungsplattform Solid Ice gesichert.
Bleibt der Desktop. VMware gibt\'s seit Jahren kostenlos, aber nicht frei. Mittlerweile können auf dem Desktop Virtual Box und selbst KVM so gut wie das Gleiche (Abbildung 1). Letzterer dürfte in diesem Jahr noch an Bedeutung gewinnen, wenn man die Sympathie einrechnet, die viele dem Projekt entgegenbringen.
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