Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Themen: Verzeichnisse komfortabel vergleichen, Verzeichnisse synchron halten, Portsharing für SSH und SSL, Distributionsübergreifend Pakete suchen, Universelles Backup-Frontend

X Recurse Diff 1.6.3


Verzeichnisse komfortabel vergleichen

Quelle: [http://www.matteolucarelli.net/xrecursediff/index_en.htm]

Lizenz: GPL 2

Alternativen: Dirdiff, Xxdiff

Verzeichnisse, die auf den ersten »ls«-Blick identisch aussehen, sind es nicht immer. Wer es genau wissen will, veranstaltet entweder eine »diff«-Orgie oder nimmt ein Tool wie X Recurse Diff. Das Programm durchforstet ganze Verzeichnisbäume und fördert dabei die Datei-Unterschiede zutage. Mit welcher Genauigkeit X Recurse Diff vorgeht, entscheidet der Arbeitsmodus. Dem Anwender stehen die drei Modi »Library«, »Project« und »Files/Directory« zur Auswahl.

Im File-Modus vergleicht das Programm den Inhalt gleichnamiger Dateien und stellt die gefundenen Unterschiede farblich dar. Anders als beispielsweise Xxdiff hat der Anwender jedoch nicht die Möglichkeit, Änderungen zu übernehmen oder eine Datei zu bearbeiten. Im Library-Modus prüft das Programm nur, welche Dateien im jeweils anderen Verzeichnis nicht vorkommen, den Datei-Inhalt berücksichtigt es dabei nicht.

Beim Projekt-Modus schließlich bezieht X Recurse Diff zusätzlich den Dateipfad in seinen Vergleich mit ein. Mit Hilfe von Filtern und der Case-Sensitive-Funktion darf der Anwender zudem den Suchumfang eingrenzen. Dabei sind auch ausschließende Filter definierbar.

** Wer ohne Aufwand Verzeichnisse vergleichen will, findet in X Recurse Diff einen guten Helfer.

Dir Sync Pro 1.0


Verzeichnisse synchron halten

Quelle: [http://directorysync.sourceforge.net]

Lizenz: GPL 3

Alternativen: Dirsync, Rsync

Der Datenabgleich zwischen zwei Rechnern birgt Tücken. Spielen gar noch unterschiedliche Betriebssysteme mit, ist Chaos programmiert. Hier hakt Dir Sync Pro (Directory Synchronize Pro) ein: Als Java-Programm läuft es fast überall und gefällt durch seine strukturierte Oberfläche. Sie erlaubt die abzugleichenden Verzeichnisbäume per Label zu kennzeichnen und mit Synchronisationsparametern zu versehen. Für umfangreiche Synchronisationen vereinigt und speichert ein Satz viele Labels für später.

Parameter steuern den Verlauf zum Beispiel so, dass die Synchronisation bestimmte Dateien oder Verzeichnisse ausschließt oder explizit einbezieht. Außerdem kann der Anwender festlegen, bei welchen Veränderungen Dir Sync Pro eine Datei abgleicht. Zur Auswahl stehen: »Neue Datei«, »Änderung der Dateigröße« oder »Änderung des Dateiinhalts«. In der Standardeinstellung gleicht das Programm nur neue Dateien und solche mit verändertem Inhalt ab.

**** Dir Sync Pro ist eine Synchronisationslösung, die es mit Platzhirsch Rsync aufnehmen kann. Die Oberfläche und die Implementierung in Java machen es zum idealen Werkzeug für Leute, die oft das Betriebssystem wechseln.

Sslh 1.5


Portsharing für SSH und SSL

Quelle: [http://www.rutschle.net/tech/sslh.shtml]

Lizenz: GPL 3

Alternativen: keine bekannt

Wer hinter einer Firewall sitzt oder bloß den SSH-Port seines Servers verstecken will, kann mit dem Wrapper Sslh SSH- und SSL-Verbindungen über einen Port führen. Sslh ist das in C implementierte Comeback des gleichnamigen Perl-Skripts, das durch bessere Performance und geringeren Ressourcenbedarf glänzt.

Das Tool ist sofort kompiliert und liefert Standardskripte für Default- und »init.d«-Verzeichnisse mit. Eine »INSTALL«-Routine besitzt das Makefile nicht, sodass der Anwender Programm und Skripte von Hand im Verzeichnisbaum zu verteilen hat. Falls nicht anders konfiguriert, lauscht Sslh an Port 443 auf eingehende Verbindungen. Eine ankommende SSH-Connection leitet das Tool an Port 22 des Loopback-Interface weiter, SSL-Verbindungen an Port 442.

Die Unterscheidung der eingehenden Protokolle erfolgt anhand des Verbindungsaufbaus. Schreibt der Client beim Aufbau bereits Daten in den Socket, geht das Programm von SSL aus, andernfalls vom SSH-Protokoll.

Zum Aufruf von Sslh sind Root-Rechte erforderlich, die das Tool aber umgehend wieder abgibt, danach läuft es als Nutzer Nobody weiter. Dies kann der Anwender, ebenso wie alle anderen Parameter, via Kommandozeilen-Option ändern.

**** Sslh ist eine simpel zu realisierende Chance für alle, die ihren SSH-Server nur gelegentlich benötigen und ihn darum zu verstecken trachten.

Whohas 0.21


Distributionsübergreifend Pakete suchen

Quelle: [http://www.philippwesche.org/200811/whohas/intro.html]

Lizenz: GPL 2

Alternativen: keine bekannt

Mancher Verwalter einer ganzen Serverfarm betreut zugleich einen ersprießlichen Zoo aus Distributionen. In dieser ländlichen Konstellation gleicht die Suche nach einem Paket in den Distributions-Repositories der nach der Stecknadel im Heuhaufen. Jetzt naht Hilfe in Form des Perl-Skripts Whohas.

Das Tool bekennt sich zu 13 unterschiedlichen Repositories, von gängigen Linux-Distributionen wie Debian, Fedora, Open Suse oder Ubuntu bis hin zu Free-, Net- und OpenBSD. Selbst Fink- und Macports-Repositories, die dem Mac-OS-X-Anwender den Einsatz von Open-Source-Software auf dem Mac erleichtern, durchkämmt Whohas.

Um sich auf die Suche nach einem Paket zu machen, reicht es schon, »whohas« mit dem Paketnamen als Parameter zu starten. Das Programm klappert daraufhin seine komplette Repository-Liste nach dem Paket ab. Das Ergebnis erscheint als tabellarische Auflistung mit Distributions- und Paketnamen, Versionsnummer und sogar mit Download-Link - natürlich je nach Distribution.

Da die Ergebnisliste bei 13 Repositories schnell unübersichtlich gerät, kann der Anwender mit dem Parameter »-d« die zu durchsuchenden Paketquellen festlegen - Kommas trennen sie. Das mitgelieferte Readme erklärt diese Option leider nicht, nur im Sourcecode wird man fündig. Eine Hilfefunktion fehlt ebenso wie Proxy-Unterstützung - wer hinter einer Firewall sitzt, muss sie wohl oder übel für Whohas öffnen.

*** Whohas ist für den geplagten Pfleger vielerlei Distributionen eine echte Arbeitshilfe. Ein Proxy-Support in künftigen Versionen und etwas Doku würden das Tool noch attraktiver machen.

Synbak 1.2.2


Universelles Backup-Frontend

Quelle: [http://www.initzero.it/products/opensource/synbak/]

Lizenz: GPL 3

Alternativen: Simplebackup, Bacula, Amanda, Arkeia, SEP Sesam

Keine Datensicherung ist auch keine Lösung des vermeintlichen Problems: "Ist uns zu umständlich!" Doch Hilfe naht: Synbak. Das Shellskript steuert wichtige Linux-Backuptools und fasst sie in einem Kommandozeilenprogramm zusammen. Auf diese Weise bleibt für den Anwender die Syntax des Programmaufrufs identisch, egal ob er Dateien oder Datenbanken sichert. Dabei koordiniert Synbak nur den Ablauf, zur eigentlichen Sicherung greift das Tool auf »rsync«, »tar«, »wget«, »exp« oder »mysqldump« zurück. Das Backup landet dann wahlweise auf Festplatte, Netzwerkfreigaben, Streamerbändern oder DVDs.

Jedes Backupsystem benötigt eine eigene Konfigurationsdatei, die im Unterverzeichnis der verwendeten Backupmethode im Synbak-Verzeichnis des Anwenders liegt. Hier legt der Nutzer auch fest, welche Dateien oder Verzeichnisse Synbak sichern soll, auf welches Medium, ob es inkrementell sichert oder wie lange es alte Sicherungen aufbewahrt. Die Kommandozeile eröffnet zudem die Möglichkeit, beim Aufruf methodenspezifische Parameter zu übergeben.

Pro Sicherung verfasst das Programm einen Sicherungsreport sowohl als reinen Text als auch als HTML-Datei. Das Zurückspielen der Synbak-Sicherung eines gecrashten Rechners muss der Anwender mit den Linux-Tools von Hand machen.

**** Da Synbak ein reines Kommandozeilenprogramm ist, eignet es sich hervorragend zum Einsatz in der Crontab. Es unterstützt alle wichtigen Backuptools und durch die Report-Funktion behält der Nutzer den Überblick, was Synbak gesichert hat. (U. Vollbracht/dko/jk)

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