Open Source im professionellen Einsatz

Publikumslieblinge

Der Browser Firefox, ebenfalls ein Schwergewicht unter den freien Anwendungen, zählte 2008 seine dritte Hauptausgabe. Mozilla kann bei den Benutzern ebenfalls im mehrfachen Millionenbereich mitspielen und hat mit über 8 Millionen Downloads in 24 Stunden einen Guiness-Rekord aufgestellt [http://www.spreadfirefox.com/de/worldrecord]. Nur beim freien E-Mail-Client Thunderbird geht es weniger flott voran. Die Version 3.0 hat aber Mitte Dezember die Betatestphase erreicht. Viele Neuerungen bringt der Dreier aber nicht.

Netbooks zuhauf

Dem Eee-PC 701 von Asus gebührt wohl die Ehre, den Netbook-Markt ins Rollen gebracht zu haben. Asus hat das erste Modell der Mini-Notebooks (Abbildung 4) mit Linux ausgestattet und wurde vom Ansturm der Käufer überrannt. Lieferprobleme bei den Displays sorgten für schmerzvolle Engpässe bei der Auslieferung und ebensolchen Gesichtern bei den Marketingleitern des Herstellers. Dass Microsoft sein Windows XP auf die Kleingeräte von Asus packen ließ, war bei dem durch den Eee-PC verursachten Hype wenig verwunderlich. Die nachziehenden Mitbewerber rüsteten die Mini-Notebooks zum Teil dennoch mit Linux aus, was sich bald in den Verkaufszahlen niedergeschlagen hat: Waren im Januar 2007 nur 0,1 Prozent der in Deutschland verkauften Notebooks mit Linux bestückt, ergab die Befragung der deutschen Großhändler im Juni 2008 einen Anteil von rund 4 Prozent.

Obwohl ein guter Teil der Pionierarbeit dem Projekt One Laptop per Child (OLPC) anzurechnen ist, haben die im Jahr 2008 eingeführten Netbooks einen Formfaktor begründet, der nun bei nahezu allen Hardware-Anbietern fest im Repertoire verankert ist.

Feiertage

Am 27. September 2008 feierte das GNU-Projekt seinen 25. Geburtstag. Mit dem GCC und der Bash schuf GNU wichtige Voraussetzungen für heutige Linux-Distributionen.

Im November 1988 hatte der 22-jährige Student Robert Tappan Morris den ersten Internetwurm in die freie Wildbahn entlassen. Der sollte nach Morrisens Idee zählen, wie viele Rechner ans damals überschaubare Internet angeschlossen waren. Er nistete sich über Schwachstellen in Unix auf den Systemen ein. Einige Unzulänglichkeiten sorgten dafür, dass das Programm Systeme mehrfach ansteckte und sie überlastete. Morris hatte damit vor 20 Jahren, wenn auch eher unfreiwillig, die Denial-of-Service-Attacke mitentwickelt.

Im August feierte die Distribution Debian GNU/Linux ihr 15-jähriges Bestehen. Entwickler und Anwender richteten weltweit zum "Debian Day" Partys aus. "Liebe Linux-Kollegen", schrieb Debian-Gründer Ian Murdock 1993, "ich möchte nur auf die baldige Fertigstellung einer brandneuen Linux-Release hinweisen, die ich Debian Linux nenne." Zeit also, das 15-jährige Jubiläum zu feiern.

Den 22. November streichen sich alle im Kalender an, die nach fünf Jahren Prozess zwischen Novell und SCO nicht mehr wissen, was vorne und hinten ist. Das abschließende Urteil des Gerichts aus Utah liegt vor und bestätigt: Die Rechte an Unix gehören Novell. SCO, finanziell stark angeschlagen, schuldet Novell somit theoretisch rund 2,5 Millionen US-Dollar.

Erst ein Jahr jung ist die letzte Kreation des KDE-Teams: Die Version 4 vom Januar 2008 macht gerade ihre ersten wackligen Schritte.

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