Das Datenmodell
Grundlage der Datenbank und des XML-Austauschformats der OSM-Daten ist sein Datenmodell, das drei grundlegende Objekttypen umfasst: Node, Way und Relation (Abbildung 8). GIS-Spezialisten mag überraschen, dass kein spezifischer Objekttyp für flächenhafte Objekte (Polygone) existiert, sondern OSM diese vollständig über Closed Ways realisiert. Jedes Objekt kennt optionale Attribute, Tags genannt, die aus einem Key und einem Wert bestehen. Diese Key-Value-Paare ordnen den Typen weitere Beschreibungen zu. Jeder Node und jeder Way erhalten in der OSM-Datenbank einen eigenen, eindeutigen und numerischen Identifikator (ID), über den sich die Objekte abrufen, bearbeiten und löschen lassen.
Abbildung 8: Nodes sind das Grundelement der Openstreetmap-Daten, Linien und Umrisse setzen sich aus einzelnen Ways zusammen. Jeder Node muss mindestens drei Attribute enthalten: ID (»id«), geografische Länge (»lat«) und geografische Breite (»lon«).
Die OSM-Nodes reichen aus, um einzelne geografische Punkte oder Orte wie Sehenswürdigkeiten, Ortschaften, Städte und andere Points of Interests (POI) zu beschreiben. Mit den Ways sind dann Start-, End- und alle Zwischenpunkte einer Linie sowie der Umriss einer Fläche möglich. Ein Way ist in OSM ein Linienzug, der aus mehreren durch Geraden verbundenen Nodes besteht. Ways beschreiben hauptsächlich Straßen und Wege, aber auch Elemente wie Flächen, Flüsse oder Eisenbahnlinien.
Relationen modellieren im OSM-Datenmodell Beziehungen zwischen den OSM-Objekten. Jedem Node oder Way lassen sich beliebig viele Map-Features zuordnen, die ein umfangreicher, offener Objektartenkatalog definiert [17]. Auf [18] diskutieren die OSMler neue Features, wer die Ankunft seines Feature nicht erwarten kann, verfolgt den aktuellen Stand auf Tagwatch [19].
Openrouteservice
Dass die Daten und das Datenmodell schon heute für andere Anwendungen verwendbar sind, zeigt Openrouteservice. Mittlerweile deckt ORS neben Deutschland auch die Schweiz, Österreich, Belgien, Italien, Lichtenstein, Dänemark und das ehemalige Heimatland von Openstreetmap, Großbritannien, mit Irland ab. Weitere Staaten sind in Arbeit.
Openrouteservice ist aber weit mehr als ein einfacher Routenplaner, er bündelt mehrere Dienste der Open Location Services (OGC OpenLS, [20]) als Funktionen wie einen Gelbe-Seiten-Dienst für die freie Umgebungssuche, Geocoding und Reverse Geocoding für Adressensuche in einem Webportal.
Neben den einfachen Routingfunktionen stehen dem Benutzer Zusatzfunktionen wie Ausschlussgebiete, Verkehrsinformationen über den Traffic Message Channel (RDS-TMC, [21]), ein Directory-Service mit Points of Interest und die vom aktuellen Standort aus innerhalb einer vorgegebenen Zeit erreichbaren Regionen zur Verfügung (Abbildungen 9 und 10).
Abbildung 9: Openrouteservice kennt Ausschlussgebiete, die die Routenberechnung vermeiden soll. Die Reisedauer lässt sich in Echtzeit berechnen, inklusive immer aktueller Verkehrsdaten aus dem RDS-TMC. Dazu kommt eine Umgebungssuche, die auch den nächsten Biergarten findet.
Diesen Artikel als PDF kaufen
Express-Kauf als PDF
Umfang: 6 Heftseiten
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)
Als digitales Abo
Weitere Produkte im Medialinx Shop »
Versandartikel
Onlineartikel
Alle Rezensionen aus dem Linux-Magazin
- Buecher/07 Bücher über 3-D-Programmierung sowie die Sprache Dart
- Buecher/06 Bücher über Map-Reduce und über die Sprache Erlang
- Buecher/05 Bücher über Scala und über Suchmaschinen-Optimierung
- Buecher/04 Bücher über Metasploit sowie über Erlang/OTP
- Buecher/03 Bücher über die LPI-Level-2-Zertifizierung
- Buecher/02 Bücher über Node.js und über nebenläufige Programmierung
- Buecher/01 Bücher über Linux-HA sowie über PHP-Webprogrammierung
- Buecher/12 Bücher über HTML-5-Apps sowie Computer Vision mit Python
- Buecher/11 Bücher über Statistik sowie über C++-Metaprogrammierung
- Buecher/10 Bücher zu PHP-Webbots sowie zur Emacs-Programmierung
Insecurity Bulletin
Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...





