Open Source im professionellen Einsatz

Das Projekt Weltkarte

Unwägbarkeiten begegnet das Projekt mit schlichtem Pragmatismus. Diese klare, einfache Struktur hat den Datenbestand von OSM in nur vier Jahren von 0 auf sagenhafte 4,2 Bz-2-komprimierte GByte anwachsen lassen. Als Quellen für die OSM-Daten dienen:

  • GPS-Daten von Navigationsgeräten (Waypoints und Tracks zum
    Beispiel aus ».kml«- und
    ».gpx«-Dateien)
  • Frei nutzbare Satellitenbilder, zum Beispiel der NASA [6]
  • Frei verfügbare Geodaten
  • Karten mit abgelaufenem Copyright
  • Vor-Ort-Kenntnisse der Benutzer

Bis Herbst 2008 haben gut 70000 Benutzer rund 550 Millionen GPS-Waypoints erfasst, hochgeladen und editiert.

Technologisch besteht Openstreetmap aus den vier Komponenten Karteneditor, Geodatenbank, Kartenrenderer und Kartenviewer. Den Anfang machen Editoren wie Potlatch [7], ein Flash-Online-Editor für den Webbrowser oder der verbreitete Java-Openstreetmap-Editor (JOSM, [8], Abbildung 6) mit seinen vielen Plugins. Die damit eingetragenen Daten landen auf einem zentralen MySQL-Server in einem Serverraum des University College of London. Verschiedene Renderer generieren die OSM-Karten, die die Viewer in Anwendungen oder im Browser darstellen. Interessierte finden einen guten Vergleich der Editoren auf [9].

Abbildung 6: Der in Java geschriebene Editor für Openstreetmap JOSM bearbeitet Benutzerkarten anhand von GPS-Daten oder lädt dafür Onlinekarten.

Abbildung 6: Der in Java geschriebene Editor für Openstreetmap JOSM bearbeitet Benutzerkarten anhand von GPS-Daten oder lädt dafür Onlinekarten.

Auf Wunsch verteilt: Tiles@home

Osmarender [10] und Mapnik [11] dienen OSM als Kartenrenderer. Weil es große Mengen Rechenzeit kostet, eine Karte aus den gespeicherten Vektordaten zu generieren, berechnen alle Engines vorgerenderte Kacheln (Tiles) auf dem Server, die sie als Bilddateien an die Browser der Benutzer ausliefern.

Der Osmarender erzeugt dabei SVG-Vektorgrafiken aus OSM-Daten, wobei die entsprechenden Styles und Regeln in einer separaten Metadatei vorliegen. Das Tiles@home-Projekt [12] verwendet ihn im Seti-Stil für verteiltes Rendern der Kartenkacheln. Benutzer stellen dabei einem Perl-Skript Rechenzeit zur Verfügung, um Millionen von Tiles in Hunderten GBytes zu erstellen und sie auf Mirrors zu hosten. Änderungen oder Ergänzungen an den OSM-Daten sind folglich nicht sofort in den Karten sichtbar. Die Kacheln des Mapnik-Servers werden mindestens einmal pro Woche aktualisiert, bei Tiles@home lässt sich die Aktualisierung der Kacheln auch anstoßen.

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