Open Source im professionellen Einsatz

Freie 3D-Dienste

All diese Standard-Dienste greifen auf speziell aufbereitete Daten von Openstreetmap zu, Entwickler können sie nach Belieben in Anwendungen integrieren oder eigenständig nutzen. Die noch im Aufbau befindliche 3D-Geodaten-Infrastruktur GDI-3D [22] verwendet beispielsweise den Open Location Services (OpenLS) Directory Service, um die POIs dreidimensional auf einem digitalen Geländemodell darzustellen. Vor allem das Projekt Heidelberg 3D [23] demonstriert die Möglichkeiten, die dieses offene Konzept bietet.

Auch Openrouteservice nutzt eine ganze Kette von OGC-Diensten wie den OGC Sensor Observation Service (SOS, [24]) und den Web Processing Service (WPS, [25]), um die von Radio und Navigationsgeräten bekannten RDS-TMC-Daten in der Karte anzuzeigen (Abbildung 10). Der Anwender aktiviert im Webfrontend einfach ein Optionsfeld, und schon berechnet ORS die optimale Route und die zu erwartende Dauer in Abhängigkeit von Staus, Baustellen und zu erwartender Verkehrsdichte. TMC ist in der aktuellen Version aber nur für Nordrhein-Westfalen und Bayern integriert.

Openrouteservice als Java-6.0-Programm läuft als Servlet in einem Tomcat-Server ab Version 5.5. Die Kommunikation erfolgt OLS-typisch über HTTP-Posts und in Form von XML-kodierten Anfragen und Antworten. Alle benötigten Daten des Dienstes sind in einer PostgreSQL-PostGIS-Datenbank gespeichert, der Informationsaustausch zwischen den OpenLS-Services (Abbildung 11) und der Datenbank findet über JDBC statt.

Abbildung 11: Hinter dem Webfrontend von Openrouteservice steckt ein komplexes Modell verschiedener Services mit klar umrissenen Funktionen. Neben den vier Hauptkomponenten Viewer, Services, Renderer und Datenbanken fallen vor allem die umfangreichen Open Location Services (OpenLS) auf.

Abbildung 11: Hinter dem Webfrontend von Openrouteservice steckt ein komplexes Modell verschiedener Services mit klar umrissenen Funktionen. Neben den vier Hauptkomponenten Viewer, Services, Renderer und Datenbanken fallen vor allem die umfangreichen Open Location Services (OpenLS) auf.

Performance-Messung

Tests mit unterschiedlichen Routing-Bibliotheken (Geotools oder Pgrouting) und -Algorithmen (Dijkstra, A*) und Routen-Längen zeigen bei kurzen Routenberechnungen keine großen Geschwindigkeitsunterschiede. Soll das System allerdings größere Routen im Bereich von mehreren Hundert Kilometern ermitteln, rechnet die ORS-eigene optimierte Java-Implementierung des A*-Algorithmus am schnellsten.

Openstreetmap existiert seit vier Jahren, Openrouteservice noch nicht einmal ein Jahr. Auch wenn ORS noch manchmal hakt oder etwas länger braucht, um Abfragen zu beantworten, schreitet die Entwicklung doch rasant voran: Im Herbst 2008 waren schon über 6 Millionen Straßensegmente enthalten, Karten- und POI-Daten für ganz Europa sind in Arbeit. Neben dem Web-GUI haben Entwickler erste mobile Clients für Smartphones und PDAs mit Webbrowser oder über Java-Midlet-Technologie entwickelt, zum Beispiel für Googles Android-Plattform.

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