Open Source im professionellen Einsatz

Axis2

Alle genannten Programmiersprachen unterstützen auch SOAP-Webservices, jedoch variiert die Abdeckung des SOAP-Standards. Für Java besteht mit dem Axis2-Toolkit [5] aus dem Apache-Projekt ein leistungsfähiges Open-Source-Framework, das zusammen mit einem Java-Webcontainer wie Tomcat [6] beliebige Java-Klassen als Webservice nutzbar macht.

Noch einfacher gelingt das mit dem Wizard aus dem Eclipse Web Toolkit (WTP), den Abbildung 2 zeigt. Als Beispiel aus dem Bankwesen implementiert die gezeigte Java-Klasse modellhaft die Verarbeitungsschritte eines stark vereinfachten Kredit-Genehmigungsprozess. Axis2 generiert dabei automatisch auch das WSDL-Dokument. Zudem bietet es mit WSS4J auch Unterstützung für den WS-Security-Standard.

Abbildung 2: Der Wizard der Eclipse-IDE erzeugt automatisch einen Webservice aus einer beliebigen Java-Klasse mit Hilfe des Axis2-Framework aus dem Apache-Projekt.

Abbildung 2: Der Wizard der Eclipse-IDE erzeugt automatisch einen Webservice aus einer beliebigen Java-Klasse mit Hilfe des Axis2-Framework aus dem Apache-Projekt.

Der grafische Editor aus dem Eclipse Web Toolkit hilft beim manuellen Erstellen und Bearbeiten von WSDL (Abbildung 3). Damit sich die damit erstellten Webservices gleich testen lassen, enthält Eclipse einen Wizard, der zu einer vorgegeben WSDL-Beschreibung eines Service einen einfachenen, passenden Java-Client mit Benutzerschnittstelle generiert (Abbildung 4).

Abbildung 3: Grafische Darstellung der WSDL-Beschreibung des Kreditprozess-Service im WSDL-Editor von Eclipse, mit dem sich auch WSDL-Dokumente erstellen und bearbeiten lassen.

Abbildung 3: Grafische Darstellung der WSDL-Beschreibung des Kreditprozess-Service im WSDL-Editor von Eclipse, mit dem sich auch WSDL-Dokumente erstellen und bearbeiten lassen.

Abbildung 4: Der Eclipse-Wizard generiert auf Wunsch aus der WSDL-Beschreibung automatisch einen Testclient für den Kreditprozess-Service, der sofort in Aktion treten kann.

Abbildung 4: Der Eclipse-Wizard generiert auf Wunsch aus der WSDL-Beschreibung automatisch einen Testclient für den Kreditprozess-Service, der sofort in Aktion treten kann.

Zukunftsmusik

In der Zukunftsvision einer SOA soll dann die Business-Seite mittels grafischer Werkzeuge ihre Geschäftsprozesse durch die Kombination von Services selbst modellieren, verändern und die Ergebnisse möglichst direkt einer Workflow-Engine zur Ausführung übergeben. Dies flexibilisiert die Unternehmens-IT und erlaubt es den Fachabteilungen stärker als heute, die IT optimal an den Anforderungen auszurichten. Bis zur kompromisslosen Realisierung dieser Vision scheint der Weg jedoch noch lang.

Die grafische Modellierung der Geschäftsprozesse erfolgt meist mit ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) oder Aktivitätsdiagrammen in der Unified Modeling Language (UML). Im Kontext von SOA dagegen kommt allerdings zunehmend die Business Process Modeling Notation (BPMN) zum Einsatz [7]. Deren grafische Darstellung von Geschäftsprozessen ähnelt UML-Aktivitätsdiagrammen und eignet sich aufgrund der intuitiven Semantik auch für Fachspezialisten und Nicht-IT-Profis.

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