Open Source im professionellen Einsatz

Paradigmenwechsel

Mit der Idee der Service-Orientierung und der darauf aufbauenden Service-orientierten Architektur (SOA) entsteht so erstmals ein Ansatz, die Abbildung der Geschäftsprozesse durch die Unternehmens-IT nachhaltig zu verändern und zu optimieren.

Die Idee dahinter ist die Abkehr von den ungeliebten Inselprogrammen und eine grundsätzliche Reorganisation der IT-Prozesse: SOA vereinheitlicht die Verbindung der einzelnen Services entlang der Geschäftsprozesse (Service Orchestration) sowie die Interaktion mit den Benutzern prozessübergreifend und verlagert sie in zentrale Workflow- oder Service-Orchestration-Engines (Prozessabläufe) und Enterprise-Portale (Benutzeroberflächen).

Die größte Herausforderung stellt der Paradigmenwechsel in der Organisationsstruktur dar: Die Abteilungen verlieren ihre Verantwortung für die monolithischen Anwendungen. Sie sind zukünftig nur noch für ihre Services zuständig, die aber wiederum für alle Mitarbeiter bereitstehen. Die IT-Abteilungen geben Kompetenzen an die Business-Seite ab und konzentrieren sich auf Verfügbarkeit und Betrieb der Services und der Infrastruktur-Komponenten.

REST, SOAP und WSDL

Auch wenn die Services mit unterschiedlichen Technologien wie JMS [1] oder Corba [2] realisierbar sind, versteht man im Kontext einer SOA unter Services meist Webdienste. Diese stellen eine standardisierte Form des Aufrufs von Funktionen auf Basis des HTTP-Protokolls dar. Zwei Varianten sind üblich: REST (Representational State Transfer) und SOAP-Webservices (ursprünglich für Simple Object Access Protocol).

Während ein REST-Service über den Typ des HTTP-Request und die Request-Parameter aufgerufen wird und die Antwort im HTTP-Response meist als beliebiges XML-Dokument zurückliefert, erfolgen bei SOAP Aufruf und Antwort des Service durch die Übertragung standardisierter XML-Nachrichten über HTTP. SOAP ist ein offener Standard des W3C [3].

Alle Webservices stellen eine standardisierte Beschreibung der von ihnen angebotenen externen Schnittstelle in Form eines WSDL-Dokuments (Web Service Description Language) bereit [4]. WSDL ist ein XML-Dialekt, ursprünglich insbesondere für die Verwendung mit SOAP-Services konzipiert (SOAP-Binding), unterstützt es in Version 2.0 auch die Beschreibung von REST-Services (HTTP-Binding).

REST-Webservices lassen sich in der Regel ohne ein spezielles Toolkit erstellen. Analog zur Entwicklung einer dynamischen Webseite implementiert der Programmierer sie etwa mit Servlets oderJSPs in Java, ASP.NET, dem quelloffenen Mono-Framework oder PHP.

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