Open Source im professionellen Einsatz

Verschachtelt

Umgekehrt stellt die Workflow-Engine einen BPEL-Prozess selbst wieder als Webservice bereit. Das führt zu einer komplexen Hierarchie der Geschäftsprozesse, bei der jeder Prozess andere als Unterprozesse enthalten kann. BPEL bildet unter anderem diese Geschäftsprozesse mit einer Struktur aus hierarchischen Blöcken ab. Die einzelnen XML-Tags bilden dabei die Syntax einer Prozess-Programmiersprache, wobei die normalen Anweisungen zur eigentlichen Datenverarbeitung immer aus Aufrufen von Webservices bestehen:

<bpel:invoke name="Bonitaet_pruefen"partnerLink="KreditServiceLink"portType="KreditService"operation="berechneBonitaet"inputVariable="berechneBonitaetRequest"outputVariable="berechneBonitaetResponse"/>

Daneben gibt es in BPEL Datenstrukturen und Variablen, die von XML-Schemas definiert sind, sowie Kontrollstrukturen zur Ablaufsteuerung. Weil aber in typischen Geschäftsprozessen nicht nur IT-Systeme die einzelnen Schritte durchführen, haben IBM und SAP für Interaktionen mit Benutzern (zum Beispiel zur Ein- oder Ausgabe von Daten) eine Erweiterung namens BPEL4people [10] entwickelt, die auch menschliche Aktionen standardisiert beschreiben kann.

Von BPMN zu BPEL

Um die Vision einer SOA zu verwirklichen, muss es aber möglich sein, einen grafisch mit BPMN modellierten Prozess möglichst intuitiv in Form von BPEL in einer Workflow-Engine zu verteilen. Bei der Abbildung von BPMN nach BPEL muss der Entwickler den Tasks entsprechende Services zuordnen. Auch wenn die BPMN-Spezifikation hierfür bereits eine elementare Abbildung von BPMN- auf BPEL-Sprachkonstrukte definiert, erweist sich das in der Praxis jedoch als nicht gerade trivial [11].

Zum einen bestehen zwischen BPMN und BPEL prinzipielle Unterschiede: BPMN-Diagramme bilden einen Ablauf-orientierten gerichteten Graphen, während BPEL-Code eine Blockstruktur hat. Dies schließt es prinzipiell aus, jeden beliebigen BPMN-Prozess überhaupt 1:1 in BPEL zu übersetzen [12]. Für die meisten in der Praxis relevanten Fälle sollte dies aber eigentlich möglich sein [13].

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