Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Davids Batch Processor
1.1.8


Batch-Processing als Gimp-Plugin

Quelle: [http://members.ozemail.com.au/~hodsond/dbp.html]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Image Magick

Gimp ist zwar ein leistungsfähiger interaktiver Bitmap-Editor, enthält aber keine Makrofunktion. Hier hilft das Gimp-Plugin Davids Batch Processor (DBP) weiter. Die Bedienung ist einfach: Der Benutzer wählt Bilder sowie gewünschte Bearbeitungsschritte aus und startet die Batch-Queue. Neben typischen Operationen wie Drehen und Skalieren beherrscht DBP auch Farbanpassung, Schärfen/Unschärfen und Beschneiden. Das Programm führt auf Wunsch vor dem Speichern ein Dithering (Rastern) zur Farbreduktion durch. Um das Ergebnis vor dem zeitintensiven Batch-Lauf zu beurteilen, bietet DBP eine Testfunktion, die die ausgewählten Bildoperation nur auf das erste Bild der Liste anwendet.

***** Wer sich nicht mit Gimp-Skripting oder der komplizierten Bedienung von Image Magick aufhalten möchte, sollte stattdessen das Gimp-Plugin DBP benutzen. Es fasst immer wieder gebrauchte Bildbearbeitungs-Operationen unter einer grafischen Oberfläche anfängertauglich zusammen. (Professor Dr. Christoph Karg)

Dkopp 4.4


DVD-Backup-Software

Quelle: [http://kornelix.squarespace.com/dkopp]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Scdbackup

Spätestens dann, wenn die Festplatte den Geist aufgibt oder ein wichtiges Dokument dem gnadenlosen »rm -Rf *« zum Opfer fällt, zeigt sich die Qualität der eigenen Backup-Strategie. Zwar gibt es umfangreiche Linux-Backup-Lösungen. Eine bequem zu bedienende Software, die in einem Arbeitsschritt ein oder mehrere Verzeichnisse inkrementell auf eine oder mehrere DVD brennt, ist aber nicht so leicht zu finden.

Dkopp erstellt Backup-Jobs mit einer grafischen Oberfläche. Der Benutzer wählt ein- und auszuschließende Verzeichnisse, entscheidet, ob es sich um ein volles, inkrementelles oder akkumulatives Backup handelt, und legt fest, wie gründlich Dkopp das Backup mit den Originaldateien vergleicht. DVD-spezifische Funktionen wie das Löschen und Formatieren wiederbeschreibbarer Datenträger sowie das Ein- und Aushängen der Disk sind integriert. Ein Reporting-Menü zeigt eine durchsuchbare Liste der gesicherten Dateien und vergleicht Backup und Original auf Datei- oder Verzeichnis-Ebene. Darüber hinaus legt das Programm eine Backup-History an.

**** Dkopp ist eine gute Lösung für die Datensicherung auf DVDs. Große Datenmengen lassen sich auch auf mehrere Medien verteilen. (Uwe Vollbracht)

Freemind 0.8.1


Mindmapping-Software

Quelle: [http://freemind.sourceforge.net]

Lizenz: GPL V2+

Alternativen: Kdissert

Mindmapping ist eine bewährte Methode zum Strukturieren von Informationen, die die Fähigkeiten beider menschlicher Gehirnhälften nutzt. Die in Java geschriebene Anwendung Freemind zeichnet Mindmaps auf allen Systemen, für die es ein Java Runtime Environment 1.4 oder neuer gibt.

Der Anwender kann Farbe, Schriftart und -größe sowie die Form der Verbindungslinien für das ganze Mindmap oder einzelne Knoten verändern, Bilder und Hyperlinks lassen sich integrieren. Für bessere Übersicht versteckt ein Mausklick einzelne Zweige der Mindmaps. Die fertigen Mindmaps lassen sich in unterschiedlichen Formaten exportieren, unter anderem als Open-Office-Dokument, PDF oder HTML-Seite. Letztere ist auch in einer DHMTL-Variante verfügbar, bei der sich die Zweige wie Freemind selbst per Maus ein- oder ausblenden lassen. Die Druckfunktion bietet leider wenig Komfort.

**** Freemind kann alles, was man beim Mindmapping braucht, und wartet mit leistungsstarken Import- und Exportfunktionen auf. Einziger Wermutstropfen ist die spartanische Druckfunktion. (Professor Dr. Peter Väterlein)

Hevea 1.10


Latex nach HTML übersetzen

Quelle: [http://Hevea.inria.fr]

Lizenz: QPLv1

Alternativen: Latex2html

Übersetzer von Latex nach HTML arbeiten niemals perfekt: Komplexe Latex-Dokumente enthalten spezifische Layout-Anweisungen, umfangreiche Tex-Konstrukte oder, wenn sie die Makrosammlung Pstricks nutzen, sogar Postscript-Fragmente. Solche Details vermag HTML bestenfalls annähernd wiederzugeben, schon weil die Darstellung je nach eingesetztem Browser und den Einstellungen unterschiedlich ausfällt. Gemessen an diesen Einschränkungen liefert Hevea erstaunlich gute Resultate. Das Tool verwandelt Latex-Dokumente mit einem einfachen Aufruf in eine HTML-Seite. Für Abbildungen oder Formeln erzeugt es mit Unterstützung von Tex und Ghostscript Bitmaps, die es an der richtigen Stelle in die Seite einbindet. Mathematische Symbole übersetzt es jedoch direkt in HTML-Code, was die Zahl der eingebundenen Bilddateien verringert.

Hevea versteht UTF-8 und viele weitere Kodierungen. Das mitgelieferte Latex-Paket »Hevea.sty« definiert nützliche Latex-Makros, die sowohl von Hevea als auch von Latex aus funktionieren. Damit lassen sich aus einem Quelldokument sowohl HTML als auch Druckformate erzeugen. Das mitgelieferte Tool Hacha teilt die erzeugte HTML-Datei in eine verlinkte Website auf. Außer HTML erzeugt Hevea auch Info-Seiten oder reine Textdokumente.

**** Hevea ist bestens dazu geeignet, Webseiten zum Beispiel aus Diplomarbeiten oder aus technischen Artikeln zu erzeugen, solange diese keine allzu speziellen Tex-Features enthalten. (Professor Dr. Ralf Treinen)

Gcaldaemon 1.0
Beta-16


Google-Kalender-Synchronisation

Quelle: [http://Gcaldaemon.sourceforge.net]

Lizenz: Apache License Version 2

Alternativen: Opensync

Googles Webkalender erfreut sich nicht zuletzt deshalb großer Beliebtheit, weil viele PIM-Anwendungen wie Thunderbird oder Evolution dessen Datenformat verstehen. Leider ist für die Bearbeitung der Daten eine Internetverbindung nötig - außer man puffert die Daten mit Gcaldaemon. Die Software synchronisiert Google-Kalender bidirektional mit einer lokalen Icalendar-Datei. Da Gcaldaemon in Java implementiert ist, läuft die Software unter jedem Betriebssystem, für das es ein Java Runtime Environment ab Version 1.5 gibt. Zur Konfiguration enthält die Software einen komfortablen grafischen Editor.

Gcaldaemon synchronisiert beide Datenquellen in konfigurierbaren Zeitintervallen. Für Rechner mit Dial-up-Verbindung bietet Gcaldaemon einen Offline-Modus, der den Datenabgleich dann startet, wenn der Rechner online ist. Gcaldaemon verwaltet mehrere Google-Accounts, jedem Kalender ist dabei eine separate Ical-Datei zugeordnet. Außer Google-Kalenderdaten puffert Gcaldaemon auch das Gmail-Adressbuch, dessen Inhalt die Software lokal über einen eingebauten LDAP-Server zur Verfügung stellt. RSS-Ressourcen übersetzt die Software wahlweise in Kalender-Events in einer Ical-Datei oder einen lokal verfügbaren RSS-Feed. Außerdem versendet die Software Textdateien in einem dafür konfigurierten Ordner als Mails. Beim Eintreffen von Nachrichten im Gmail-Account führt sie Skripte aus.

***** Gcaldaemon puffert alle Daten eines Gmail-Accounts lokal und ist damit vor allem auf Notbooks ohne permanente Onlineverbindung sehr praktisch. (Professor Dr. Christoph Karg)

Proxymini 0.2.1


Simpler HTTP-Proxy

Quelle: [http://www.aluigi.org/mytoolz.htm]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Polipo, Tinyproxy

Proxymini ist ein minimalistischer HTTP-Proxy für geschützte lokale Netzwerkumgebungen, der keine Konfiguration benötigt. Lediglich fünf Kommandozeilenparameter stehen zur Anpassung der Funktion bereit. Für viele Szenarien sind nicht einmal die nötig: Per Default nimmt die Software an jedem Netzwerk-Interface am Port 8123 Anfragen entgegen und unterstützt dabei die Protokolle HTTP, HTTPS und Socks.

»-p« verändert den Port, mit den Parametern »-l« und »-L« übergibt der Benutzer eine Liste von Netzwerk-Interfaces, die Proxymini für ein- und ausgehende Daten benutzt. So funktioniert das Tool wie ein HTTP-Gateway und stellt im Handumdrehen eine Onlineverbindung für kleine Ad-hoc-Netzwerke her. Sämtliche Verbindungsinformationen schreibt das Programm nach Stdout oder auf Wunsch in eine Logdatei. Filter, Zugangskontrollen oder ähnliche aus Squid bekannte Funktionen fehlen zwar in der konfigurationsfreien Software. Dafür läuft das Programm auch unter Windows. Eine vorkompilierte Windows-Exe-Datei liegt dem Quellcode bei.

*** Proxymini eignet sich wegen seiner simplen Handhabung gut für den Einsatz als HTTP-Gateway in Ad-hoc-Netzen. (Uwe Vollbracht)

Die Autoren

Professor Dr. Christoph Karg unterrichtet im Studiengang Informatik an der HTW Aalen.

Professor Dr. Ralf Treinen unterrichtet in der Abteilung Programmes et Systèmes an der Université Paris Diderot.

Professor Dr. Peter Väterlein lehrt an der Fakultät Informationstechnik der Hochschule Esslingen.

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