Open Source im professionellen Einsatz

CRM

Die Customer-Relationship-Management- Systeme ermöglichen die effiziente Verwaltung von Kundenkontakten. Neben den marktbeherrschenden kommerziellen Produkten gibt es eine ganze Reihe von Systemen, die das Thema CRM mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber doch sehr professionell angehen. Im Verbreitungsgrad dominieren Sugar CRM [5] und Vtiger [6], die gemeinsame Vorläufer haben. Beide Produkte sind weitgehend lokalisiert.

VielfältigeUmsetzungsmöglichkeiten

Wie kann ein konkreter Einsatz von Open-Source-Produkten in der Lehre aussehen? Die folgende Liste soll einige alternative Vorgehensweise aufzeigen:

Download-Link: Die - für den Lehrenden - einfachste Variante ist die Angabe des Links zum ausgewählten Projekt. Verbunden mit Installationshinweisen wird das zu mehr oder weniger erfolgreichen, vielleicht unterschiedlichen Installationsvarianten führen. Der Lehrende sollte allerdings Unterrichtszeit für Supportfragen einkalkulieren. Vorteil dieser Variante ist, dass die Studierenden in ihrer gewohnten PC-Umgebung arbeiten können.

Live-CD: Will man mehrere Produkte nutzen, kann es zweckmäßig sein, sie in Form einer Live-CD vorzubereiten. Dann hat der Lehrende größeren Einfluss auf die Installation: Die Live-CD wird immer gleich verwendbar sein, allerdings ist sie in vielen Fällen zu langsam.

Da der Nutzer auf ihr außerdem auch keine Daten speichern kann, bietet sich hier als Alternative ein leicht abgeändertes Vorgehen an: Er kopiert die Live-CD als ISO-File auf den Laptop und nimmt sie dann mit Hilfe einer virtuellen Maschine in Betrieb.

Die Herstellung einer individuellen CD ist je nach verwendeter Distribution vergleichsweise einfach. Für Ubuntu beispielsweise gibt es das Ubuntu Customization Kit [8], das den Prozess gut unterstützt. Beliebig aufwändig kann allerdings die Installationsvorbereitung der gewünschten Applikation werden.

Virtuelle Maschine: Steht auf den Laptops der Studierenden ein Virtualisierungssystem zur Verfügung und verfügt der Rechner über genügend RAM (ab 1 GByte), dann ist es möglich, gleich eine virtuelle Maschine mit vorinstallierter Software bereitzustellen. Mit Virtual-Box [7] ist ein inzwischen zu Sun gehörendes Open-Source-System erhältlich; der Marktführer VMware bietet dagegen ebenso wie auch Microsoft eine Freeware-Lösung an.

Die Virtualisierung schafft dabei eine identische Ausgangssituation für jeden Studierenden. Je nach Produkt ist allerdings die Inbetriebnahme einer virtuellen Instanz noch immer nicht unproblematisch - das ebenfalls unter einer Open-Source-Lizenz angebotene Virtual-Box muss hier einen Vorsprung von VMware erst noch aufarbeiten.

Die beiden Virtualisierungsvarianten bedeuten allerdings, dass als Betriebssystem der virtuellen Maschine Linux (oder ein anderes freies System) gewählt werden muss.

Reactos [9] als Alternative zu Windows scheidet für diese Zwecke noch aus, damit müssen sich die Studierenden in vielen Fällen mit einem für sie neuen Betriebssystem auseinandersetzen. Wenn es jedoch eigentlich um die Applikationen geht, muss die Planung der Hochschule entweder für den Einstieg mehr Zeit vorsehen oder die Fähigkeit zur Nutzung von Linux schon in den Vorsemestern erarbeiten lassen.

Abbildung 3: Die Kundenbeziehungen eines Unternehmens managt vielfach eine CRM-Software, im Bild eines der verbreitetsten Systeme: Sugar CRM.

Abbildung 3: Die Kundenbeziehungen eines Unternehmens managt vielfach eine CRM-Software, im Bild eines der verbreitetsten Systeme: Sugar CRM.

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Ausgabe 07/2013

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