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Beispielsweise hängt der Nutzen der Verwendung von XML nicht nur von der Güte der Spezifikation, sondern auch von der Anzahl der Anwender und Entwickler ab, die diesen Standard nutzen.

So genannte direkte Netzeffekte (siehe Abbildung 3) ergeben sich aus der verbesserten Kommunikationsfähigkeit, wenn Kompatibilität zwischen den Anwendern zum Aufbau von Netzwerken führt. Beobachten lässt sich dies zum Beispiel beim Austausch von Geschäftsdokumenten auf Basis von XML/EDI-Standards: Voneinander unabhängige Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette profitieren von den branchenspezifischen Austauschformaten, die unabhängig von konkreten Anwendungen sind [7]. Indirekte Netzeffekte entstehen, indem Hersteller zu einem weit verbreiteten Standard komplementäre Produkte entwickeln. Beispiele für das Phänomen sind XML-Editoren oder -Entwicklungstools (siehe Abbildung 4).

Abbildung 3: Direkte Netzeffekte entstehen, da die Anwender durch die gemeinsame Nutzung von Softwarestandards oder allgemeinen Technologien einfacher und damit kostengünstiger miteinander kommunizieren. Mit jedem weiteren Anwender, der eine solche Software nutzt, steigt ihr Wert. Somit erhöht er ihre Attraktivität für neue Nutzer.

Abbildung 3: Direkte Netzeffekte entstehen, da die Anwender durch die gemeinsame Nutzung von Softwarestandards oder allgemeinen Technologien einfacher und damit kostengünstiger miteinander kommunizieren. Mit jedem weiteren Anwender, der eine solche Software nutzt, steigt ihr Wert. Somit erhöht er ihre Attraktivität für neue Nutzer.

Abbildung 4: Indirekte Netzeffekte resultieren aus der Abhängigkeit zwischen dem Konsum eines Basisguts und dem komplementärer Güter und Dienstleistungen. Sie treten auf, wenn die größere Verbreitung eines Gutes ein größeres Angebot an Zusatzgütern und Diensten nach sich zieht. Damit erhöht es wiederum den Nutzen des Basisguts.

Abbildung 4: Indirekte Netzeffekte resultieren aus der Abhängigkeit zwischen dem Konsum eines Basisguts und dem komplementärer Güter und Dienstleistungen. Sie treten auf, wenn die größere Verbreitung eines Gutes ein größeres Angebot an Zusatzgütern und Diensten nach sich zieht. Damit erhöht es wiederum den Nutzen des Basisguts.

Verstärkte Netzeffekte

Die Existenz von Netzeffekten hat erhebliche Auswirkungen auf die Struktur von Softwaremärkten. So gilt insbesondere, dass sich nicht zwangsläufig die beste Lösung durchsetzt. Ein Beispiel: Angenommen einer neu gegründeten Firma oder freien Entwicklern gelänge es, eine Software zu entwickeln, die bessere Funktionalitäten anbietet als das Office-Paket von Microsoft. Damit wäre aber noch lange nicht klar, dass sich diese Lösung am Markt auch durchsetzen wird. Die Schwierigkeit besteht darin, dass das proprietäre Office-Produkt bereits weit verbreitet ist.

Aus diesem Grunde ist unsicher, ob die Anwender sich für die alternative Lösung entscheiden. Ein Early Adopter läuft stets in Gefahr, inkompatibel zum Marktstandard zu sein oder zu werden, falls der Marktführer die Spezifikationen seiner Schnittstellen ändert und diese nicht offenlegt. Wenn aufgrund dieser Unsicherheit alle Anwender zögern, setzt sich der bessere Standard nicht durch. Dieser Effekt lässt sich mit einer Vielzahl von Beispielen - nicht nur im Softwarebereich - belegen. So konnte sich etwa das TCP/IP-Protokoll gegen die OSI-Standards ebenso durchsetzen wie VHS zum Marktstandard für Videosysteme wurde, obwohl Betamax als das technisch bessere System galt.

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