Open Source im professionellen Einsatz

Spieglein, Spieglein

Neben dem offiziellen Debian-Mirror arbeitet FAI auch mit lokalen Spiegelservern zusammen, die sich mit dem Paket »debmirror« aufsetzen lassen [4]. Wer viele Clients hat und häufig installieren muss, wird die Vorzüge eines eigenen Mirrors bald schätzen, da FAI auf diese Weise nicht alle Pakete immer wieder über die Internetverbindung lädt. Außerdem nimmt eine lokale Installation über eine Fast- oder Gigabit-Ethernet weniger Zeit in Anspruch.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Admin den Inhalt des lokalen Mirrors einfrieren kann. So koppelt er die lokale Installation vom aktuellen Stand des Repository ab und garantiert identische Software auf allen Clients unabhängig vom Zeitpunkt der Installation. Außerdem lässt sich der Spiegelserver um ein eigenes Repository erweitern, um darüber selbst gestrickte Pakete zu verteilen.

Nachdem der Admin die Funktionalität von FAI mittels Testclient »demohost« geprüft hat, plant er weitere Installationen. Ganz nach dem Motto von FAI "Plan your installation, and FAI installs your plans", ist eine Erweiterung in den meisten Fällen zwingend erforderlich.

Das Klassenkonzept von FAI stellt flexibel für jeden Client ein individuelles Setup bereit. Meist fasst der Systembetreuer aber aus Effizienzgründen mehrere Rechner zu Gruppen zusammen. Er gruppiert sie sowohl nach Hardware wie nach vorhandener Netzwerktopologie.

Klassengesellschaft

In der Fakultät Elektronik und Informatik sind Rechner auf Pools und Labore verteilt. In vielen Räumen stehen baugleiche Geräte, es gibt aber auch Labore mit Computern verschiedener Architekturen. Die Fakultät verwendet für jeden Rechnertyp eigene Kernel mit Hardware-spezifischen Treibern. Jeder Rechnertyp benötigt also eine eigene Klasse. Die Konfiguration unterscheidet Raum- (gleiche Installation für einen bestimmten Raum) und Computer-Klassen (gleiche Installation für einen Rechnertyp). Da die Fakultät FAI auch für die Installation von VMware-Maschinen einsetzt, erhalten auch diese virtuellen Rechner eine eigene Computer-Klasse. Bei einigen Räumen mit verschiedenen Rechner-Architekturen kombinieren die Admins auch Raum- und Computer-Klassen.

Sie unterscheiden auf Software-Ebene mehrere Klassentypen: Es gibt eine Basisklasse (BC), eine Serviceklasse (SC), sowie eine Programmklasse (PC). Die Basisklasse beinhaltet das Debian-Grundsystem, Programme, Konfigurationsdateien sowie Skripte, die für alle Pool- und Labor-Rechner gültig sind. Für Clients mit grafischer Oberfläche gibt es die Basisklassen »BC_X11«, »BC_KDE« und »BC_GNOME«. Eine Serviceklasse beinhaltet alle Information, um einen Client für die Nutzung eines bestimmten Dienstes vorzubereiten. Beispielsweise enthält die Klasse »SC_LDAP« alle Pakete und Konfigurationsdaten für den Zugriff auf den fakultätsinternen OpenLDAP-Verzeichnisdienst.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Als digitales Abo

Als PDF im Abo bestellen

comments powered by Disqus

Ausgabe 07/2013

Preis € 6,40

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook