Open Source im professionellen Einsatz

Nutzen von Debian-Normen

FAI nutzt das normale Apt-System von Debian, dessen Repositories in »/etc/apt/sources.list« aufgeführt sind. FAI hat dort bereits die Standard-Spiegelserver der Distributionsanbieter und die der Universität Köln eingetragen. Wer andere Spiegelserver einsetzen will, passt die Datei entsprechend an. Vorsicht: Um unnötige Komplikationen zu vermeiden, sollte FAI das NFS-Root mit derselben Debian-Version erzeugen, die der Admin auch für die Clients vorsieht.

Sind alle Parameter korrekt konfiguriert, steht der Erzeugung des NFS-Wurzelverzeichnisses nichts mehr im Wege: Der Administrator führt nur den Befehl »fai-setup -v« aus. Nach dem Download von gut 330 MByte Paketdaten enthält das Verzeichnis »/srv/fai/nfsroot/live/filesystem.dir« das fertige NFS-Root. Das Skript gibt auch die für die Client-Installation notwendigen Verzeichnisse über NFS frei und legt ein passendes Kernelimage im Verzeichnis »/srv/tftp« ab.

Eine kurze Probefahrt

Zum Test des Servers führt der Administrator eine einzelne Client-Installation durch. Hierzu bietet sich die mitgelieferte Paketklasse »DEMOHOST« an, die ein Minimalsystem beinhaltet. Die Voraussetzungen an die Hardware des Clients sind minimal: Ein Standard-PC mit einer mindestens 500 MByte großen Festplatte und (der Einfachheit halber) mit einer PXE-tauglichen Netzwerkkarte.

Auf dem FAI-Server hat der Systemverwalter alle benötigten Netzdienste wie Nameserver und NFS bereits installiert. Um den Clients beim Booten zu assistieren, richtet er auf dem DHCP-Server einen Eintrag in »/etc/dhcp3/dhcpd.conf« wie in Listing 1 ein. Er weist einer MAC-Adresse eine IP und einen DNS-Namen zu und benennt das TFTP-Image zum Booten des Clients.

Listing 1:
DHCP-Konfiguration

01 group {
02   allow booting;
03   next-server 192.168.0.100;
04   filename "pxelinux.0";
05   option root-path "/srv/fai/nfsroot";
06   host demohost {
07     hardware ethernet 00:e0:81:5c:aa:82;
08     fixed-address 192.168.1.25;
09   }
10 }

Dazu rechnet der Admin die IP-Adresse des Clients in die hexadezimale Darstellung um - hier COA80119 für 192.168.1.25. Er legt die Datei »/srv/tftp/fai/pxelinux.cfg/COA80119« mit dem Inhalt von Listing 2 an. Die Einstellung »default« steuert das Bootverhalten des Clients, zunächst wählt er hier »fai-generated«. Nach Booten des Clients übernimmt FAI die Kontrolle und installiert ein einfaches Debian-System ohne grafische Oberfläche. Ist das erledigt, stellt der Administrator das Bootverhalten von »fai-generated« auf »localboot« um und startet den nun betriebsfertigen Client neu.

Listing 2:
TFTP-Konfiguration

01 # Auswahl des Bootverhaltens
02 # (bitte genau eine der folgenden zwei Zeilen auskommentieren)
03 default fai-generated
04 # default localboot
05 
06 # Netzwerk Boot und Start von FAI
07 label fai-generated
08 kernel vmlinuz-2.6.25-2-486
09 append initrd=initrd.img-2.6.25-2-486 ip=dhcp 
10        root=/dev/nfs nfsroot=/srv/fai/nfsroot boot=live 
11        FAI_FLAGS=verbose,sshd,createvt
12 
13 # Booten von der Festplatte
14 label localboot
15 localboot 0

Listing 3: Aufbau von
»50-host-classes«

01 #!/bin/bash
02 # assign classes hosts
03 case $HOSTNAME in
04    # L0.24 - CC_SUN (computer class _ sun)
05    L024-*)
06       echo "BC_LINUX CC_SUN BC_X11 BC_KDE BC_BASE RC_L024 SC_LDAP" ;;
07    # Linux Debian VMware - Klasse: CC_VMWARE
08    vmware-1|vmware-2)
09       echo "BC_LINUX CC_VMWARE SC_LDAP" ;;
10    # default class
11    *)
12       echo "BC_LINUX" ;;
13 esac
14 (ifclass I386 || ifclass AMD64) && echo GRUB
15 exit 0

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