Open Source im professionellen Einsatz

Nach eigenem Gusto

Im Verzeichnis »files/« legt der Administrator alle Dateien ab, die FAI später auf das Zielsystem kopiert. Er teilt die Dateien anhand der Klassen auf. Die Hierarchie innerhalb von »files/« orientiert sich an der Verzeichnishierarchie von Debian. Ein Beispiel illustriert dies: Wer die Klasse »CC_HPCOMPAQ« auswählt, erwartet die Datei »menu.lst« später in dem Verzeichnis »/boot/grub« des Clients. Um das zu erreichen, kopiert der Administrator den Inhalt von »menu.lst« in das Verzeichnis »files/boot/grub/menu.lst/CC_HPCOMPAQ/«. Die benutzerdefinierten Dateien unter »files/« kopiert FAI nicht automatisch auf das Zielsystem, sondern nur, wenn der Befehl »fcopy« in einem Konfigurationsskript auftaucht. Der Aufruf von

fcopy -iM /boot/grub/menu.lst

verfrachtet beispielsweise die Konfigurationsdatei »menu.lst« des Bootloaders Grub auf den Client. Sie ist Teil der Klasse »BC_LINUX«.

Das Verzeichnis »/hooks« enthält Programme oder Skripte, die sich für eigene Zwecke nutzen lassen. Sie passen den Installationsprozess individuell an. Zu guter Letzt befinden sich im Verzeichnis »scripts/« alle Skripte, die FAI während der Installation ausführt. Es ist leicht machbar, Dateien klassenbasiert mit »fcopy« zu kopieren oder einen Befehl mit »${ROOTCMD}« so auszuführen, als ob er auf dem Client abliefe.

Für eigene Skripte hat der Administrator die für Unix typische Qual der Wahl. Neben klassischen Shellskripten arbeitet FAI auch Perl- oder Cfengine-Skripte ab. Letztere eignen sich vorzüglich dazu, Konfigurationsdateien zu bearbeiten [5].

Diagnose

Hat der Admin Klassen geplant und zusammengefasst sowie Installationsdateien und -skripte konfiguriert, ist FAI einsatzbereit für die automatisierte Installation auf vielen Rechnern. Im letzten Arbeitsschritt erweitert der Administrator noch die DHCP- und TFTP-Konfiguration derart, dass die neuen Clients über das Netzwerk booten und automatisch die FAI-Installation starten. Dazu passt er die Einstellungen des ersten Testlaufs an. Hat der FAI-Client seine Installation erfolgreich beendet, zeigt er auf dem Bildschirm eine Zusammenfassung an und wartet auf die Eingabe von [Return], um einen Neustart durchzuführen (siehe Abbildung 3).

Die Fakultät Elektronik und Informatik installiert jedes Semester über 200 Rechner mit FAI. Dabei fehlt den Admins die Zeit, jeden Rechner während der Installation zu überwachen. Das wäre auch nicht im Sinne von FAI. Das Deployment Framework speichert auf dem Server alle Installationsvorgänge in Logdateien. Der Systemverwalter wertet sie bei Bedarf aus und sucht nach auftretenden Fehlern. Die Dateien liegen getrennt nach Hostnamen und Installationsdatum im Verzeichnis »/var/log/fai/«.

Abbildung 3: Am Ende der Installation zeigt FAI auf dem Client eine Zusammenfassung der Installation an. Ein Druck auf [Return] startet das vollständig eingerichtete Debian-System neu.

Abbildung 3: Am Ende der Installation zeigt FAI auf dem Client eine Zusammenfassung der Installation an. Ein Druck auf [Return] startet das vollständig eingerichtete Debian-System neu.

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