Aqua Data Studio 7.0 im Test
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Ein Alleskönner unter den Datenbankwerkzeugen, das Aqua Data Studio des kalifornischen Herstellers Aquafold, erschien eben in neuer Version. Ein Test zeigt, ob es sich lohnt, ein- oder umzusteigen.
Ein Alleskönner unter den Datenbankwerkzeugen, das Aqua Data Studio des kalifornischen Herstellers Aquafold, erschien eben in neuer Version. Ein Test zeigt, ob es sich lohnt, ein- oder umzusteigen.
Aqua Data Studio (ADS) will mehr sein als ein einfacher SQL-Editor. Es bietet sich an als grafische Zentrale für alle datenbankbezogenen Aufgaben, gleich ob Abfrage, Entwurf, Entwicklung oder Administration, egal ob für Oracle, DB2, MySQL, Sybase, Microsoft SQL Server und mit Abstrichen auch für PostgreSQL, Informix und Apache Derby sowie Datenbanken mit generischem ODBC- oder JDBC-Treiber. Übernimmt sich der Hersteller da?
Die erste Amtshandlung des Benutzers besteht immer im Einrichten der Datenbankverbindung. Das geht sehr einfach von der Hand. Positiv fällt auf, dass Aquafold die JDBC-Treiber für alle unterstützen Datenbanken bereits vorinstalliert mitliefert. Viele ähnliche Produkte überlassen deren Beschaffung nicht nur dem Admin, sondern verlangen dann auch noch die Eingabe von Pfaden und Klassennamen, was Java-Unkundige schnell überfordert.
Beim Data Studio reichen wenige Angaben, um einen Datenbankserver zu registrieren. Auf Wunsch durchsucht das Tool sogar den Host nach installierten Datenbanken und testet die Verbindung vorab. Wer viele Server zu verwalten hat, kann sie nach Typen (Produktion,Entwicklung,Test) ordnen und in frei definierbare Gruppen sortieren. Die Reiter der GUI-Registerkarten eines Servers oder einer Gruppe lassen sich zur leichteren Unterscheidbarkeit gleich einfärben.
| Aqua Data Studio 7.0 |
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| Hersteller: Aquafold Inc., Sunnyvale, CA, USA URL: [http://www.aquafold.com] Preis: 320 US-Dollar pro User bei Onlinekauf Unterstützte Datenbanken: Oracle, DB2, MS SQL Server, Sybasem MySQL, PostgreSQL, Informix, Apache Derby, Generic JDBC/ODBC Trial-Version auf Delug-DVD |
Das Herzstück der Software, die eigentliche SQL-Editor-Komponente, nennt sich hier Query Analyzer. Sie wartet mit allen Features auf, die in der Oberklasse zu erwarten sind: So gibt es ein Syntax-Highlighting für sämtliche SQL-Dialekte der unterstützten Datenbanken. Eine Verschönerungsoption kümmert sich um Kommando-Großschreibung, Einrückungen und Zeilenumbrüche. Tabellen- und Spaltennamen lassen sich beim Eintippen aus einer Dropdown-Liste, die sich mit jedem getippten Buchstaben auf die verbleibenden Möglichkeiten verkürzt, an der Stelle des Cursors ergänzen (Abbildung 1). Dabei kann sich die Auto-Completion wahlweise auf das aktuelle oder auf alle Schemas beziehen.
Abbildung 1: Das Hauptfenster des SQL-Editors. Die Auto-Completion schlägt infrage kommende Spaltennamen für die begonnene Where-Klausel vor.
Es ist möglich, komplizierte Abfragen vorab zu parsen, um ihre Syntax zu validieren. Wer diese Statements öfter braucht, muss sie nicht immer wieder tippen, sondern ruft sie aus der History des Editors ab, die alle ausgeführten Anweisungen mit Zeitstempel und Servernamen aufbewahrt. Alternativ speichert sie der Admin als Skript, das er auch parametrisieren kann. Außerdem lässt sich ein und dieselbe Abfrage über ein kleines Menü wahlweise auf jede der registrierten Datenbanken anwenden. Die anzuzeigende Treffermenge ist begrenzbar.
Für häufig verwendete Abfragetypen wie Inserts, Updates oder Deletes gibt es Templates, die das Kommando-Skelett mit einem Klick ins Editorfenster zaubern. Wie die meisten Aktionen im Editor, lässt sich auch diese außerdem mit einem Tastaturkürzel verbinden. Für hartgesottene SQL-Muffel steht andererseits aber auch ein Abfrage-Generator bereit, der es erlaubt, SQL-Selects zusammenzuklicken (Abbildung 2).
Abbildung 2: Wer sich vor der Kommandozeile grault, darf die Queries auch mit Hilfe eines Abfrage-Generators zusammenklicken.
Ein besonderes Highlight: Für einige kommerzielle Datenbanken - Oracle, DB2, Microsoft SQL Server und Sybase ab Version 12.5 - zeigt ADS außerdem die Ausführungspläne an (analog zu Oracles »explain plan«) und vergleicht verschiedene Pläne von alternativen SQL-Statements. Die Software hebt im Ergebnis dabei kritische Knoten und Pfade auf Wunsch farbig hervor.
Umfang: 4 Heftseiten
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)
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