Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2008
© cw-design, Photocase.com

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Aus dem Alltag eines Sysadmin: Parallel SSH

Und wenn ja, so viele

Parallel SSH heißt das simpel zu konfigurierende Tool, mit dem Sysadmin-Charly neuerdings dirigiert, wenn er simultan auf mehreren Rechnern die gleichen Programme starten, gleiche Dateien kopieren oder gleichnamige Prozesse abschießen mag.

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Inhalt

66 | Likewise Open

Integriert Linux komfortabel in Active-Directory-Umgebungen.

71 | Praxiserprobte Asterisk-Tipps

Sprachportale für Fluggäste, Wohnungsinhaber und
Passwort-Vergesser.

76 | Ausbrecher jagen

Benutzer werden gefährlich, wenn sie Tunnel durch die Firewall
graben.

Diese Kolumne entsteht im Linuxhotel in Essen, wo ich an einem Linux-HA-Kurs teilnehme. Unsere Übungsumgebung besteht aus vier Xen-virtualisierten Maschinen. Identische Änderungen auf allen Cluster-Nodes stehen alle Nase lang an. Das ist lästig, aber ich habe einen Helfershelfer: Parallel SSH [1].

Pssh verlässt sich darauf, dass SSH-Agent läuft. Ihn verarzte ich daher zuerst:

ssh-agent
ssh-add

Nachdem ich die Passphrase eingeben habe, fragt mich in dieser Sitzung niemand mehr nach ihr. Als Nächstes brauche ich eine Textdatei mit den Adressen der Rechner, zu denen ich mich gleichzeitig verbinden möchte. Für den Anfang fülle ich die »server.txt« mit nur drei:

192.168.5.12
192.168.5.52
192.168.5.67

Der erste Versuch soll eine SSH-Verbindung zu den drei Rechnern herstellen, dort den Befehl »uname« ausführen und die Ausgabe in meinem »pssh-out«-Verzeichnis speichern. Der Befehl lautet:

pssh -h server.txt -l charly -o /home/charly/pssh-out uname

Unter »/home/charly/pssh-out« lokalisiere ich jetzt drei Dateien, benannt nach den drei IP-Adressen. In ihnen stehen - was Wunder - die Ausgaben des Uname-Befehls (siehe Abbildung 1). Pssh ähnelt somit der Distributed Shell (DSH, [2]).

Abbildung 1: Pssh startet auf allen einmal per »server.txt« bekannt gemachten Rechnern das gleiche Programm, hier im Beispiel »uname«.

Zwei Tools mit Biss

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch Pscp und Pnuke, die ebenfalls zum Pssh-Paket gehören. Pscp kopiert Dateien zeitgleich auf mehrere Ziele. Folgendes Kommando stattet die Server mit einer neuen "Message of the day" aus:

pscp -h server.txt U-l charly /etc/motdU /etc/

Nun sendet Pnuke auf den drei Servern ein »kill -9« an alle laufenden Wget-Prozesse:

pnuke -h server.txt -l charly wget

Mit dieser etwas autoaggressiv anmutenden Aktion schaufle ich etwas mehr Bandbreite frei. Fazit: Klasse. Das Schwierigste an der Pssh-Suite ist, den Namen ihrer Heimat im Web, Theether.org, einigermaßen trocken auszusprechen. Kollegen mit labiler Zahnprothese: Vorher ohne Publikum üben! (jk)

Infos

[1] Parallel SSH: [http://www.theether.org/pssh/]

[2] Michael Renner, "Cluster und Rechnerpools per DSH administrieren": Linux-Magazin 06/04, S. 75

Der Autor


Charly Kühnast administriert Unix-Betriebssysteme im Rechenzentrum Niederrhein in Moers. Zu seinen Aufgaben gehören die Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ. Im heißen Teil seiner Freizeit frönt er dem Kochen, im feuchten Teil der Süßwasseraquaristik und im östlichen lernt er Japanisch.

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