Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Pinger 0.32c


Ping-Monitoring

Quelle: [http://aa.vslib.cz/silk/projekty/pinger/index.php]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Poing

Ein Ping genügt, um herauszufinden, ob ein Rechner im Netz erreichbar ist. Wer jedoch mehrere Remote-Rechner in regelmäßigen Abständen überwachen möchte, schreibt dazu entweder ein Skript oder benutzt als fertige Lösung das Programm Pinger. Im Gegensatz zum klassischen Ping besitzt es eine Ncurses- und eine GTK-basierte Oberfläche, die beide übersichtlich zeigen, ob alle überwachten Rechner online sind.

Wie oft Pinger prüft, legt der Anwender in der Konfigurationsdatei für jeden Remote-Host fest. Hier lässt sich auch die Größe des zu sendenden ICMP-Pakets variieren. In lokalen Netzwerken kann der Nutzer die Remote-Verfügbarkeit mit ARP-Requests testen.

Damit sich die Lebendigkeit von Remote-Systemen auch später nachvollziehen lässt, protokolliert Pinger Statusänderungen auf Wunsch. Einzelne Systeme kann der Administrator mit dem Parameter »nolog« davon ausnehmen. Pinger prüft aber nicht, ob bestimmte Dienste wie der Webserver einer Maschine antworten. Fällt ein Server aus, so hebt Pinger seinen Eintrag im Programmfenster rot hervor. E-Mail-Notifikation beherrscht die Software aber nicht.

***-- Pinger kann sich nicht mit Monitoring-Lösungen wie Nagios messen, ist aber praktisch, um die Verfügbarkeit von Rechnern zu überwachen.

Packeth 1.6


Paket-Generator

Quelle: [http://packeth.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Scapy, Packet Excalibur

Administratoren erzeugen für Netzwerktests häufig gezielt manipulierte Datenpakete mit selbst geschriebenen Skripten. Einfacher geht es mit der grafischen Anwendung Packeth. Die Palette der von ihr erzeugten Pakettypen reicht vom nackten Ethernet-Protokoll 802.3 mit VLAN-Unterstützung über IPv4 und IPv6 bis hin zum ICMP-, UDP- und TCP-Protokoll. Damit deckt das Programm die OSI-Layer 2 bis 4 ab. Nicht nur der Header, sondern auch die Payload jedes einzelnen Pakets lässt sich dabei nach Belieben beeinflussen.

Mit der Einstellung von Sende-Intervallen und der Paketanzahl sind auch längere Testreihen und Stresstests möglich. Auf Wunsch wechselt das Programm die Quelladressen zufällig. Einmal erstellte Testreihen sichert der Administrator für spätere Versuche in einer Konfigurationsdatei. Packeth fährt außerdem mehrere in Konfigurationsdateien abgespeicherte Testreihen parallel.

****- Packeth lässt bei der Generierung eigener Datenpakete kaum Wünsche offen. Die übersichtliche Oberfläche erleichtert besonders Einsteigern das Zusammenstellen von handgeschneiderten Paketen für Netzwerktests, erspart aber auch erfahrenen Administratoren viel Handarbeit.

Conky 1.6.0


System-Monitoring-Tool für X11

Quelle: [http://conky.sourceforge.net]

Lizenz: größtenteils GPL

Alternativen: Gkrellm, Top

Wenn eine Anwendung langsamer läuft als erwartet, fragt es sich, was das System bremst. Auskunft darüber geben Top und Konsorten (vergleiche Artikel "Top Ten" in diesem Heft). Wer jedoch auf seinem sowieso schon dahinkriechenden System nicht noch auf das Öffnen eines Konsolenfensters warten möchte, nutzt Conky, um die Lastdaten permanent auf dem Desktop anzuzeigen.

Die Software übertrifft die meisten Statusmonitore im Funktionsumfang. In der Konfigurationsdatei ».conkyrc« fragt der Benutzer neben üblichen Systemparametern wie CPU- und I/O-Last oder Speichernutzung auch WLAN-Status, Batteriestand oder Mailaccounts ab. Besonders nützlich ist eine nach CPU- oder Speicherbedarf sortierbare Prozessliste, die Ressourcensünder bloßstellt.

Wem die eingebauten Sensoren nicht ausreichen, der kann die Software mit Skripten erweitern. Die Optik des Systems lässt sich farblich anpassen. Conky beherrscht Transparenz und Font-Antialiasing. Statt direkt auf dem Desktop zeigt das Tool seine Graphen und Tabellen auf Wunsch auch in einem Anwendungsfenster oder auf der Konsole an.

****- Conky ist ein leistungsfähiger System-Monitor für Desktopsysteme, der Konkurrenten wie Gkrellm im Leistungsumfang übertrifft.

Wfyd 0.6


Digitale Stechuhr

Quelle: [http://wfyd.sourceforge.net]

Lizenz: ZPL 2.1

Alternativen: Gtimer, Ehour

Für Selbstständige ist es unerlässlich, den Zeitbedarf ihrer Projekte akribisch zu erfassen. Sogar denen, die nicht postenbezogen abrechnen, hilft eine digitale Stechuhr, um Zeitfresser zu identifizieren. Wichtig bei einer Zeitmessungs-Software ist, dass sie sich mit geringer Aufmerksamkeit nebenbei bedienen lässt. Anders als andere Time Tracker ist Wfyd minimalistisch konzipiert. Der Benutzer gibt dem Projekt lediglich einen Namen und startet mit »Add« die Zeiterfassung. Zum Anhalten der Stoppuhr genügt ein Klick auf »Stop«.

Der erfasste Zeitraum landet dann in der Zeitliste des jeweiligen Projekts. Der Benutzer kann ihn noch mit einem aussagekräftigen Kommentar versehen oder die Summe der erfassten Minuten nachträglich korrigieren. Setzt der Nutzer die Arbeit an diesem Projekt fort, reicht es, erneut den Add-Button zu drücken. Wfyd legt dann für das nächste Intervall einen neuen Eintrag an. Die erfassten Zeiten speichert Wfyd in einer SQLite-Datenbank und exportiert sie auf Wunsch in eine Text- oder V-Cal-Datei.

Außer SQLite braucht die in Python geschriebene Software die Gnome-Python-Bindings. Anders als andere Time Tracker bemerkt es Wfyd aber nicht, wenn der Computer längere Zeit inaktiv ist, sodass der Anwender die Uhr für die Zigarettenpause per Hand anhalten muss. Vergisst er es, verfälscht dies das Ergebnis.

**--- Wfyd ist ein einfaches Time-Tracking-Programm, das die Kernfunktionen beherrscht und dabei wenig Systemressourcen belegt. Die Oberfläche ist getreu der Gnome-Philosophie leicht zu bedienen. Automatisierungs- und Statistikfunktionen bietet die Software allerdings nicht.

Mpg123 1.5.0


Konsolenbasierter MP3-Player

Quelle: [http://mpg123.org]

Lizenz: LGPL 2.1

Alternativen: Mpg321, Xmms

Die Beliebtheit von grafischen Playern wie Amarok, Itunes oder dessen Linux-Schwester Atunes ist sicherlich der Grund dafür, dass die Entwicklung des Konsolen-MP3-Players Mpg123 zwischen 2001 und 2006 beinahe ruhte. Mittlerweile schreitet sie jedoch wieder zügig voran und bringt mit der kürzlich erschienenen Version 1.5.0 neue Funktionen. So beherrscht die Software nun den Umgang mit den ICY-Metadaten, wie sie beim Streaming-Format Shoutcast zum Einsatz kommen. Außerdem unterstützt die neue Version auch IPv6, da die Entwickler den Code, der für das HTTP-Protokoll zuständig ist, überarbeitet haben.

So intuitiv die Bedienung grafischer Player sein mag, wie alle GUI-Programme haben sie einen Nachteil: Sie lassen sich nur über das GUI am lokalen Rechner steuern. Mpg123 läuft dagegen auch in langsamen Netzen remote und lässt sich in Skripte oder Weboberflächen einbinden. Zahlreiche Kommandozeilenparameter stellen die meisten Funktionen der inzwischen viel verbreiteteren grafischen Player zur Verfügung. Nach Angaben der Entwickler genügt für das parallele Abspielen zweier MP3s ein Pentium-Rechner mit 100 MHz CPU-Takt.

Die beiden bekanntesten Linux-Videoplayer, Xine und Mplayer, nutzen die Mpg123-Codebasis für das Abspielen MP3-komprimierter Soundtracks. Die Software läuft unter Linux, FreeBSD, Mac OS, Solaris, vielen Unix-Varianten sowie über Cygwin auch unter Windows.

****- Mit verbesserter Streaming- und IPv6-Unterstützung eignet sich die neue Mpg123-Version hervorragend als Helper-Application für Webbrowser oder eigene Skripte und darf daher, den umfangreichen und ausgefeilten grafischen Playern zum Trotz, auf keinem Linux-System fehlen.

Testdisk 6.10


Recovery-Tool

Quelle: [http://www.cgsecurity.org/wiki/TestDisk]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Hex-Editor

Geht ein Eintrag aus der Partitionstabelle verloren, so sind auf der Platte noch vorhandene Daten für das Betriebssystem unsichtbar. Ist der Bootsektor beschädigt, startet der Rechner nicht mehr. Doch sowohl Daten als auch installierte Systeme lassen sich oft retten. Wer sich dazu nicht mit einem Hex-Editor per Hand durch die Bits und Bytes der Partitionstabelle quälen möchte, benutzt besser Testdisk. Die Software stellt verlorengegangene Partionen wieder her und repariert nicht mehr bootende Festplatten.

Darüber hinaus findet das Recovery-Tool Backups des Superblocks in korrupten Ext-2- und Ext-3-Dateisystemen. In FAT- und NTFS-Dateisystemen stellt es den Bootsektor aus dem Backup wieder her oder schreibt ihn neu. Hat der Administrator eine Partion gelöscht, dabei jedoch einige noch benötigte Dateien vergessen, so extrahiert Testdisk diese aus der verlorenen Partition. Bei den FAT-Systemen lassen sich auch gelöschte Dateien wiederherstellen.

Testdisk versteht neben klassischen Intel-PC-Partitionstabellen
sowohl Macintosh- als auch Sun-Versionen und sogar die
Partitionierung der Xbox. Neben zahlreichen Analyse-Funktionen
erstellt Testdisk auch Dumps vorhandener Daten, was beim Recovern
physisch beschädigter Dat

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