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50 | Top und Konsorten
Top benutzt praktisch jeder - doch wer kennt alle Top-Nachahmer von Apache-Top bis Xrestop?
55 | Farbverwaltung in Scribus
Eine gelungene Farbwahl ist die erste Voraussetzung für
ansprechende Layouts. Das Linux-Magazin untersucht, wie gut das freie DTP-Programm Scribus den Benutzer dabei unterstützt.
58 | Tooltipps
Das richtige Tool für den richtigen Zweck - diesmal geht
es um Partions-Recovery, das Erzeugen von speziell zugeschnittenen
Netzpakete und weitere Anwendungen (nicht nur) für Administratoren.
60 | Projekteküche
Diesmal steht die richtige Küche im Mittelpunkt -
außer mit dem gewohnten Rezept gibt's eine Rezeptverwaltung.
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Unter den Computernutzern gibt es wie in vielen anderen Lebensbereichen zwei Fraktionen: Die einen wünschen sich ihre Desktop-Umgebung möglichst effizient. Sie nutzen Xfce [1] oder gar Icewm [2]. Die anderen lieben die Opulenz und freuen sich zum Beispiel an Schatteneffekten, wie sie Compiz und Co., aber auch der in KDE 4 schon eingebaute Composite-Manager bieten.
Das Streben nach Opulenz
Der Trend scheint in Richtung Optik zu gehen: Das legt zumindest KDE 4 nahe, das Super-Karamba - ehemals eine Applet-Spielerei für Anwender, die gern ein paar System-Ressourcen in Eye-Candy investierten - mit Plasma [3] quasi in den Standard-Desktop integriert. Auf der Akademy 2008, dem diesjährigen KDE-Entwicklertreffen gewann prompt der Plasma-Desktop einen der Akademy-Awards. Die Auszeichnung vergibt die KDE-Entwickler-Community unter sich an die erfolgreichsten Mitglieder (siehe Artikel ab Seite 88). Die Jury fand, dass Aaron Seigo mit seiner Arbeit KDE nach außen besonders wirksam vertrete.
Den zweiten der drei Preise gewann mit dem Oxygen-Icon-Set [4] gleich noch ein Vertreter aus der Kategorie Look & Feel. Der Preis für die beste Anwendung ging an den Medienspieler Amarok [5]. Auch hier war die Jury der Meinung, dass die Außenwirkung von Amarok, den auch viele Nicht-KDE-Anwender kennen, besonderer Grund für die Auszeichnung sei.
Und die Effizienz?
Ähnlichen Stellenwert hat der Augenschmaus offenbar auch bei Microsoft: Die Redmonder nahmen es in Kauf, dass ihr Aero genannte 3D-beschleunigte Oberfläche unter Windows Vista die GPU, die CPU und den RAM vielen noch im Einsatz befindlichen Rechnern überlastet. Die Anwender scheint dies den Verkaufszahlen nach arg zu stören.
Leistungseinbußen dieser Größenordnung bleiben KDE-4-Anwender erspart. Hier legt das genutzte Qt-4-Toolkit in Punkto Effizienz so sehr zu, dass sich die hier eingekaufte Performancesteigerung und die bunten Eyecatcher nach verbreitetem Eindruck immerhin etwa die Waage halten. Schaltet der Anwender jedoch den Sekundenzeiger beim hochglanzpolierten Analoguhr-Applet ein, so steigt der CPU-Verbrauch der für die Applets zuständigen Plasma-Engine auf einem 3 GHz-Pentium-4-System immerhin auf 2 bis 3 Prozent (Abbildung 1). Das ist einerseits nachvollziehbar, da der Plasma-Desktop nun jede Sekunde etwas zu tun hat. Aber wer keine CPU-Zeit zu verschenken hat, verzichtet besser auf den Taktzyklen-Fresser.
Gnome-Benutzer, die ähnliche Effekte wie die Plasma-Applets wollen, finden ihr Glück beim Gdesklets-Projekt [6]. Wer zwar den Plasma-Desktop möchte, aber den preisgekrönten Oxygen-Look doch lieber gegen ein anderes Design austauschen möchte, findet Oberflächen- und Icon-Themes, Farbschemata und Desktop-Hintergründe auf KDE-Look.org [7]. Die Partnerseite für Gnome heißt Gnome-Look.org. [8]