Open Source im professionellen Einsatz

Oscon 2008

Macher und Verlegene

Die Open Source Conference (Oscon) von O'Reilly in Portland, Oregon, zog zwischen dem 21. und 25. Juli 2008 über 3000 Besucher an. Neben den üblichen Industrievertretern nutzte auch Microsoft die Veranstaltung, um die Open-Source-Flagge zu zeigen.

Beliebte Vortragsthemen im Südflügel des Oregon Convention Center waren Beispiele für Open Source in großen Unternehmen oder auch "Wie man ein Open-Source-Unternehmen in 72 Stunden aufbaut". Die Prominenz moderner Skriptsprachen knüpfte Kontakte und heckte Projekte aus. 90 Prozent der Besucher waren 20- bis 40-jährige Männer im Linus-Torvalds-Look: Turnschuhe oder Birkenstock, schlabberiges T-Shirt, oft kurze Hosen [http://en.oreilly.com/oscon2008].

Zucker für Gnome

Mark Shuttleworth, Gründer des Ubuntu-Sponsors Canonical, diagnostizierte in seiner Keynote Addon-Konzepte als Schlüssel für erfolgreiche Software, beispielsweise Addons.mozilla.org.

Was Ubuntu betrifft, so werde das Projekt kräftig in die Schönheit von Gnome investieren. Nach Shuttleworth soll die Desktop-Oberfläche durch Eye-Candy mindestens so schick werden wie Apples kunstvolles OS X. Innovationsfähigkeit harmoniert mit einer gesunden ökonomischen Einstellung besonders gut, weiß der Multimillionär.

Hürden von Sun

In einer Live-Demo zeigte Performance-Fachmann Theo Schlossnagle Suns Profilertool Dtrace. Bis hinunter zu C-Subroutinen und einzelnen Perl-Zeilen deckt das Tool Vorgänge im System auf.

Dtrace läuft inzwischen nicht mehr nur auf Solaris, sondern nimmt neuere BSD-Systeme unter die Lupe. Gerüchten zufolge ist die Linux-Unterstützung nur sechs Monate entfernt. Bedingung ist allerdings, dass Sun die rechtlichen Hürden beseitigt.

Die Open-Source-Awards in Höhe von jeweils 5 000 US-Dollar, die Google traditionell auf der Oscon verleiht, gingen dieses Jahr an den Samba-Gründer Andrew Tridgell. Der Kernelentwickler Harald Welte sammelte einen Google-Preis als GPL-Verteidiger ein, nachdem ihn 2007 die Free Software Foundation schon dafür ausgezeichnet hatte. Die Perl-Foundation verlieh ihre ebenfalls traditionelle Ehrung in Form eines weißen Kamels unter anderem an Josh McAdams für sein Engagement als Perlmonger.

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