Beliebte Vortragsthemen im Südflügel des Oregon Convention Center waren Beispiele für Open Source in großen Unternehmen oder auch "Wie man ein Open-Source-Unternehmen in 72 Stunden aufbaut". Die Prominenz moderner Skriptsprachen knüpfte Kontakte und heckte Projekte aus. 90 Prozent der Besucher waren 20- bis 40-jährige Männer im Linus-Torvalds-Look: Turnschuhe oder Birkenstock, schlabberiges T-Shirt, oft kurze Hosen [http://en.oreilly.com/oscon2008].
Zucker für Gnome
Mark Shuttleworth, Gründer des Ubuntu-Sponsors Canonical, diagnostizierte in seiner Keynote Addon-Konzepte als Schlüssel für erfolgreiche Software, beispielsweise Addons.mozilla.org.
Was Ubuntu betrifft, so werde das Projekt kräftig in die Schönheit von Gnome investieren. Nach Shuttleworth soll die Desktop-Oberfläche durch Eye-Candy mindestens so schick werden wie Apples kunstvolles OS X. Innovationsfähigkeit harmoniert mit einer gesunden ökonomischen Einstellung besonders gut, weiß der Multimillionär.
Hürden von Sun
In einer Live-Demo zeigte Performance-Fachmann Theo Schlossnagle Suns Profilertool Dtrace. Bis hinunter zu C-Subroutinen und einzelnen Perl-Zeilen deckt das Tool Vorgänge im System auf.
Dtrace läuft inzwischen nicht mehr nur auf Solaris, sondern nimmt neuere BSD-Systeme unter die Lupe. Gerüchten zufolge ist die Linux-Unterstützung nur sechs Monate entfernt. Bedingung ist allerdings, dass Sun die rechtlichen Hürden beseitigt.
Die Open-Source-Awards in Höhe von jeweils 5 000 US-Dollar, die Google traditionell auf der Oscon verleiht, gingen dieses Jahr an den Samba-Gründer Andrew Tridgell. Der Kernelentwickler Harald Welte sammelte einen Google-Preis als GPL-Verteidiger ein, nachdem ihn 2007 die Free Software Foundation schon dafür ausgezeichnet hatte. Die Perl-Foundation verlieh ihre ebenfalls traditionelle Ehrung in Form eines weißen Kamels unter anderem an Josh McAdams für sein Engagement als Perlmonger.