Open Source im professionellen Einsatz

Neues bei Debian

Debianopolis

Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.

Mit Hochdruck arbeiten die Debian-Entwickler derzeit daran, die Version 5.0 auf den Weg zu bringen. Ein Status-Update von Marc Brockschmidt gibt einen Eindruck über aktuelle Erfolge - und über den Sand im Getriebe [1]. Im Grundsystem haben Perl und Python Updates auf die jeweils neueste Version erfahren. Brockschmidt weist darauf hin, dass diese Upgrades die letzten im Grundsystem waren. Nächstes Ziel sei der Freeze, bei dem keine Änderungen mehr durch automatisch hinzugefügte Pakete aus der Unstable-Distribution erfolgen. Der Freeze ist der erste große Schritt auf dem Weg zur fertigen Release.

Abbildung 1: Die Entwickler des neuen Debian 5.0 alias Lenny haben sich dazu entschlossen, die Prozessorarchitektur von ARM mit Little-Endian-Byteorder zur Release-Architektur zu erklären.
    (Bild: © Norman Bates, Photocase.com)

Abbildung 1: Die Entwickler des neuen Debian 5.0 alias Lenny haben sich dazu entschlossen, die Prozessorarchitektur von ARM mit Little-Endian-Byteorder zur Release-Architektur zu erklären. (Bild: © Norman Bates, Photocase.com)

Frostige Zeiten

Diesen Freeze kündigt Brockschmidt am Schluss seiner E-Mail schon für Ende Juni an. Dieses Tempo ermöglichen die Erfolge, die die Entwickler in den letzten Wochen insbesondere bei systemkritischen Komponenten wie dem GCC oder diversen Bibliotheken errangen.

Die Entwickler beschlossen auch, die ARM-Prozessorarchitektur (Advanced Risc Machines) der gleichnamigen Firma mit Little-Endian-Byteorder zur Release-Architektur zu erklären. Damit versprechen sie, dass das komplette Debian-System auf dieser Architektur zur Verfügung steht. ARM-Prozessoren mit Little-Endian-Sortierung (ARM-EL oder schlicht "armel") stecken oft in mobilen Geräten wie PDAs oder Smartphones.

Außerdem haben die Debian-Entwickler die Init-Skripte vieler Programme endlich so umgebaut, dass sie abhängigkeitsbasiertes Booten unterstützen, also wissen, welche Dienste bereits laufen müssen, bevor sie selbst starten. Viele weitere kleine Änderungen runden die Entwicklungsarbeit ab.

Der Weg ist das Ziel

Das heißt aber nicht, dass es nichts mehr zu tun gibt. Brockschmidt erinnert in seiner Mail daran, dass zwei so genannte Bug-Squashing-Party-Marathons geplant sind. Einer findet Mitte Juni in Utrecht statt, der zweite Ende Juni in Cambridge, UK [2]. Während dieser Partys mögen sich die Entwickler insbesondere um Probleme mit dem Debian-Installer kümmern, die noch für Unmut bei den Benutzern sorgen.

Die von Brockschmidt vorgestellte Timeline liest sich beruhigend für die Benutzer, die auf das Lenny-Update warten: Bereits Mitte Juli soll es zum Full Freeze kommen, in dem die Entwickler am Gesamtsystem nur noch kritische Veränderungen vornehmen. Treten danach keine schwerwiegenden Probleme mehr auf, steht der Release von Lenny im September nichts mehr im Wege.

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Ausgabe 07/2013

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