Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Findmp3 0.7


MP3-Dateien über ID3-Tags finden

Quelle: [http://www.vanheusden.com/findmp3/]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Desktop-Suche

Da Dateinamen nur sehr beschränkt dazu taugen, Musikstücke und Filme zu beschreiben, dürfen viele Multimedia-Dateiformate beschreibende Tags enthalten. MP3s nehmen Informationen wie Künstler, Album oder Titel, Erscheinungsjahr und Genre eines Musikstücks in den ID3-Tags auf. Findmp3 durchforstet Verzeichnisstrukturen nach MP3-Dateien und wertet dabei diese Tags aus. So lassen sich Lieder auch dann noch finden, wenn der Dateiname wenig aussagt.

Die Fähigkeiten der Software gehen aber über das Auffinden einzelner Dateien hinaus: Da der Anwender mehrere Suchanfragen verknüpfen kann, stellt er mit dem Programm auch Playlists zusammen. Standardmäßig verknüpft Findmp3 die Suchparameter mit logischem Und, aber auch Oder-Verknüpfungen sind möglich. Die Software versteht außerdem reguläre Ausdrücke. Dies ist besonders nützlich, wenn der Benutzer die Schreibweise eines Titels nicht genau kennt. Der Parameter »-v« invertiert eine Suchanfrage, »-i« ignoriert Groß- und Kleinschreibung.

***-- Wer sich beim Organisieren seiner MP3-Sammlung nicht auf die Fähigkeiten schwergewichtiger Player wie Amarok verlassen möchte, behält mit dem Kommandozeilentool Findmp3 ebenso leicht den Überblick.

Flpsed 0.6.1


Postscript-Formulare und PDFs ausfüllen

Quelle: [http://www.ecademix.com/JohannesHofmann/Flpsed.html]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Inkscape 0.46, Scribus

Eigentlich erlaubt es das PDF-Format von Haus aus, mit dem kostenlosen Adobe Reader ausfüllbare Formulare zu erstellen. Nicht immer ist diese Erkenntnis aber bis zu Behörden oder Vereinen vorgedrungen oder es fehlt dort an Know-how und Software, um ausfüllbare Formulare zu erstellen. Daher stehen viele Formblätter als gewöhnliche PDFs im Web. Der Benutzer muss sie nach dem Ausdruck per Hand ausfüllen und mit der Snailmail versende.

In solchen Fällen sorgt Flpsed für Abhilfe. Die Software annotiert Postscript-Dateien, liest und schreibt mit Hilfe von Pdftops aus dem Xpdf-Paket aber auch PDFs. Flpsed erlaubt es, Text in bestehende Dokumente einzufügen. Dabei kann der Nutzer die Schriftgröße und -farbe des hinzugefügten Textes festlegen, nicht jedoch die Schriftart. Das modifizierte Dokument lässt sich wieder als Postscript- oder als PDF-Datei speichern.

***-- Flpsed eignet sich gut, um Postscript- oder PDF-Formulare auszufüllen oder mit Kommentaren zu versehen. Eine Wahlmöglichkeit bei der Schriftart würde es zudem ermöglichen, den Buchstabenabstand bei für händisches Ausfüllen konzipierten Formularen einzuhalten.

Gnome-Schedule 2.0.2


Cron- und At-Jobs verwalten

Quelle: [http://gnome-schedule.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Gcrontab

Bei der Verwaltung regelmäßig wiederkehrender Aufgaben setzen Administratoren und fortgeschrittene Anwender auf Scheduler-Dienste wie Cron oder At. Damit sich weniger versierte Anwender nicht mit Konfigurationsdateien herumschlagen müssen, gibt es grafische Frontends wie Gnome-Schedule.

Das Programm zeigt alle bestehenden Tasks des Anwenders an. Der Nutzer kann sie löschen, das Ablauf- oder Ausgabeverhalten verändern oder direkt ausführen. Templates erleichtern das Anlegen neuer Jobs: Gibt es ein Template für stündlich wiederkehrende Aufgaben, bleibt nur noch der Befehl anzupassen. Gnome-Schedule erzeugt regelmäßig wiederkehrende Jobs für Cron und einmalige Aufgaben für At. Dank der grafischen Oberfläche ist keine Kenntnis des Crontab-Formats nötig.

***-- Gnome-Schedule ist nicht nur für Linux-Einsteiger hilfreich. Mit Vorlagen erleichtert die Software auch erfahrenen Administratoren die Arbeit.

Httrack 3.42


Herunterladen ganzer Websites

Quelle: [http://www.httrack.com/]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Khttrack, Java Websuck, Wget

Httrack automatisiert das Speichern und Aktualisieren ganzer Websites. Sie lassen sich dann von einem Spiegelserver aus anbieten oder einfach offline auf dem eigenen Rechner betrachten. Ruft der Anwender das Programm ohne Parameter auf, startet es auf der Kommandozeile einen Konfigurations-Wizard, der Informationen wie die URLs der zu spiegelnden Webseiten, herunterzuladende Dateitypen oder das Verzeichnis für den Download abfragt.

Für die Kommandozeile gibt es zahlreiche Optionen: So lassen sich die beim Download benutzte Browserkennung ändern und die maximale Transferrate oder die maximale Rekursionstiefe einstellen. Außerdem kann der Benutzer das Logging- und Caching feintunen oder die Timeout-Werte anpassen. Filterparameter erlauben es beispielsweise, große Bilder oder Multimedia-Inhalte vom Download auszuschließen. Für viele Optionen gibt es einprägsame Kürzel. Wer sich auch diese nicht merken möchte, sollte das Webinterface benutzen und das GUI der Windows-Version unter Linux nachbildet. Das Skript »webhttrack« startet dafür einen eigenen Webserver auf dem ersten freien Port ab 8080.

****- Httrack ist ein leistungsfähiges Webmirroring-Tool, das durch seine vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten und Funktionen wie Authentifizierung oder die Bereitstellung von Cookies wenig Wünsche offen lässt - zumal die Bedienung über das Webinterface auch Anfängern gelingt.

Jlgui 3.0


Java-basierter MP3-Player

Quelle: [http://www.javazoom.net/jlgui/sources.html]

Lizenz: LGPL

Alternativen: Xmms, Amarok, Mpg123

Die meisten Anwender nutzen native Linux-Medienplayer wie Xmms oder Amarok. Es gibt jedoch einen plattformübergreifend lauffähigen Java-Medienplayer, der sich in puncto Komfort und Leistungsumfang nicht vor den umfangreichen Linux-Programmen verstecken muss: Jlgui braucht keine Installation, der Anwender muss sich nicht um für die eingesetzte Plattform passende RPM- oder Deb-Pakete kümmern oder die Software gar kompilieren. Lediglich der Pfad zum Java-Verzeichnis im Startskript ist anzupassen. Das Linux-Startskript muss noch Ausführungsrechte erhalten.

Das Erscheinungsbild und die grafische Oberfläche des Players sind stark an Winamp und Xmms angelehnt, sodass sich die meisten Nutzer sofort zurechtfinden. Darüber hinaus unterstützt Jlgui sogar das Winamp-Skins-2.0-Format, sodass eine Vielzahl von Themes zum Download zur Verfügung stehen. Bei den Audiodateien reicht die Palette der unterstützten Formate von MP3 über WAV, Flac und AIFF bis zu Speex und Ogg Vorbis. Außer mit Dateien kann Jlgui auch mit MP3- und Ogg-Audiostreams umgehen.

****- Jlgui ist ein umfangreicher Java-Mediaplayer, der seinen nativen Konkurrenten problemlos das Wasser reichen kann. Neben der Standalone-Version gibt es auch eine allerdings nicht ganz aktuelle Applet-Version, die sich in Webseiten einbinden lässt.

Joe 3.5


Konsolen-Editor

Quelle: [http://joe-editor.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv1

Alternativen: Vim, Emacs, Pico

Bei der Frage nach dem richtigen Editor entbrennt unter Administratoren schnell ein Glaubenskrieg zwischen Vi- und Emacs-Verfechtern. Leicht gerät dabei in Vergessenheit, dass es außer den beiden Platzhirschen noch weitere leistungsfähige Konsolen-Editoren gibt. Einer davon ist Joe's Own Editor, kurz Joe. Sein spartanisches Erscheinungsbild erinnert an DOS-Textverarbeitungen aus den 80er Jahren, die Tastaturbelegung ist an Wordstar und Turbo-C angelehnt. Auch Standards anderer Editoren wie Emacs oder Pico lassen sich einstellen.

Neben den üblichen Grundfunktionen besticht Joe vor allem durch seine flexible Konfiguration, die einfache Installation und die auf Geschwindigkeit optimierte Oberfläche. Damit eignet sich der Editor besonders für die Arbeit in Remote-Verbindungen über SSH. Dabei integriert sich Joe hervorragend in die Linux-Kommandozeile. So kann der Anwender wie bei Vi ganze Texte oder einzelne Passagen durch Unix-Kommandos filtern. Außerdem integriert Joe Rechtschreibprüfer wie Aspell oder Ispell.

Weitere Highlights sind die Unterstützung regulärer
Ausdrücke bei der Textsuche, Syntax-Highlighting für
zahlreiche Programmier- und Makrosprachen wie C oder M4 sowie ein
Makrorekord

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