Open Source im professionellen Einsatz

Groupware mit dem VoIP-Telefon

Gefüttert

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Mit ein wenig Know-how und dem passenden Skript können VoIP-Telefone Rufnummern und Namen aus einem Groupware-Server verwenden. Manche zeigen sogar Termine oder Fußballergebnisse an.

Nicht nur der Asterisk-Server ist ein mächtiges Werkzeug, das eine klassische Telefonanlage zu ersetzen vermag. Auch in vielen Endgeräten schlummern ungenutzte Fähigkeiten, die klassische Telefonie weit übertreffen. So bietet die Snom Technology [1] aus Berlin mit ihren VoIP-Telefonen Snom 360 und 370 effiziente und komfortable Apparate an, die sich mit wenig Aufwand in schlanke Groupware-Clients verwandeln lassen.

Die Snom-Geräte

Alle Telefonapparate der 360er und 370er Serie verfügen über ein 12-stelliges, programmierbares Tastenfeld, ein integriertes Telefonbuch, einen eingebauten Webserver und Funktionen, die sich für fast jeden Zweck individuell anpassen lassen. Neben der Buchse fürs Headset gehört zwar auch ein Stromkabel zum Lieferumfang, es bietet sich aber eher an, die Telefone mit Power over Ethernet (POE) zu versorgen. Der Technologieführer im Bereich POE, Powerdsine, hat die Snom-Telefone 360 und 320 nach dem IEEE-Standard 802.3af zertifiziert [2].

Wie zu erwarten, ist es auch bei den Snoms kein Hexenkunststück, Gespräche zu führen, zu vermitteln oder von einem anderen Apparat zu übernehmen. Kleine LEDs auf dem Tastenfeld signalisieren ankommende Gespräche durch eifriges Blinken. Auch die Gespräche anderer interner Teilnehmer lassen sich damit schnell ablesen.

Für Telefonzentralen ist es möglich, dies Tastenfeld zusätzlich mit bis zu drei Erweiterungsmodulen zu kaskadieren. Jedes davon erhöht die Anzahl von Tastenfeldern und LEDs um 42. Ist die Telefonanlage richtig konfiguriert, zeigt das Snom mit Hilfe eines Lichtleins an, ob Anrufe auf der Sprachmailbox liegen. Diese Fähigkeit macht sich zum Beispiel der Groupware-Server Citadel [3] im Gespann mit Asterisk bei einer einheitlichen Mailbox für E-Mail, Chat, Groupware und Telefonie zunutze (Kasten "Keine Hexerei: Citadels Unified Inbox").

Das Display der Snoms zeigt auch die Anzahl der Nachrichten und der verpassten, getätigten und angenommenen Gespräche. Über den [DND]-Knopf (Do not disturb) versetzt der Benutzer das Telefon in eine Art Abwesenheitsschaltung.

Das VoIP-Telefon konfigurieren

Die Konfiguration der Telefone erfolgt übers Netzwerk. Admins mit größerer Teilnehmerzahl im VoIP-Netz werden dabei nicht auf Provisioning [4] verzichten wollen. Die Snoms können ihre Konfiguration als XML-Datei von einem DHCP-Server beziehen. Die entsprechenden Einstellungen dafür übernimmt der Administrator bequem im Browser von seinem Arbeitsplatz aus. Der im VoIP-Telefon eingebaute Mini-Webserver macht\'s möglich.

Jeder Telefonapparat verfügt darüber hinaus über ein eigenes internes Adressbuch, das bis zu 100 Nummern und Namen speichert. Eine Import/Export-Schnittstelle für CSV-Dateien ist im Webfrontend enthalten (Abbildung 1).

Abbildung 1: Dieses Telefonbuch ist direkt auf den Snom-VoIP-Telefonen hinterlegt. Über einen integrierten Webserver können Benutzer via Browser darauf zugreifen und CSV-Daten importieren. Auch die Konfiguration der Apparate erledigt der Admin vom Webbrowser aus.

Abbildung 1: Dieses Telefonbuch ist direkt auf den Snom-VoIP-Telefonen hinterlegt. Über einen integrierten Webserver können Benutzer via Browser darauf zugreifen und CSV-Daten importieren. Auch die Konfiguration der Apparate erledigt der Admin vom Webbrowser aus.

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