Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2008

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

1310

When 1.1.11


Konsolenkalender

Quelle: [http://www.lightandmatter.com/when/when.html]

Lizenz: GPL

Alternativen: Evolution, Korganizer

Umfangreiche Kalenderlösungen gibt es unter Linux wie Sand am Meer. Wer jedoch lediglich einige Termine im Blick behalten möchte, für den ist das Perl-Skript When die richtige Anwendung. Die schlanke Software läuft notfalls auch auf einem Server, ohne nennenswert von dessen Rechenleistung zu zehren. Perl als einzige Voraussetzung ist so gut wie immer vorhanden.

When benötigt keine Datenbank, sondern legt alle Termine und Konfigurationseinstellungen als Textdateien in ein separates Unterverzeichnis im Homeverzeichnis des Benutzers ab. Daher lässt sich When bequem auf einem USB-Stick mitnehmen und auch remote über eine SSH-Session nutzen.

Neue Termine gibt der Anwender auf der Konsole im Format »Jahr, Monat, Tag, Notiz, Uhrzeit« ein. Die Software verwaltet außerdem wiederkehrende Ereignisse und hilft bei der Lösung von Terminkonflikten. Ein Alarmfunktion gibt es allerdings nicht. Über die zahlreichen weiteren Funktionen gibt die Manpage Auskunft.

***-- When ist der richtige Terminkalender für alle, die sich gerne auf das Wesentliche beschränken und eine Standalone-Lösung suchen. Die anfangs umständlich wirkende Termineingabe verinnerlicht jeder Nutzer spätestens nach fünf Eintragungen.

Task Spooler 0.5.3


Batchjob-Verwaltungssystem

Quelle: [http://vicerveza.homeunix.net/~viric/soft/ts/]

Lizenz: GPL

Alternativen: Shellskript

Task Spooler ist ein benutzerspezifischer Batchjob-Scheduler für Linux. Anders als die bekannten Dienste Cron oder At, bei denen der Anwender Startzeiten und Wiederholzyklen festlegt, fügt Task Spooler die Jobs ohne Zeitangabe in eine Warteschlange ein, die die Software der Reihe nach abarbeitet. Der Nutzer hat dabei stets die Möglichkeit, die Jobreihenfolge zu ändern oder Jobs aus der Schlange zu entfernen oder deren Status zu überwachen.

Um sicherzustellen, dass jeder Anwender nur auf seine eigenen Jobs zugreift, startet Task Spooler beim ersten Aufruf durch einen bestimmten Benutzer für diesen einen eigenen Kindprozess mit dessen Nutzerrechten. Die Ausgabe der einzelnen Jobs legt Task Spooler als Datei im »/tmp«-Verzeichnis ab. Auch hier setzt das Programm automatisch die Zugriffsrechte so, dass nur der Jobeigentümer die Datei öffnen darf. Alternativ verschickt Task Spooler die Meldungen per Mail. Auf Wunsch komprimiert die Software die Dateien auch.

***-- Task Spooler ist die ideale Lösung, um begrenzte Ressourcen wie CPU oder RAM effizient auszunutzen. Da das Programm für eine sequenzielle Ausführung sorgt, stehen jedem Job der volle Arbeitsspeicher und eine optimale CPU-Leistung zur Verfügung. In der Praxis hilft dies dabei, zu verhindern, dass der Rechner ins Pagen kommt.

Pipe Viewer 1.1.0


Zeigt Datendurchsatz in Pipes an

Quelle: [http://www.ivarch.com/programs/pv.shtml]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Buffer, Mbuffer

Kommandozeilenbefehle durch Pipes verketten ist eine der mächtigsten und am häufigsten genutzten Funktionen der gängigen Linux-Shells. Bei den meisten Programmen kann der Benutzer den Fortschritt der einzelnen Prozesse dabei nicht beobachten. Hier schafft das Programm Pipe Viewer Abhilfe, das der Anwender als einen weiteren Prozess in die Befehlskette einklinkt.

Je nach Konfiguration und Datenquelle zeigt Pipe Viewer einen Fortschrittsbalken an oder kalkuliert sogar die noch benötigte Zeit. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Benutzer über den Parameter »-s« dem Programm die erwartete Datenmenge mitteilt. Fehlt diese Information, errechnet Pipe Viewer nur die Durchsatzrate. Der Anwender darf jedem Fortschrittsbalken einen eindeutigen Namen geben, die maximale Durchsatzrate pro Pipe begrenzen oder der Pipe für die Netzwerkübertragung einen Buffer zuweisen. Pipe Viewer hilft dabei, die I/O-Last auszubalancieren.

In der aktuellen Version ist erstmals ein Remote-Zugriff auf bereits aktive Pipes möglich. So kann der Administrator vom Arbeitsplatz aus Änderungen an der Konfiguration wie etwa das Anpassen der Durchsatzrate im laufenden Betrieb vornehmen.

**--- Wer bei zeitintensiven Prozessen in einer Pipe Fortschritts-Rückmeldung wünscht, erhält sie, wenn er Pipe Viewer in die Pipeline einbindet.

Gpm 1.99


Maus-Server für die Konsole

Quelle: [http://unix.schottelius.org/Gpm/]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Auch wenn die Linux-Anwender auf dem Desktop so gut wie immer unter X arbeiten, gibt es Linux-Umgebungen wie Server oder Rescue-Systeme, die keine grafische Oberfläche bieten. Wer hier nicht auf die Maus verzichten möchte, startet einen Gpm-Server.

Der Gpm-Dienst sorgt dafür, dass sich der Konsolen-Cursor mit der Maus bewegen lässt, und stellt zudem eine Copy- und Cut&Paste-Unterstützung zur Verfügung. Die Anzahl der Konfigurationsoptionen bleibt überschaubar: Neben der Device-Datei für das Eingabegerät kann der Anwender unter anderem Anzahl und Reihenfolge der Maustasten konfigurieren oder das Zeitintervall für die Dauer eines Doppelklicks einstellen. Für jede Maustaste lässt sich auch ein Befehl festlegen, den Gpm bei einem Klick ausführt. Zusätzlich kann der Benutzer die Geschwindigkeit des Mauszeigers oder des Mausports festlegen.

Gpm ist sogar in der Lage, die Signale mehrerer Eingabegeräte zugleich zu verarbeiten. Wer also gleichzeitig mit einer Maus und einem Touchpad arbeitet, kann auch im Konsolenbetrieb mit Gpm beide Geräte angeschlossen lassen.

***-- Mit Gpm muss der Anwender auch auf der Konsole nicht auf eine Maussteuerung verzichten. Die Software gibt es schon sehr lange, sie ist jedoch in letzter Zeit in Vergessenheit geraten. Gerade auf Serverkonsolen oder Rescue-Systemen sind Cut&Paste-Funktionen jedoch eine Arbeitserleichterung.

Clonezilla-Sysresc CD
2.2.0


Rescue-System auf Live-CD

Quelle: [http://Clonezilla-SysrescCD.hellug.gr]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Knoppix, Grml, Linbox

Externe Rettungssysteme ermöglichen es, von der Root-Partition in ausgehängtem Zustand ein Backup zu erstellen oder sie zu reparieren. Clonezilla-Sysresc CD kombiniert die Live-CD der Backupsoftware Clonezilla mit dem Rettungssystem Systemrescuecd. Beim Booten der Live-CD hat der Administrator die Wahl, ob er dezidiert mit Clonezilla ein Backup-Image erstellen will oder ein Minimal-Linux als Rescue-System benötigt. Alternativ kann er auch einen Speichertest oder eine Hardware-Diagnose durchführen, das XP-Passwort zurücksetzen oder FreeDOS booten.

Clonezilla bietet eine Ncurses-Oberfläche, die den Benutzer beim Sichern und Zurückspielen von Partitions- oder Platten-Images schrittweise führt. Ist auf dem System nicht ausreichend Plattenplatz für eine Sicherung vorhanden, kann die Software diese auch auf einen anderen Rechner schreiben. Hierfür unterstützt Clonezilla alle gängigen Protokolle wie SMB, NFS oder SSH-FS.

Wählt der Administrator im Bootloader den Menüpunkt »System-Rescue-CD«, startet ein minimales Linux. Je nach Startoption hält das System eine X-Oberfläche mit Gnustep als Windowmanager vor. Neben Standardprogrammen wie Vim oder Firefox stehen hier typische Admin-Tools wie Parted, »dd« oder »dd_rescue« sowie die Datenrettungsprogramme Foremost, Testdisk und Photorec zur Verfügung.

****- Clonezilla-Systemresc CD ist eine leistungsfähige Live-CD, die eine Vielzahl für Administratoren bei Rettungsaktionen wichtiger Tools auf einem Datenträger zu Verfügung stellt.

Cabextract 1.2


Entpackt Microsofts Cab-Dateien

Quelle: [http://www.Cabextract.org.uk]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Peazip

Cab-Archive sind das Windows-Pendant zu RPM-, Deb- oder Tgz-Dateien unter Linux. Das Format war ursprünglich als Kompressionsverfahren für Installationsdisketten gedacht. Mittlerweile liefert Microsoft jedoch den größten Teil seiner Software in diesem Format aus, viele andere Hersteller von Windows-Software benutzen es ebenfalls.

Zwar lassen sich Cabs naheliegenderweise nicht unter Linux installieren. Wer jedoch nur den Inhalt eines solchen Archivs sehen oder beispielsweise für Wine oder Ndiswrapper nutzen möchte, muss dazu nicht extra Windows installieren: »cabextract Archivname« entpackt den gesamten Inhalt der Dateien in das aktuelle Verzeichnis.

Cabextract extrahiert lediglich Dateien, erstellt jedoch keine neuen Archive. Dafür kann die Software mit allen bei Microsoft-Cab-Archiven üblichen Kompressionsverfahren wie Deflate, LZX oder Quantum umgehen. Die Software ist sogar in der Lage, bis zu einem gewissen Grad Fehler in defekten Cab-Dateien zu kompensieren.

Eine grafische Oberfläche für Cabextract gibt es nicht. Die Kommandozeilenparameter orientieren sich jedoch stark an denen von Unzip, sodass sie auch weniger erfahrene Anwender nicht überfordern. In der aktuellen Version 1.2 erzeugt Cabextract MD5-Prüfsummen für die in den Cabs enthaltenen Dateien. So lässt sich deren Integrität prüfen, ohne das Archiv zu entpacken.

***-- Cabextract ist für jeden Linux-Administrator, der heterogene Netze betreut, eine Erleichterung. Diese Software erspart einen Wechsel zwischen den Betriebssystemen und damit viel Zeit. (U. Vollbracht/pkr)

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