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34 | Nachzügler aus Redmond
In Windows Server 2008 führt Microsoft Features ein, die Linux längst besitzt.
40 | Pinguine mit Fahne
Die Standardausstattung von fünf professionellen
Linux-Distributionen im Vergleich zu der von Windows Server 2008.
48 | Security-Selbstversuch
Windows-Neuling erkundet die Sicherheitsfunktionen des Server 2008.
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Immer wenn sich Marktforscher mit Servern befassen, kommt raus: Linux- und Windows-Server boomen [1]. Windows besitzt in den Zahlenwerken zwar die größere Basis, steigt aber nie schneller als Linux und umgekehrt. Alle anderen als die beiden Systeme stagnieren oder sind auf dem Abstieg. Proprietäre Unixe sind langfristig die Verlierer - von deren Marktanteilen ernähren sich Linuxe und Windows Server 2003 per Migration gleichermaßen gut. Die Kräfte beider Systeme sind etwa gleich verteilt, beim Armdrücken Pinguin vs. Ballmer ist der Ausgang denkbar offen.
Nach fünf Jahren erneuert Microsoft nun das Serverportfolio. (Eine Zeitspanne, die übrigens genau der garantierten Maintenance-Zeit der meisten Enterprise-Linux-Distributionen entspricht.) Die finale Freigabe von Windows 2008 Ende Februar darf als gut vorbereitet bezeichnet werden [2]. Einziger voluminöser Wermutstropfen ist die nicht ganz fertig gewordene Virtualisierung. Redmond will sie jedoch binnen 180 Tagen nachschieben.
Ansonsten verweist der Hersteller auf bedeutsame Neuerungen in Administration, Sicherheit, Terminalservices, beim Active Directory, den Gruppenrichtlinien und bei HA. Die bei Windows Server 2003 R2 noch rudimentären Server-Rollen erlangen beim Nachfolger größere Bedeutung. Linux-Anwender können da nur müde lächeln, für sie ist es normal, Server-Anwendungen einzeln zu installieren und auch wieder von der Platte zu putzen.
Überhaupt ist es schwer, sich des Eindrucks zu erwehren, dass Windows 2008 versucht Linux- und Unix-Tugenden zu kopieren. (Seltsam: Hatte Microsoft nicht vor wenigen Jahren noch behauptet, Linux picke sich bei Windows die Rosinen raus?) Das eingängigste Beispiel für die Anlehnungsbereitschaft heißt "Server Core" und ist eine Installationsvariante von Windows Server 2008, die ohne grafische Benutzeroberfläche auskommt. Der Administrator arbeitet hier auf der Kommandozeile. Wow!
Baby come back
Die Redaktion des Linux-Magazins meint, dass auch eingefleischte Linuxer die Geburt des potenten Mitbewerber-Babys nicht ignorieren, sondern sich informieren sollten, um kompetent mit- und gegenreden zu können. Die wichtigsten Fakten liefert der folgende Schwerpunkt. Der erste Beitrag analysiert den Redmonder Knaben. Der Blick des Artikels richtet sich ganz auf das Bedienkonzept der Managementwerkzeuge, also darauf, womit Admins den ganzen Tag zu tun haben.
Der zweite Artikel nimmt fünf Linux-Serverdistributionen und stellt sie gegen Windows 2008. Klar, in Teilen vergleicht man so Äpfel mit Birnen, aber vieles lässt sich erstaunlich gut abwägen. Allein vier Seiten Tabellen sind dabei rausgekommen - das bei der Recherche angefallene Material hätte sogar für mehr gereicht. Fünf Linux-Distributionen sind natürlich auch zu wenig, denn von Mandriva, Collax, Ubuntu oder anderen hätte es auch Enterprise-Distributionen gegeben, für die sich Systempartner verpflichten lassen. Gleichwohl eignet sich der Ausstattungs-Artikel bestens als wegweisender Kompass zwischen dem Pinguinbiotop Süd- und MS-Nordpol.
Der Schwerpunkt schließt mit dem Selbstversuch eines Sicherheitsexperten und bekennenden Windows-Laien: Nils Magnus schildert seine Erlebnisse beim Erstkontakt mit Windows Server 2008. Nach einiger Überwindung gewinnt er dem Fahnen-OS einige positive Seiten ab, findet aber genug Material für Kritik.