Neues bei Debian
Debianopolis
Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.
Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.
Ein Debian-Stand auf der Entwicklermesse Fosdem (Free and Open Source Software Developers\' European Meeting) ist seit Jahren Tradition. Für 2008 hat sich Wouter Verhelst der Planung angenommen. In der Announcement-Liste für Debian-Entwickler hat er jetzt verkündet, dass die Fosdem-Veranstalter Debian nicht nur einen Stand zugeteilt hätten, sondern zudem einen Developer\'s Room zur Verfügung stellen wollen [1].
Das ist ein Raum, in dem sich die Entwickler eines Projekts treffen, um sich in Vorträgen und Workshops über Neuigkeiten auszutauschen. Verhelst verband seine Ankündigung mit einem Call for Papers. Wer interessante Beiträge zum Thema Debian hat, der möge sich bei ihm melden. Die Konferenz findet am 23. und 24. Februar 2008 auf dem Campus der Uni Brüssel statt.
Abbildung 1: Spiel übers Netz: Project Leader Sam Hocevar meint, Debian könne von Open Solaris profitieren.
Moritz Mühlenhoff vom Debian-Securityteam hat in einer E-Mail einige Veränderungen der Sicherheitsstruktur von Debian gemeldet [2]. Den seit ein paar Monaten aktiven Debian Security-Tracker [3] benutzt das Securityteam, um den Status von Sicherheitsproblemen zu verfolgen. Mühlenhoff gab auch zwei neue Team-Mitglieder bekannt: Florian Weimer und Thijs Kinkhorst.
Am Ende der E-Mail veröffentlichte Mühlenhoff eine Liste mit Anweisungen für Leute, die dem Sicherheitsteam die Arbeit erleichtern wollen. So sollen sich Paket-Maintainer weiterhin sofort beim Sicherheitsteam melden, wenn sie von einer Sicherheitslücke in ihrem Paket erfahren, und vorher selbst so viele Informationen in Erfahrung bringen wie möglich. Aber auch Anwender dürfen mithelfen, schrieb Mühlenhoff. Wer ein Problem erkennt, das Debian selbst noch nicht als Sicherheitsproblem einstuft, kann entweder im Debian-Bugtracking-System das passende Securitytag festlegen oder den Tracker verwenden.
Project Leader Sam Hocevar hatte sich eine längere Auszeit von der Mailingliste genommen. Nach der Hälfte seiner Amtszeit hat er sich nun wieder zu Wort gemeldet und einige Details zu den Ereignissen der letzten Wochen an die Devel-Announce-Liste geschickt [4].
Zunächst entschuldigt er sich für die lange Pause: Er habe viel über private E-Mails kommuniziert. Als wichtigste Neuerung nennt Hocevar, dass das interne Team für die Administration der Debian-Server sich um ein Mitglied vergrößern werde. Denn künftig wird sich jetzt auch Peter Palfrader als Admin betätigen. Gerade das Administrationsteam war in letzter Zeit oft heftiger Kritik ausgesetzt. Denn es dauerte bisweilen sehr lange, bis erbetene Veränderungen tatsächlich umgesetzt wurden. Peter Palfrader will hier nun Abhilfe schaffen. Hocevar dankte ihm und wünschte ihm anschließend viel Erfolg für diese "undankbare Aufgabe".
Außerdem bezieht Sam Hocevar Stellung zum Verhältnis von Debian und Open Solaris. Er habe während und nach der Debconf mit Michael Man und Solaris-Entwicklern ausgiebig diskutiert. Er sei nun der Meinung, Debian könne in vielerlei Hinsicht von den Techniken in Open Solaris profitieren (Abbildung 1). Der schnellste Weg, um eine Technik auszuprobieren, sei Nexenta-Linux [5]. Die Open-Solaris-Entwickler habe er dazu ermutigt, Veränderungen und Patches dem Debian-Projekt zur Verfügung zu stellen. Er appellierte an die Debian-Entwickler, diesen Neuerungen offen gegenüber zu stehen. (ake)
| Infos |
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| [1] Mail von Wouter Verhelst:[http://lists.debian.org/debian-devel-announce/2007/10/msg00009.html] [2] Mail von Moritz Mühlenhoff: [http://lists.debian.org/debian-devel-announce/2007/10/msg00010.html] [3] Debian Security-Tracker: [http://security-tracker.debian.net/tracker/] [4] Mail von Sam Hocevar: [http://lists.debian.org/debian-devel-announce/2007/11/msg00000.html] [5] Nexenta-Linux: [http://www.nexenta.org] |
| Der Autor |
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| Martin Loschwitz ist Debian-GNU/Linux-Entwickler und studiert zurzeit in Wien. |
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