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54 | Tooltipps
Dateinamen bereinigen, Musikdateien normalisieren, ohne Server chatten und mehr.
56 | Nicht verplant
Projekte erfolgreich koordinieren und budgetieren mit Openproj.
60 | Projekteküche: Energie sparen
Den Rechner in den Winterschlaf schicken mit dem Kernel-eigenen Softwaresuspend.
64 | GRASSes GIS
Geo-Informationssysteme als Basis für Flächennutzung, Google-Earth und viele weitere Anwendungsfälle.
72 | Office-Programme im Test
Serienbriefe erstellen mit Abiword, KWord und Open Office Writer.
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Im Bewusstsein der meisten Anwender zeigt ein Coputerbildschirm einen Desktop, eine Taskleiste mit Startmenü und Fenster, kurz eine grafische Oberfläche. Unix-Veteranen zucken bei dieser Aussage die Mundwinkel: Mit der Konsole, so sagen sie im Brustton der Überzeugung, ginge alles schneller und besser. Ein paar Skripte machten oft teure, kommerzielle Software überflüssig (Abbildung 1). Und als Textverarbeitungssoftware kämen sowieso nur Vi oder Emacs in Kombination mit Tex in Frage. Wer im Internet browst, solle dazu am besten einen Konsolenbrowser benutzen, grafiklastige Seiten enthielten sowieso zu wenig Informationen.
Abbildung 1: Links erzeugen mit einer Schleife und dem Befehl »basename«: Die Bash übertrifft den Funktionsumfang jedes grafischen Dateimanagers.
Schleifen und Verzweigungen
Natürlich ist es richtig, dass die Konsole allen, die grundlegende Konzepte der Programmierung beherrschen, Möglichkeiten bietet, die sich mit grafischen Oberflächen schwer realisieren lassen. Schleifen, Verzweigungen und die Verkettung der unzähligen One-Job-one-Tool-Programme in Pipes sucht man bei Anwendungen mit grafischer Oberflächen vergebens. Befehlsgesteuerte Umgebungen sind in dieser Hinsicht einfach mächtiger, wie der IT-Jargon in missglückter Übersetzung des englischen Wortes powerful es nennt. Doch auch grafische Oberflächen haben unbestreitbare Vorzüge: Ein klassisches Beispiel ist die praktische, intuitive Abbildung von Verzeichnisstrukturen in interaktiv ein- und ausklappbaren Bäumen.
Einsteigertauglichkeit
Ein weiteres Plus verbucht die grafische Oberfläche, sobald sie sich an semiprofessionelle Nutzer wendet. Da Menüs, wie der Name schon suggeriert, ihre Optionen im Überblick präsentieren, kommen sie Anwendern entgegen, die die Software weniger gut kennen. Bei befehlsgesteuerten Programmen ist es hingegen nötig, die Optionen auswendig zu kennen oder nachzuschlagen.
Unter diesem Blickwinkel schlägt sich die "Bitparade" diesmal auf die Seite der GUI-Verfechter: Wer den Computer als Hilfsmittel zur Textverarbeitung nutzt, braucht keine fundierten Computerkenntnisse. Jedes ernst zu nehmende Textverarbeitungsprogramm besitzt inzwischen eine Serienbrieffunktion. Sie holt Daten aus einer Adressensammlung und richtet das Dokument ein, ohne dass eine Zeile Code zu schreiben ist. Wie gut das Personalisieren von Dokumenten mit Open Office, KWord und Abiword funktioniert, darüber gibt der Test in der Bitparade ab Seite 72 Auskunft.
Auch bei Gantt-Diagrammen, der von dem amerikanischen Maschinenbauer Gantt entworfenen Projektplanungshilfe, zeigen sich die Stärken einer interaktiven grafischen Oberfläche. Das Ziehen mit der Maus ist die einzige intuitive Methode, um die farbigen Balken, die die Dauer ein Unterprojekts symbolisieren, in der Zeitachse zu platzieren. Näheres zur Open-Soure-Software Openproj verrät der Artikel ab Seite 56.
Selbst das altbewährte Geo-Informationssystem GRASS, einst eine Sammlung vieler Konsolenprogramme, hat sich in aktuellen Versionen mit einer TCL/TK-Oberfläche ein grafisches Gewand zugelegt. Was die umfangreiche freie Software leistet, zeigt der Artikel ab Seite 64.