Mailinglisten sind ein probates Kommunikationsmittel auch in Open-Source-Projekten und einer der verbreitetsten Mailinglisten-Manager ist Mailman. Das GPL-Programm bietet umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten, doch die meisten Dokumentationen dazu sind entweder veraltet oder unvollständig.
Know-how vom Paketbauer
Diese Lücke möchte das Mailman-Buch von Heiko Rommel schließen. Der Autor war in seiner Zeit bei Suse auch für die Pflege des Mailman-Pakets zuständig. Sein Handbuch ist allerdings vollständig distributionsneutral. Rommels Buch gliedert sich in einen Abschnitt für Administratoren, der den Großteil des Umfangs ausmacht, und Tipps für Mailinglisten- Benutzer, beispielsweise das Einrichten von Filterregeln auf einem Mailclient. Hinzu kommen einige Kapitel am Ende des Bandes, die ausgewählte Admin-Themen vertiefen.
Der Autor behandelt alle Methoden, die Mailman zur Administration bietet: per Kommandozeile, in Dateien, per Mail und über die Weboberfläche. So erfährt der Leser, wie er Listen anlegt, Empfänger importiert oder Spam bekämpft. Bei Letzterem kommen Mailmans eingebaute Filter zum Einsatz, aber auch X-Spam-Level-Header eines externen Filters wertet das Programm aus. Eigene Kapitel widmen sich der Anbindung von Amavis, Spamassassin und Clam AV.
Das Buch lässt kein Problem des Admin oder des List-Owners links liegen, sei es die Bearbeitung von unzustellbaren Nachrichten, die individuelle Gestaltung der E-Mail-Benachrichtigungen oder die Archivierung alter Beiträge. Der Clou ist das Ankoppeln an einen Newsserver, das es erlaubt, Usenet-News als Mails zu verteilen oder die Mailingliste auf eine Newsgroup abzubilden.
Das alles ist in gut gegliederten Kapiteln mit anschaulichen Listings beschrieben, im Anhang kann der Leser Konfigurationsdateien und Platzhalter nachschlagen. Wer Mailman einsetzt, ist mit diesem Buch bestens beraten.
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Heiko Rommel:
Mailman
Open Source Press, 2007
311 Seiten,
39,90 Euro
ISBN 978-3-937514-32-1
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Die besondere Distribution
In seinem Buch "Gentoo Linux: Die Metadistribution" beschreibt Tobias Scherbaum kurz die Geschichte der Quellcode-affinen Distribution. Dann führt er den Anwender auf den ersten 200 Seiten detailliert durch Installation und Konfiguration eines Gentoo-Systems.
Dabei erklärt er am lebenden Objekt die Bedeutung und Nutzung von Portage-Systemen und Use-Flags. Diesen zwei Besonderheiten von Gentoo widmet er jeweils ein eigenes Kapitel. Vor allem am Anfang geht das Buch auch auf Linux-Grundwissen wie den Aufbau des Dateisystems ein.
Positiv fällt auf, dass der Autor die Bedeutung der verschiedenen Optionen wichtiger Befehle auf der Kommandozeile nicht nur nennt, sondern auch ihre Funktion erklärt. Besonders wichtige Aspekte oder Hinweise sind in Kästen zusammengefasst und optisch hervorgehoben. Zum Abschluss jedes Kapitels fasst ein Fazit die behandelte Thematik in wenigen Sätzen zusammen.
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Tobias Scherbaum:
Gentoo Linux: Die Metadistribution
Mitp, 2007
272 Seiten
29,95 Euro
ISBN 978-3-8266-1769-0
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