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Linux-Magazin 09/2007
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Vorgestellt: Die Informix-Version 11 mit neuen Konzepten für Hochverfügbarkeit

Bank 24

Der Informix Dynamic Server in Version 11 - IBMs neues OLTP-Datenbank-Flaggschiff - bietet eine ganze Fülle an Neuerungen. Dabei hat der Hersteller besonders in Bereiche wie Hochverfügbarkeit, Performance und die Anwendungsintegration investiert.

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Seit Kurzem ist die Version 11 des IDS auf dem Markt. Viele neue Funktionen belegen, dass Informix in IBMs Datenbankportfolio ein gleichberechtigter Partner von DB2 geworden ist. Zudem genießt Informix den Ruf einer performanten und wartungsfreundlichen Datenbank, die sich besonders für den Einsatz in kritischen, transaktionslastigen Umgebungen und überall dort eignet, wo es keine spezialisierten Administratoren gibt. Vor allem beim Clustering wartet IDS 11 mit neuen Techniken auf, die hohe Verfügbarkeit sichern sollen. Die neue Version gibt es ab etwa 600 Euro.

Installation nach Maß

Schon bei der Installation ermöglicht der Deployment-Wizard in IDS 11 eine selektive Auswahl der gewünschten Komponenten. Wer sich für alle entscheidet, der benötigt für die Installation etwa 260 MByte Plattenplatz. Der Kern des Datenbankservers alleine belegt - je nach Plattform - nur 60 bis 90 MByte. Dazwischen liegt eine an die eigenen Bedürfnisse angepasste, individuelle Komponentenauswahl (Abbildung 1). Der Deployment-Wizard erlaubt außerdem das Klonen einer IDS-Installation auf beliebig viele weitere Maschinen.

Abbildung 1: Bei der Installation von IDS 11 auswählbare Funktions-Komponenten.

Applikation steuert Datenbank

Die neu geschaffene Administrations-Schnittstelle gestattet Entwicklern das Einbetten von Datenbank-Kommandos in Applikationen. Dafür stehen die beiden so genannten User Defined Routines (UDRs) »task()« und »admin()« in der ebenfalls in dieser Version neu hinzugekommenen Systemdatenbank »sysadmin« bereit.

Mit Hilfe dieser UDRs lassen sich rund 80 IDS-Befehle direkt per SQL aus einer Applikation heraus aufrufen. Unter anderem ist es möglich - die entsprechende Berechtigung immer vorausgesetzt -, den Datenbankserver in einen anderen Modus zu überführen, zum Beispiel den Single-User- oder Offline-Modus, oder User-Sessions zu beenden, neue Bufferpools zu allokieren oder neue Speichersegmente hinzuzufügen. Außerdem kann der Anwender auf diesem Weg auch Dbspaces anlegen, erweitern, löschen und spiegeln, Konsistenz-Checks veranlassen, Transaktions-Logs anlegen und löschen oder Konfigurations-Parameter ändern sowie das SQL-Statement-Tracing aktivieren.

Beide UDRs erwarten die gleichen Parameter, unterscheiden sich jedoch in ihrem Rückgabewert. Während »task()« eine Zeichenkette zurückliefert, die das Ergebnis im Klartext enthält, gibt »admin()« einen numerischen Wert zurück, der der eindeutigen Jobnummer in der Tabelle »sysadmin:command_history« entspricht. Ein positiver Wert signalisiert dabei eine erfolgreiche Ausführung, ein negativer deutet dagegen auf einen Fehler hin.

Die Listings 1 und 2 verdeutlichen den Unterschied zwischen den Aufrufen der beiden UDRs. In Listing 3 wird anhand der von »admin()« zurückgelieferten Jobnummer der entsprechende Eintrag aus der Tabelle »sysadmin:command_history« selektiert.

Listing 1: Aufruf von
»sysadmin:task()«

01 ---------------------------------------------------
02 --Anlegen eines neuen Dbspace "physdbs1" mit 101 MB 
03 --Größe mit Hilfe der UDR "task()"
04 ---------------------------------------------------
05 execute function sysadmin:task
06 (
07    "create dbspace",
08    "physdbs1",
09    "/db/inf/dev/cheetah/physdbs1",
10    "101m"
11 );
12 
13 --------------------------------------------------
14 --Von der UDR an die Applikation zurückgelieferter
15 --Meldungstext:
16 --------------------------------------------------
17 "Space 'physdbs1' added."

Listing 2: Aufruf von
»sysadmin:admin()«

01 -- Verschieben des Physical Log in Dbspace "physdbs1"
02 -- und gleichzeitiges Vergrößern auf 100 MB
03 execute function sysadmin:admin
04   (
05    "alter plog",
06    "physdbs1",
07    "100M"
08   );
09 --------------------------------------------------
10 Zurückgeliefert::
11      134

Listing 3: Abfrage der
»sysadmin:command_history«

01 ---------------------------------------------------------
02 --Abfrage der Tabelle "sysadmin:command_history" gem. der
03 --Job-Nummer, die die UDR "admin()" zurückgeliefert hat
04 ---------------------------------------------------------
05 select * from sysadmin:command_history
06 where cmd_number = 134;
07 
08 ------------------------------------
09 --Von IDS zurückgeliefertes Ergebnis
10 ------------------------------------
11 cmd_number      134
12 cmd_exec_time   2007-07-10 21:17:39
13 cmd_user        informix
14 cmd_hostname    apollo4
15 cmd_executed    alter plog
16 cmd_ret_status  0
17 cmd_ret_msg     Successfully altered physical log.n** 
18                 WARNING ** Because the physical log has 
19                 been modified, a level 0 archive must be 
20                 taken of the following spaces before an 
21                 incremental archhive will bepermitted 
22                 for them: physdbs1 physdbs (see 
23                 Dynamic Server Administrator's manual)

Die Verwaltung dezentraler IDS-Instanzen ist ebenso bequem per Remote-Aufruf der jeweiligen User-Defined-Routine möglich. Die Syntax für diesen Fall lautet dann »execute function sysadmin@remote_ids_instance:task«.

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