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26 | Auf Draht Palm- und Windows-Mobile-Computer mit Linux-PCs synchronisieren.
34 | Luftnummer Funambol und Syncml halten Daten im Handy up to date.
42 | Rsync-Praxis Optionen und Syntax-Tricks für den Datenabgleich.
46 | Rsync intern Ausgefeilte Algorithmen erkennen jede Inhaltsdifferenz.
48 | Ratgeber: Datenbanken replizieren Wer Datenbanken parallel betreibt, muss auf den Anwendungsfall achten.
52 | LDAP-Baum verteilen Workshop: Einen zentralen LDAP-Server mit zwei Slaves erweitern.
71 | Unison Sysadmin-Einführer Charly ist großer Fan einer Art Rsync mit Januskopf.
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"Hallo München! Wer will heute Texte abgeben?" Wenn die Redakteure des Linux-Magazins gegen 15 Uhr die ersten Texte fertig haben, beginnt für Klaus Rehfeld, 9200 Kilometer Luftlinie und acht Zeitzonen entfernt, erst der Tag - mit einer E-Mail. Der Grafikdesigner gestaltet die Seiten des Linux-Magazins an seinem Wohnsitz in Sedona, Arizona.
Das Telearbeit-Szenario ist beim Linux-Magazin seit Jahren Alltag, die Redakteure schätzen sogar die Vorteile der Zeitverschiebung: Frühaufsteher Klaus steht auch noch Mac bei Fuß, wenn es in Deutschland einmal später wird. Für den reibungslosen Ablauf sorgen Linux und freie Synchronisationssoftware.
Anfangs glaubten viele im Verlag nicht, dass Telearbeit funktionieren könne. Bevor Klaus im Frühjahr 2003 seinen Wohnort in die Wüste Arizonas verlegte, scheiterten nämlich erste Trockenübungen mit der Remote-Desktop-Software Timbuktu. Da warf einer den entscheidenden Begriff in die Runde: Unison. Anders als Rsync (siehe Seite 42) berücksichtigt Unison beim Synchronisieren geänderte Dateien auf beiden Seiten (Sysadmin-Einführung, Seite 71).
Nun ging alles ganz schnell: Ein Hardware-Redakteur besorgte einen Kompaktserver mit Strom sparendem Prozessor, ein Administrator konfigurierte die Software und am Tag darauf flogen Server und Rehfeld gemeinsam über den Atlantik. Bereits vier Tage später sollte er den ersten Linux-Magazin-Artikel aus der Ferne layouten.
Abgleich beiderseits
Auf dem kleinen Fileserver startet alle zehn Minuten ein Cronjob, der Daten einer Magazin-Ausgabe SSH-geschützt mit dem Server im Münchner Verlag abgleicht - und umgekehrt. Am Ende jeder Produktion kommen so bis zu 1 GByte Text-, Bild-, Layout- und PDF-Dateien zusammen. In aller Regel erfolgt der Abgleich vollautomatisch: Unison erkennt jede Datei-Änderung und überträgt sie auf die Gegenseite. Ein selbst geschriebenes Profil sorgt dafür, dass das Tool Temporär- und Lock-Dateien nicht synchronisiert. Dank des effizienten Rsync-Algorithmus in Unison reicht Rehfeld dafür eine 1-MBit/s-Richtfunkstrecke zum lokalen Provider, wie sie in der Gegend viele haben.
Zu einem der seltenen Konflikte kommt es, wenn Layouter und Redakteur zeitgleich an identische Dateien Hand beziehungsweise Layoutprogramm anlegen. Dann schlägt Unison Alarm und der gebürtige Hamburger greift zum Telefon: "Hallo München!" Klaus Rehfeld bedient dann per VNC von seinem Mac aus die grafische Unison-Oberfläche seines Servers und beseitigt den Datei-Fork.
Klaus Rehfeld zeigt sich mit Unison noch immer zufrieden: "Jetzt läuft es seit vier Jahren. Und die Zusammenarbeit mit den Redakteuren klappt besser als zu der Zeit, als ich in München gearbeitet habe."
Gemeinsam kopfüber
Dateien zwischen Servern abgleichen ist nur eine Anwendung der Synchronisation. Auch entfernte Datenbanken oder LDAP-Verzeichnisse replizieren zählen dazu. Besitzer von Handhelds oder Smartphones gewinnen durch regelmäßigen Abgleich der Adressen, Termine und Mails nicht nur an Betriebssicherheit, sondern auch Funktionalität. Der Schwerpunkt des Linux-Magazins gibt die Richtung des Startsprungs vor. (jk)