Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2007
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Syncml-Clients

Doch jeder Syncml-fähige Client, der eine Verbindung zu dem Server aufbauen kann, zieht die PIM-Daten ohnehin direkt aus dem Funambol-Server, konvertiert sie in sein spezifisches Format und speichert sie lokal. Auf den Webseiten von Funambol und der Community stehen Konnektoren für Outlook (Abbildung 1), Windows Mobile (Abbildung 2), Evolution, Mozilla, Palm, Blackberry, I-Pod, Java ME, Googles Gmail, Yahoo und Hotmail zur Verfügung.

Abbildung 1: Ein Outlook-Konnektor stellt die Verbindung zum Funambol-Server her. Theoretisch lässt sich damit jeder Syncml-fähige Groupware-Server mit Outlook abgleichen, aber in der Praxis scheitert das Microsoft-Programm an Details wie dem korrekten Übertragen von Notizen auf die mobilen Geräte.

Abbildung 2: Auf diesem HP Ipaq sind drei E-Mails vom Mailserver angekommen. Für das Windows-Mobile-Gerät gibt es von Funambol einen Konnektor, der leider nur von Windows aus installierbar ist, sich aber sauber in die Oberfläche integriert.

Noch mehr Clients kann der Linux-Benutzer über das ebenfalls freie Opensync-Projekt [7] einbinden, zu dessen Umfang auch ein Syncml-Plugin gehört. Über den Umweg über dieses Plugin-basierte Synchronisations-Framework betreiben auch die Besitzer der vom lokalen Desktop unterstützen mobilen Geräte die Synchronisation mit einem Funambol-Server.

Open Suse 10.2 bietet dem Benutzer eine lange Liste mit Opensync-Modulen: Evolution, Gnokii (Nokia), Google-Calendar, Palmtop Environment (GPE), Infrarot (Irmc), Kdepim, Motorola (Motosync), Opiesync, Palm, Python, Sunbird (Mozilla), Windows ME (Synce), LDAP und Syncml (Abbildung 3). Sicherungskopien, beispielsweise des internen Speichers von mobilen Geräten, erlaubt ein Dateisynchronisations-Modul.

Abbildung 3: Die Liste der Kitchensync-Module unter Open Suse 10.2 ist lang. Weil eines der Module Syncml-Anschluss bietet, kann sich der Linux-Desktop auch mit Funambol synchronisieren.

Als grafische Oberflächen dienen Anwendungen wie Kitchensync, Multisync und Msynctool. Auf Suse 10.2 unterstützt die Software beispielsweise 3Com Palm V, Treo 270, Motorola Razor V3, Nokia 6230, 6230i, 6233, Palm Tungsteen X, Siemens SL55 und M75 sowie das Sony Ericsson K750i. Allerdings erwiesen sich sowohl Kitchensync als auch Multisync im Test nicht als stabil und konnten nicht wirklich überzeugen. Sowohl Suse als auch die Entwickler raten zu regelmäßigen Backups, die vor gelegentlichem Datenverlust durch die junge Software schützen.

Bei Funambol und bei Opensync gilt: Am besten werden ältere Gerät unterstützt, die schon den neueren Syncml-Standard 1.2 beherrschen. Ob ein Gerät mit dem Syncml-Server funktioniert, probiert der Besitzer am besten mit dem Funambol Testdrive [8] aus. Umfangreiche Dokumentation steht auf der Funambol-Webseite und unter [9].

Funambol-Installation

Die Funambol Installation gestaltet sich auf beiden Betriebssystemen vorbildlich einfach: Unter Linux lädt »wget http://download.forge.objectweb.org/sync4j/funambol-6.0.bin | sh « die Binärdatei der aktuellen Version 6.0 herunter und führt die Installation direkt aus. Die benötigte Software bringt das 100 MByte große Funambol-Paket komplett mit, auf dem getesteten Suse-Minimalsystem war keine Vorarbeit notwendig.

Wenn der Administrator die folgenden Fragen beantwortet hat, findet er Funambol standardmäßig unter »/opt/Funambol«:

Do you agree to the above license terms?
[yes or no]
yes
Directory to extract Funambol [/opt]
<return to accept>?
Unpacking...
Checksumming...
Extracting... to /opt/Funambol
Do you want to start the server? 
[yes or no]
yes

Um den reibungslosen Start zu gewährleisten, kopiert er »/opt/Funambol/tools/bin/funambol.sh« nach »/etc/init.d/funambol« und ändert in dieser Datei die Zeile: »BUNDLE_HOME=`(cd ../.. ; pwd)`« nach: »BUNDLE_HOME=`(cd /opt/Funambol; pwd)`«. Mit »ln -s« erzeugte symbolische Verknüpfungen in »/etc/init.d/rc...« stellen sicher, dass der Funambol-Server automatisch startet. Von Hand erledigt das »/etc/init.d/funambol start«.

Jetzt prüft ein Blick in den Browser die ordnungsgemäße Funktion von Funambol: Unter der URL »http:// Servername:8080/funambol« sollte sich der Server wie in Abbildung 4 melden, ein Account »guest« mit dem gleichnamigen Passwort ist bereits angelegt.

Abbildung 4: Funambol ist erfolgreich installiert und funktioniert. Ein Klick auf »Web Demo Client« startet das HTTP-Interface. Der Webclient bietet sich zur Erfolgskontrolle der Synchronisation an.

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