Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2007
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Sync4j und Funambol

Weil zahlreiche Entwickler zwar das Potenzial hinter Syncml erkannten, aber keine vernünftige Implementierung eines Servers in Sicht war, starteten sie selbst die Entwicklung eines Java-basierten Syncml-Servers mit dem Namen Sync4j [5]. Später benannten sie das Projekt in Funambol um und gründeten die gleichnamige Firma.

In den vergangenen sechs Jahren ist Funambol gereift und verzeichnet mittlerweile mehr als 450000 Downloads. Die Entwickler bezeichnen ihr Projekt selbstbewusst als "größte Entwicklergemeinde für mobile Software im Internet" mit "Millionen von End-Usern". Die Firma Funambol Inc. bietet kommerzielle Erweiterungen, Support und Entwicklung für den Syncml-Server sowie eine umfangreiche Dokumentation an, darunter auch Listen der unterstützten und nicht unterstützten Geräte.

Tomcat, Java, Konnektoren

Technisch setzt Funambol auf dem Tomcat-Server auf, der bei der Installation gleich eingerichtet wird. Der Seiltänzer besteht aus einem Datensynchronisations-Server, Gerätemanagement, Konnektoren zu Clients und Groupware-Servern, einem Software Development Kit und einer in Java geschriebenen Administrations-Software, die als grafische Oberfläche sowohl für Windows als auch für Linux zur Verfügung steht.

Auch den Funambol-Server gibt es für Windows und für Linux, wobei die Windows-Installation offensichtlich keine Integration in die Systemdienste mitbringt, es muss also immer ein Benutzer angemeldet sein, damit der Server läuft. Die Linux-Version präsentierte sich besser integriert, aber weniger stabil. Auf dem Testsystem mit Suse 10.1 stürzten diverse Java-Prozesse auch schon mal ab, oft half nur eine Neuinstallation, nach der allerdings sofort alles out of the Box wie gewünscht funktionierte.

Das mitgelieferte E-Mail-Plugin ist der einzige direkt von Funambol supportete Konnektor und erlaubt E-Mail-Synchronisation mit beliebigen IMAP- und POP-Servern für Smartphones mit E-Mail Funktion. Funambol-Benutzer können auch andere Konnektoren aus dem Netz laden [6], um Kontakte, Termine und Aufgaben von Groupware-Servern oder Clients mit mobilen Geräten zu synchronisieren. Die meisten Konnektoren sind Community-Projekte, auf der Funambol-Webseite stehen Informationen zu den Plugins für Exchange, Domino, Zimbra, Sugar CRM, Java Content Repository (JCR), OpenPSA, Groupdav, Citadel, Kolab, LDAP, Openxchange und Db4objects-Datenbanken.

Ein kommerzielles Plugin zu Openxchange ist nach Angaben von Funambol ebenso wie ein Scalix-Konnektor in Entwicklung und steht kurz vor der Veröffentlichung. Laut Funambol verwenden zahlreiche Installationen erfolgreich die Plugins für Exchange, Domino, Kolab und Groupdav.

Der technische Stand der Konnektoren ist offensichtlich sehr unterschiedlich: Während zahlreiche Kunden von Funambol die Exchange- und Domino-Konnektoren erfolgreich verwenden, verweigerte der Citadel-Konnektor im Test seinen Dienst. Bei den Entwicklern ist eine neue Version bereits im Einsatz und steht ebenfalls kurz vor der Veröffentlichung. Das Kolab-Plugin dagegen basiert noch auf der Uralt-Version Kolab 1, eine neue Version ist noch nicht in Sicht.

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