Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2007
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Eindrucksvoll, aber noch wackelig

Auch wenn noch nicht alles funktioniert und sich die Serversoftware noch etwas wackelig präsentiert, ist der Seiltänzer wohl auf dem richtigen Weg. Funambol scheint eine große Entwicklung in der Groupware-Szene vor sich zu haben: Clients, Geräte, Anwendungen und Server brauchen nur noch eine Syncml-Schnittstelle bereitzustellen und können sich darüber abgleichen. Wenn die Synchronisation klappt, steht auch dem Datenaustausch mit Geräten verschiedener Hersteller nichts mehr im Weg: Das Siemens-Gerät erhält auf Wunsch die Daten des Nokia oder des HP und umgekehrt, wenn der Benutzer die entsprechenden Zugriffsdaten auf dem Server hat.

Das duale Modell - Open Source mit professionellem Support - garantiert auch hier jedem Anwender die richtige Lösung. Der Heimanwender kann die Software einfach verwenden, Unternehmen und Behörden kaufen auf Wunsch Support und SLAs. Viele Features von Funambol funktionieren heute schon, sodass größere Unternehmen wie die Stuttgarter Versicherung den freien Syncml-Server für ihren Außendienst testen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Datensicherheit, einfache Synchronisation und Replikation zwischen beliebigen Geräten und Clients, das wäre ohne Funambol nur ein Wunschtraum.

Allerdings bleibt noch Arbeit für das Entwicklerteam. Der Java-basierte Server stürzte im Test auf Suse 10.1 öfter ab, während er auf Windows stabil lief. Die E-Mail-Push-Funktion konnten die Tester nicht aktivieren, von der unterschiedlichen Qualität der Software auf den Handys ganz zu schweigen. Schlechtestes Beispiel hierfür ist das Sony-Gerät.

Mit dem Seiltänzer Geld verdienen

Der Hersteller hat diese Probleme erkannt und ein umfangreiches Testprogramm namens Funambol Phone Sniper [10] gestartet, in dem jeder Benutzer, der ein neues Gerät testet, 25 Dollar für seinen Erfahrungsbericht bekommt. Das Onlineportal in Version 6 (Abbildung 10) und die neue Version des Java-ME-Clients stecken zwar noch im Betastatus, werden aber den Benutzern dabei helfen, ihre mobilen Geräte automatisch und per Dropdown-Menü für E-Mail-Push-Dienste einzurichten.

Abbildung 10: Im Onlineportal der aktuellen Beta findet der Benutzer einen bequemen Weg, E-Mail-Push-Funktionen zu aktivieren, indem er die Software per Mausklick auf sein Mobiltelefon lädt.

Infos

[1] Funambol: [http://www.funambol.com]

[2] Syncml: [http://de.wikipedia.org/wiki/SyncML]

[3] Open Mobile Alliance:[http://www.openmobilealliance.org]

[4] Getting started with Syncml:[http://developers.sun.com/techtopics/mobility/midp/articles/syncml]

[5] Sycn4j:[https://wiki.objectweb.org/sync4j]

[6] Funambol Community Projects:[http://www.funambol.org/opensource/community]

[7] Opensync/Multisync:[http://de.wikipedia.org/wiki/Multisync]

[8] Funambol Testdrive: [http://funambol.net]

[9] Umfangreiche Sync4j/Funambol-Dokumentation: [http://download.forge.objectweb.org/sync4j]

[10] Funambol Phone Sniper Program: [http://www.funambol.com/opensource/phonesniperprogram.html]

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