Neues bei Debian
Debianopolis
Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.
Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.
Bekannt ist, dass es hinter den Kulissen des Projekts von Zeit zu Zeit kracht. Verbale Schläge unter die Gürtellinie sind auch keine Seltenheit. Der seit Monaten anhaltende Disput um Sven Luther eskaliert nun aber in nie gekannter Weise.
Angefangen hat der Streit mit einer Posse rund um die Zugriffsrechte für das CVS-Verzeichnis des Debian-Installers (D-I). Der langjährige Debian-Entwickler Sven Luther machte Vorschläge zur Verwaltung der Kernelmodule, die beim Installer-Team keinen Anklang fanden. Als er auf der Umsetzung bestand, machte Frans Pop - einer der Hauptentwickler des Installers - kurzen Prozess und nahm Luther die Schreibrechte.
Was folgte, ist zu verworren, um es zu einer Ereigniskette zusammenzufügen - auch weil die Diskussionen teilweise auf der privaten Entwickler-Mailingliste stattfanden. Überliefert ist, dass Luther über Wochen hinweg immer wieder vehement die Wiederherstellung seiner Rechte für das Debian-Installer-CVS forderte. Offenbar formulierte er seine Forderung so scharf, dass verprellte Entwickler-Kollegen den Wunsch äußerten, Luther rauszuwerfen. Einige auf der Debian-Project-Liste veröffentlichte E-Mails geben dafür Zeugnis ab [1].
Anders als beim New Maintainer Process, der die Aufnahme als Debian-Mitglied regelt, gibt es für den Ausschluss keine Richtlinien. Lediglich Debian Account Manager James Troup hat in einer Mail vom August 2005 [2] Stellung zur Kündigung einer Mitgliedschaft bezogen. Er nennt sechs Stationen: Zunächst muss derjenige, der einen Hinauswurf initiieren will, das Unterfangen beim Account Manager melden. Ist dies geschehen und schafft es der Antragsteller, genügend Unterstützer zu finden, informiert der Account Manager den von Permission bedrohten Kandidaten und die Debian-Private-Mailingliste. Dann kommt es zur Abstimmung.
Egal wie die Abstimmung ausgeht, der Account Manager kann die Entscheidung überstimmen. Tut er dies, bleibt den Entwicklern wiederum der Weg einer offiziellen Abstimmung mit Zweidrittelmehrheit, um ihren Willen durchzusetzen. Alle Stationen zu durchlaufen, war nie nötig. Es gab bislang lediglich zwei Ausschlüsse, die eher unstrittig waren.
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