Open Source im professionellen Einsatz

Tooltipps

TV-Browser 2.5.2

Elektronischer TV-Guide

Quelle: [http://tvbrowser.org]

Lizenz: GPL

Alternativen: Tvtv, Maxemum, XMLTV

 

Konsequente Couchpotatoes müssen heutzutage nicht mal mehr zum Kiosk laufen, um das gedruckte TV-Pogramm zu begutachten: TV-Browser verfrachtet alle Programme der nächsten drei Wochen aus dem Netz auf den heimischen Rechner. Die Software braucht dazu Java 1.5 und lässt sich schmerzlos installieren. Über das Skript »./tvbrowser.sh« ruft man einen Assistenten auf, der die aktuellen Sendelisten für zahlreiche in- und ausländische Sender holt.

Das Programm stellt TV-Browser nach Sendern sortiert dar, die Übersicht könnte besser sein. Die Software bietet das Programm bis zu drei Wochen im Voraus an. Über das Eingabefeld rechts oben lässt sich nach Schlagwörtern suchen, der Klick auf die Lupe führt zur Konfiguration der Suche. Das Fahnden nach »Spielfilm« liefert jedoch wegen mangelnder Konsistenz der Daten nur eine Handvoll Ergebnisse. Die gefundenen Schätze lassen sich auf verschiedenen Wegen in die Welt posaunen: per E-Mail, Blog oder über den Drucker.

***-- "57 Channels and nothin' on", stellte einst Bruce Springsteen gelangweilt fest. Kann schon sein. Mit dem TV-Browser lässt sich das nun genau belegen - kostenlos und halbwegs komfortabel. (Kristian Kißling)

Filebee 0.910122

Singender FTP-Client

Quelle: [http://filebee.org]

Lizenz: Freeware, proprietär

Alternativen: Konqueror, Nautilus, GFTP

Filebee fliegt am liebsten FTP-Server im Internet an und spielt Musikdateien schon während des Downloads ab. Das Tool benötigt Java in Version 1.5. Bei der Installation hilft ein grafischer Assistent. Das größte Manko: Der angebliche Dateimanager kopiert, löscht und verschiebt keine Dateien. Filebee erweist sich also als reiner Dateibetrachter.

Nach dem Start präsentiert die Biene ein übersichtliches Hauptfenster. Über Pfeile in der Symbolleiste navigiert man schnell durch die Dateien der Festplatte oder eines FTP-Servers. Die Leiste am oberen Fensterrand enthält bereits vorbereitete Listen mit - angeblich - interessanten Servern, die jedoch allesamt veraltet sind. Bei Verzeichnissen, die Dateien im OGG- oder MP3-Format oder Bilder enthalten, genügt ein Klick auf den kleinen weißen Pfeil am unteren Rand des Hauptfensters, schon spielt die Biene die Musik ab.

*---- Die meisten anderen Dateimanager bieten nicht nur einen größeren Funktionsumfang, sondern integrieren sich zudem besser in die vorhandenen Desktops - zumal Filebee wegen mangelnder Funktionen zu einem reinen Betrachter verkommt. Wer KDE oder Gnome nutzt, braucht das fluglahme Insekt nicht. (Tim Schürmann)

Kchmviewer 3.0

Viewer für Windows-Hilfedateien

Quelle: [http://www.kchmviewer.net]

Lizenz: GPL

Alternativen: Xchm

Windows-Hilfedateien unter Linux? Wer sich den Hilfeseiten-Betrachter unter Windows ansieht, muss zugeben, dass der Wunsch nach einer Linux-Entsprechung gar nicht so abwegig ist: Das CHM-Dateiformat verpackt viele HTML-Seiten in einer einzigen Datei. Der Benutzer greift über eine Baumstruktur auf die einzelnen Kapitel zu, eine Suchfunktion und einen Index gibt es ebenfalls. Die Suche fahndet auch auf der geöffneten Seite nach Schlagwörtern.

Ein Rechtsklick in den Inhaltsverzeichnisbaum im rechten Fensterdrittel öffnet mehrere Seiten als Unterfenster mit Karteireitern. Eine Bookmark-Funktion gibt es ebenso wie eine Funktion zum Auspacken des CHM-Archivs, dessen HTML-Seiten sich dann in einem gewöhnlichen Browser betrachten lassen. Die Suchfunktion versteht Anführungszeichen als Signal für die Suche nach einer Wortgruppe sowie das Minuszeichen als Negation eines Suchbegriffs.

****- Wer als Administrator heterogener Umgebungen Windows-Hilfedateien öffnen muss oder bei plattformübergreifenden Anwendungen einfach den Komfort des Microsoft-Hilfeformats auch unter Linux nicht missen möchte, findet mit Kchmviewer die optimale Anwendung. (Peter Kreußel)

Amarok Full Screen
0.5

Amarok-Erweiterung

Quelle: [http://www.kde-apps.org/content/show.php?content=52641]

Lizenz: GPL

Alternativen: Banshee

Damit mutieren Partygäste im Handumdrehen zu Linux-Usern: Über das Skript Amarok FS betreibt der DJ den Musikabspieler im Vollbildmodus. Über eine Handvoll Knöpfe spielt er Musik ab, stoppt sie oder hüpft zum nächsten Track. Ein Fortschrittsbalken zeigt, wie lange der aktuelle Titel noch läuft.

Die Nutzer von Ubuntu und Fedora dürfen sich über fertige Pakete freuen. Alle anderen finden die Software auf Kde-apps.org. Dort gibt es neben der Software auch ein Startup-Skript, das einen Eintrag im Startmenü erzeugt, über den der Hobby-DJ Amarok direkt im Vollbildmodus aufruft.

Ein Rechtsklick bringt den Anwender zu einem Kontextmenü, über das er die Settings für die Software ändert. Er schaltet hier den Bildschirmschoner ab oder deaktiviert das On-Screen-Display. Trägt er in die obere Zeile den entsprechenden Pfad zu einem XML-Theme ein, erscheint Amarok FS - nach einem Neustart des Skripts - im neuen Gewand. Alternative Themes gibt's über die Suchfunktion auf der Webseite Kde-look.org.

Zu Sperenzchen neigt unter Ubuntu der Mauszeiger: Er machte sich schnell aus dem Staub und war im Test bei einigen Themes erst durch einen Rechtsklick zur Rückkehr zu bewegen.

**--- Während andere noch draggen und droppen wird in Villa Amarok schon gefeiert. Sicher arbeitet der Jukebox-Modus noch nicht perfekt. Dennoch fügt Amarok FS dem ohnehin schon großartigen Open-Source-Player Amarok mit dem Vollbildmodus ein oft vermisstes Feature hinzu. (Kristian Kißling)

Freemind 0.8.0

Mindmapper

Quelle: [http://freemind.softonic.de]

Lizenz: GPL

Alternativen: Kdissert

Wenn die Ideen nicht sprudeln, helfen oft Kreativtechniken dem lahmen Geist auf die Sprünge. Eine dieser Methoden zur Steigerung der Einfallskraft sind Mindmaps: Dabei schreibt der Ideensucher seine Einfällte so auf ein Blatt Papier, dass thematisch Verwandtes nebeneinander steht. Linien verdeutlichen die hierarchische Abhängigkeit der einzelnen Schlagwörter.

Wem es an Zeichentalent mangelt oder wer eine Computerdatei einem fliegenden Zettel vorzieht, sollte die Mindmaps auf dem Computer erstellen. Die Java-Anwendung Freemind, die auf dem Java-Runtime-Environment 1.4 oder neuer läuft, erleichtert die Arbeit. Der Benutzer muss nur den Text eingeben. Um die Textkästchen und die Verbindungslinien kümmert sich die Software.

Die Cursortasten navigieren komfortabel durch die Mindmap, [F2] öffnet den aktiven Kasten zur Bearbeitung. [Enter] fügt ein gleichgeordnetes Topic ein, [Einfügen] ein untergeordnetes. So ergibt sich die Struktur der Mindmap ganz von selbst. Für mehr Übersicht passt der Benutzer Schriftfarbe und -größe der einzelnen Textkästen entweder per Hand an oder nutzt die Funktion »Automatisches Layout«, die die Hierarchie-Ebenen farblich und durch unterschiedliche Schriftgrößen hervorhebt.

****- Das dank Java systemübergreifend laufende Freemind bietet weniger Funktionen als die KDE-Anwendung Kdissert, ist aber nicht an eine Desktopumgebung gebunden und angenehm zu bedienen. Wer auf eine Exportfunktion wie die von Kdissert verzichten kann, sollte es benutzen. (Peter Kreußel)

ISO Master 0.8.1

Inhalt von ISO-Dateien verändern

Quelle: [http://littlesvr.ca/isomaster]

Lizenz: GPL

Alternativen: K3B

ISO-Dateien erstellt jedes Brennprogramm. Wer jedoch an bestehenden ISO-Abbildern nachträglich Änderungen vornehmen möchte oder nur einzelne Dateien extrahieren will, benutzt dazu am besten ISO Master. Das übersichtliche Programm gleicht einem Dateibrowser mit zwei Fenstern. Das obere Fenster zeigt das Dateisystem, das untere den Inhalt der ISO-Datei. Leider lassen sich Dateien nicht per Drag&Drop hinzufügen oder auspacken.

Die Software unterstützt die Rockridge- und die Joliet-Erweiterung des ISO-Standards. Für bootfähige Images kopiert die Anwendung den Master Boot Record aus anderen bootfähigen CD-Abbilddateien oder von einer Diskette.

Nützlich ist die Suche nach doppelt vorhandenen Dateien. Der Anwender kann die Software dazu anweisen, symbolische Links im Dateisystem durch die verlinkten Dateien zu ersetzen. Hat der Benutzer die ISO-Datei verändert, kann er diese Version nur unter einem neuen Namen speichern, da ISO Master das ursprüngliche Abbild während des Erzeugens des neuen noch benötigt.

Das Programm nutzt GTK, Oberflächenstil und Icons im Dateibrowser folgen daher den Gnome-Einstellungen. Für die meisten Linux-Distributionen gibt es fertige Pakete.

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