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Workshop: Debian GNU/Linux 4.0 installieren und verwalten

Erste Schritte in Etch

In diesem Linux-Magazin finden Sie eine Netinst-CD für das neue Debian Etch. Sie installiert auf Intel-386-, AMD64- oder PowerPC-Plattformen ein Debian-4.0-Minimalsystem und holt bei Bedarf andere Software von einem nahe gelegenen Mirror. Die Installation und ihre Besonderheiten erklärt dieser Workshop.

Mit viermonatiger Verspätung veröffentlichte das Debian-Team am Ostersonntag die neue Version mit dem Codenamen Etch, benannt nach der Zeichentafel Etch-A-Sketch aus dem Film "Toy Story". Die neue Release unterstützt insgesamt elf Architekturen und kommt mit jeder Menge aktualisierter und neuer Pakete auf die Platte [1].

Neuigkeiten auch in Bezug auf die Paketverwaltung: Etch setzt auf das Secure Advanced Package Tool und sorgt mit kryptographisch signierten Paketindizes für mehr Sicherheit. Damit nicht genug, eine neue APT-Erweiterung hilft Bandbreite sparen. Beim Auffrischen der Paketindex-Dateien lädt das Tool lediglich die Differenzdateien und nicht mehr den vollständigen Index herunter.

Absolutes Highlight der neuen Debian-Version ist der vollständig überarbeitete Installer mit vielen neuen Features sowie einer verbesserten Hardware-Erkennung und -Unterstützung. Früher lief die Installation in zwei Teilen. Nach dem Einspielen des Grundsystems und des Bootloaders erfolgte ein Neustart. Dann kümmerte sich »base-config« um die Einrichtung von Zeitzone, Benutzerkonten, Paketmanager und die Installation der Softwarepakete.

Die Entwickler haben nun »base-config« in den Installer integriert, sodass dieser homogener läuft und nach dem Neustart das System sofort einsatzbereit ist. Falls Sie eine Desktopumgebung zur Installation ausgesucht haben, läuft auch die Einrichtung des X-Servers und eines Displaymanagers automatisch. Nach dem ersten Reboot begrüßt Sie dann die grafische Oberfläche.

Medien und Plattformen

Das Debian-Team bietet jede Menge Installationsmedien an. Die diesem Heft beiliegende CD enthält die Kernel, die Grundpakete und den Installer für die drei Plattformen I-386, AMD64 und PowerPC (siehe Kasten "Unterstützte Hardware"). Die restlichen Pakete, die Sie zu installieren wünschen, holt der Installer aus dem Netz. Dafür ist eine gute Internetanbindung von großem Nutzen. Wer sein System nicht von CDs, DVDs, USB-Medien oder Disketten einspielen kann, dem bietet das Debian-Team Ausweichmöglichkeiten über eine Festplatte oder übers Netzwerk.

Unterstützte
Hardware

Intel 386: Die Bezeichnung führt ein bisschen in die Irre, denn Etch läuft erst ab der 486er Klasse, natürlich auch auf Kompatiblen von AMD und VIA, aber auch Athlon XP und P4 Xeon. Mehrprozessorsysteme ab der 586er Klasse benötigen nun keinen »*-smp«-Kernel mehr.

AMD64: Standardrechner mit AMDs 64-Bit-Erweiterung sowie mit Intel EM64T.

PowerPC: Viele Power-Macs ab dem Produktionsjahr 1999 inklusive G4, auch Power- und I-Books, 64-Bit-PowerPC-Architektur in IBMs P-Series, RS/6000, Apple-G5-Power-Macs sowie Motorola-Server. Apple Apus und Apple Nubus unterstützt Etch nicht.

Preseeding: Installation wie von Geisterhand

Ein praktisches Feature des neuen Installers ist die automatische Installation über eine Voreinstellungs-Datei (Preseeding), die wahlweise das Netzwerk oder ein Wechselmedium bereitstellt. Sie enthält die Antworten auf sämtliche Fragen, die während der Installation auftauchen, sodass Debian GNU/Linux auch ganz ohne Interaktion auf die Platte wandert. Weitere Informationen bietet das Handbuch unter [2].

Einige der im Folgenden beschriebenen Features sind nur für einzelne Architekturen oder auf bestimmten Installationsmedien verfügbar. Dieser Workshop beschreibt in der Hauptsache eine Standardinstallation auf einem x86-System mit Hilfe des grafischen, GTK-basierten Installers.

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